Update 18.06.2018 - 22:07 Uhr
Waldeck bei KemnathOberpfalz

Essbares Naturdenkmal

Der Ewilpa in Waldeck ist offiziell eröffnet. Der Wildpflanzenpark kommt nicht nur in der Region gut an.

Leonhard Zintl (von links), Dr. Strauß mit Sammelbeutel, MdL Reiß, G. Kopp und Bürgermeister Werner Nickl.
von Hans LukasProfil

(hl) Ein großes Ereignis war am Wochenende die Einweihung des 1. Essbaren Wildpflanzenparks. Mit einem relativ kleinen finanziellen Aufwand, mit den Flächen der Stadt Kemnath und durch die Integration und Ergänzung vorhandener Vegetation ist es gelungen, ein Kleinod zu schaffen, das jetzt schon für Gäste aus dem In- und Ausland ein Anziehungspunkt ist.
Schon die Einweihung war ein Höhepunkt, zu dem viele Interessenten gekommen waren, teilweise aus Süddeutschland, um sich Anregungen für dort angedachte ähnliche Projekte zu holen.

(hl) Ein großes Ereignis war am Wochenende die Einweihung des 1. Essbaren Wildpflanzenparks. Mit einem relativ kleinen finanziellen Aufwand, mit den Flächen der Stadt Kemnath und durch die Integration und Ergänzung vorhandener Vegetation ist es gelungen, ein Kleinod zu schaffen, das jetzt schon für Gäste aus dem In- und Ausland ein Anziehungspunkt ist.
Schon die Einweihung war ein Höhepunkt, zu dem viele Interessenten gekommen waren, teilweise aus Süddeutschland, um sich Anregungen für dort angedachte ähnliche Projekte zu holen. Das besondere an dem Park ist, dass keine Neubauten von Wegen und Gebäuden erforderlich waren und die Einbindung in die Natur hervorragend gelungen ist. Der Schlossberg ist als Mittelpunkt des gesamten Kemnather Landes und des Ewilpa, der rund herum verläuft, die Krönung des Projekts.
Bürgermeister Werner Nickl betonte, dass die Einweihung des Parks ein besonders Ereignis an einem besonderen Ort ist. Dr. Markus Strauß als "Vater und Mutter" des Ewilpa und Kemnath als Stadt der Ideen ergänzten sich auch in diesem Projekt großartig. Die Attraktivität von Kemnath als Wohn- und Gewerbestandort wird durch das Projekt erhöht.
Nickl hob auch die Ideengeber für den Ewilpa, Leonhard Zintl und Dr. Markus Strauß, hervor. "Sie haben etwas in die Tat umgesetzt, das nicht hoch genug gewürdigt werden kann." Er bedankte sich bei allen, die zur Verwirklichung beigetragen haben, allen voran Strauß, dem HuK, den Obst- und Gartenbauvereinen in Waldeck und der Umgebung sowie allen interessierten Bürgern.
Ernst Tippmann, Geschäftsführer des Naturparks Steinwald, überbrachte die Grüße des Vorsitzenden. Der Naturpark Steinwald hat dadurch in seinem schönen Westen mit der Burgruine auf dem Schlossberg sowie dem Armesberg einen weiteren Anziehungspunkt erhalten. Aus diesem Grunde habe man gerne seinen Teil an der Finanzierung übernommen. Er dankte in diesem Zusammenhang Landtagsabgeordnetem Tobias Reiß für seine Mithilfe. Dem Ewilpa Waldeck-Kemnath wünschte er viel Erfolg und den Besuchern viel Freude und Erbauung bei der Erkundung des Rundweges.
Zintl betonte, dass ohne das ehrenamtliche Engagement die Vollendung in der relativ kurzen Zeit nicht möglich gewesen wäre. "Es ist mit dem Ewilpa ein geologisches, geschichtliches und kulturelles Naturdenkmal entstanden, das Zukunft hat. Sein Dank galt dem Naturpark Steinwald, der Ewilpa-Stiftung und der Stadt Kemnath. Hier nannte er stellvertretend besonders Stadtgärtner Florian Frank. Dank ging auch an Strauß, der durch sein Wissen und seine Idee sich hier ein Denkmal gesetzt hat.
Strauß freute sich, dass in der herrlichen Landschaft der Park entstanden ist. Es gebe bereits großes Interesse aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich. "Vor zwei Millionen Jahren wurde die Natur durch die Urmenschen als Sammler und Jäger entdeckt und erst vor circa 5000 Jahren die Landwirtschaft entwickelt." Schmackhafte Nahrung und wertvolle Gewürze wurden entdeckt und sich zunutze gemacht. Die weitere Entwicklung bis in die heutige Zeit zeige aber auch, dass die natürlichen Heil- und Nahrungsmittel immer mehr in den Hintergrund treten. Deshalb sei die Rückkehr zur Natur mit den Parks wieder notwendig.
Beim Waldecker Park wurde der noch vorhandene alte Bestand lediglich ergänzt und die Natur erhalten. Wildpflanzen bedürfen keiner Pflege und wachsen immer wieder nach. Diese zu erhalten und zu fördern ist Ziel und Zweck des Ewilpa. Strauß dankte allen, die das Projekt unterstützt haben.
Stellvertretender Landrat Günter Kopp sagte, dass in der heutigen Zeit das Wohlfühlen und die Verbindung mit der Natur besonders wichtig seien. Kräuter und Pflanzen, die in freier Natur wachsen, erinnern an früher. Insbesondere die Heilkräuter stellen einen wichtigen Part gegenüber der Pharmazie dar und helfen den Menschen meistens mehr als alles andere. Besonders sei zu erwähnen, dass der Park hervorragend in die Natur eingebettet ist. Er könnte auch ein Schub für die Fremden und sanfte Erholung und den Urlaub sein. Es habe sich hier in Waldeck auch gezeigt, dass die Zusammenarbeit und gemeinsame Ideen mit den vorhandenen Voraussetzungen in der Natur hervorragend verbunden werden können.
MdL Reiß sprach seinen Dank besonders an Zintl und Strauß aus. Er unterstütze lieber den Steinwald als Naturpark als die Debatte um einen dritten Nationalpark in Bayern. Es sei oberster Grundsatz, die urwüchsige Oberpfalz in der jetzigen Form mit solchen Projekten zu erhalten.

Hintergrund

Info:

Rundweg in Gottes freier Natur

Kemnath. (hl) Die beiden Geistlichen Pfarrer Heribert Stretz und Pfarrer Dirk Grafe segneten nun den Park. Stretz freute sich darüber, dass in Gottes freier Natur dieser Rundweg entstanden ist. Er biete den Besuchern die Möglichkeit, Einkehr zu halten und sich auf die göttlichen Werke zu besinnen. Mit der Lesung aus dem Buch Genesis, die sich mit der Schöpfungsgeschichte befasste leitete er zum weiteren Segnungsakt über.
Pfarrer Grafe bezeichnete es als Paradies, das Gott den Menschen hier geschenkt hat. Wenn auch dem Unkraut viel Kritik widerfährt, so enthält es aber auch viel Gutes für die Menschheit. Es sei eine Verpflichtung, mit dem Ewilpa das Bewusstsein für die Natur zu stärken und das Wissen daraus an die nächste Generation weiterzugeben. Es gelte, die Geschenke Gottes anzunehmen und sich darüber zu freuen.
Gemeinsam nahmen die Geistlichen die Segnung vor und Pfarrer Stretz besprengte den Weg mit Weihwasser. Die feierliche Einweihung wurden von den Fichtenhornbläsern aus Speichersdorf mitgestaltet. Danach machte sich Dr. Markus Strauß mit dem überwiegenden Teil der Anwesenden auf den Weg zu einem ersten Rundgang.

Auf dem Plan des Ewilpa-Rundweges können sich Besucher ein erstes Bild vom Wildpflanzenpark machen.

Die Fichtenhornbläser aus Speichersdorf.

Die Ehrengäste die Pfarrer Heribert Stretz (von links), Dirk Grafe, Leonhard Zintl, Dr. Markus Strauß, Bürgermeister Werner Nickl, MdL Tobias Reiß, Ernst Tippmann und stellvertretender Landrat Günter Kopp freuen sich über die Eröffnung des ersten Essbaren Wildpflanzenparks.

Die beiden Geistlichen mit MdL Reiß (links) und Dr. Strauß (rechts).

t

t

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.