16.10.2019 - 15:10 Uhr
Waldeck bei KemnathOberpfalz

Grüne Apotheke aus der Natur

Bei der Jahrestagung des Kreisverbands für Gartenbau und Landschaftspflege in Waldeck hält Anja Putzer einen Vortrag über Pflanzen mit Heilkraft.

Anja Putzer warb für mehr Natur auf dem Küchentisch und in der gesunden Ernährung.
von Bernhard KreuzerProfil

"Wir haben uns sehr entfernt und abgespalten von der Natur, die Erdverbundenheit verloren", sagte Anja Putzer aus Haselbrunn bei der Jahrestagung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landschaftspflege Tirschenreuth. In ihrem Vortrag führte sie zurück zu dem verlorengegangenen Wissen über essbare Pflanzen und die Heilkraft von Pflanzen.

Den essbare Wildpflanzenpark in Waldeck rückte sie in den Mittelpunkt. "Es geht oft einfach darum, dass die Gärten schön sein müssen." Die Referentin bedauerte den fehlenden Platz von Vogelmiere und Girsch in ihnen. Flächen in der Natur, auf denen noch beruhigt Pflanzen gesammelt werden können, gingen zunehmend verloren. Die Vielfältigkeit von Pflanzen und Insekten könne noch in Waldeck rund um den Schlossberg entdeckt werden, dort wo tausende Sträucher und Bäume auf 13 Teilflächen für den Wildpflanzenpark gepflanzt wurden.

Seit es Menschen gibt, essen sie Wildpflanzen. "Sie helfen nicht nur bei kleinen Zipperlein", erinnerte Putzer. Mit Konservendosen und Fastfood sei das Wissen um die Heilkraft der Pflanzen verloren gegangen. Es gebe kein Bemühen mehr, in die Natur zu gehen. Krankheiten seien die Folgen eines ziemlich verrückten Lebensstils. Daher forderte sie zu einem anderen Bewusstsein auf.

Naturpflanzen seien eine grüne Apotheke mit vielen Mineralien, Vitaminen und wertvollen Stoffen. Als Beispiele dienten die Brennnessel und der Girsch. Würden wir beides verzehren, ginge es uns besser, führte sie zu den beiden unentbehrlichen Pflanzen für die Hausapotheke aus.

Die Fichte rückte Anja Putzer als Schutzbaum für den Menschen gleichfalls in den Mittelpunkt. Dessen Harz und ätherischen Öle besäßen zahlreiche Heilwirkungen. Fichtenharz helfe bei der Wundheilung oder reinige die Mundflora.

Über die unzähligen Heilkräuter und deren Wirkung führte die Expertin zur Eberesche oder Vogelbeere. Auch die Wildform sei essbar, nicht giftig und beim Verdauungssystem sowie bei Lungenproblemen hilfreifch. Um sich an den Geschmack der Beere zu gewöhnen, sollte am ersten Tag eine Beere, am zweiten Tag zwei Beeren mit einer täglichen Steigerung bis zum zehnten Tag genommen werden. Dann alles im gleichen System wieder zurück.

Putzer verteilte an die Teilnehmer nicht nur viele Rezepte, sondern auch Geschmacksproben. Auf allen Tischen standen Brothäppchen mit Aufstrichen aus Heilkräutern. Sie schmeckten gut und waren eine Anregung für eine gesunde Brotzeit zu Hause.

 

 

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