02.10.2018 - 14:07 Uhr
Waldeck bei KemnathOberpfalz

Guten Willen zeigen

Statt Pfarrer Heribert Stretz steht in der Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk Prälat Karel Simandl am Altar. Er erläutert im Festgottesdienst, wie die Beziehung zwischen den Menschen und Gott sein sollte.

Prälat Karel Simandl zelebriert den Festgottesdienst in Waldeck.
von Hans LukasProfil

Wer sich ein Bild von Jesus Christus machen wolle, könne nicht nach eigenem Gutdünken ein Ideal konstruieren, betonte Karel Simandl in seiner Predigt. Hier seien die Urkunden und Zeugnisse des Glaubens, die Lehrverkündigung der Kirche und die Heilige Schrift von maßgebender Bedeutung. Sie seien vom Heiligen Geist inspiriert. Als wichtige Quelle für die Begegnung mit Jesus nannte der Prälat von der Apostolischen Nuntiatur Berlins die Evangelien, die in der Liturgie der Eucharistiefeier einen besonderen Stellenwert haben.

Das Sonntagsevangelium enthalte Aussagen von Jesus Christus, die Weisungen für das Leben geben. Es klinge äußerst radikal, wenn er aufrufe, das Böse um jeden Preis zu meiden und bildhaft gesprochen Hand, Fuß oder Auge zu opfern. So kostbar ist die Verbundenheit mit Gott, dass niemals das Böse gewählt werden dürfe. Denn der Schaden an der Seele hätte schlimmere Konsequenzen als der Verlust eines Körperteils. Dieses Evangelium zeigt laut Simandl vielmehr die unbeschreibliche Größe der liebevollen Zuwendung Gottes, wenn Jesus sage, dass derjenige, der seinen Jüngern auch nur einen Becher voll Wasser zu trinken gebe, nicht leer ausgehen werde. Gott sei zwar ganz und gar der Heilige, der nichts Sündhaftes dulde, aber auch der Gott der Liebe, der jeden Strohhalm guten Willens anerkenne und den Menschen auf einen guten Weg führe.

Wer auf Christus höre, finde Halt für sein Leben. Die kleinste Tat der Liebe könne zum Heil führen und den Weg für die Fülle der Gnade bereiten. "Genauso wichtig ist, dass wir uns die Aufmerksamkeit der Liebe bewahren." Das sei wie in einer Ehe, wenn Paare schon lange verheiratet seien und ihre Beziehung wirklich lebten und vertieften. Dann sei dieses Miteinander immer wieder neu. Dann seien die Partner nicht abgestumpft, sondern offen für die kleinen Zeichen der Zärtlichkeit und der Liebe. Das Wort Christi vom Reichen des Wasserbechers für einen durstenden Menschen könne aufmuntern und inspirieren, damit wir die wirklichen Bedürfnisse unserer Mitmenschen erkennen und so Gott in ihnen dienen. Als Vorbild nannte hier Simandl die bald selig gesprochene Mutter Teresa von Kalkutta.

Die Lesung und Fürbitten trug Elfriede Schindler vor, als Mesner fungierte Karl Reger. Simandl dankte, in Waldeck die Messe feiern zu dürfen. Er mache das immer sehr gerne, da es durch den Kirchenpatron eine besondere Verbindung zu seinem Heimatland Tschechien gebe.

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