04.03.2020 - 16:40 Uhr
Waldeck bei KemnathOberpfalz

Der Musik und den Waldecker Vereinen treu

Die Nachricht, dass Max Pinzer in der Nacht zum Dienstag verstorben ist, hat sich in Waldeck und Umgebung wie ein Lauffeuer verbreitet. Nicht nur wegen seiner Leidenschaft, der Blasmusik, war 84-Jährige weit und breit bekannt und beliebt.

von Hans LukasProfil

Der in Waldeck geborene Pinzer ist zusammen mit den Geschwistern Babette, Christina, Fritz (alle drei bereits verstorben), Maria, Karl und Josef aufgewachsen. Da sein Vater Josef im Zweiten Weltkrieg gefallen ist, musste Mutter Rosa die Kinder allein aufziehen. Am 5. November 1957 schloss er mit seiner ebenfalls bereits verstorbenen Ehefrau Maria, geborene Banzer, in der Pfarrkirche Waldeck die Ehe. Aus dieser Verbindung sind die Kinder Anita, Petra, Maximilian, Thomas, Margit und Elfi hervorgegangen. Um den Opa trauern auch 19 Enkel und 8 Urenkel.

Mit seiner Frau hat Pinzer 1964 das gleichnamige Baugeschäft gegründet. 30 Jahre später übergab er es an Sohn Maximilian. So weit es ihm, möglich war, half er immer noch mit und war stets ein guter Berater.

Der Waldecker Feuerwehr war der Verstorbene über 60 Jahre, davon 26 Jahre als Vorstand, verbunden. Dafür ernannte sie ihn zum Ehrenvorsitzenden. In seine Amtszeit fielen der Neu- und Umbau des Gerätehauses sowie die Anschaffung zweier Löschfahrzeuge. Er gehörte der aktiven Truppe an und rief nach dem Krieg mit dem Feuerwehrhorn die Mitglieder selbst zu Übungen, Versammlungen und Veranstaltungen.

Ebenfalls sechs Jahrzehnte gehörte Pinzer dem Schützenverein "Einigkeit". In den über 50 Jahren beim Sportverein spielte dessen Ehrenmitglied in den Anfangsjahren noch aktiv. Ebenfalls seit der Gründungszeit Anfang der 1970er Jahre war Pinzer den Waldecker Carnevalverein treu und wirkte bei den Prunksitzungen der Kapelle "Strammer Max" und sowie bei Gesangseinlagen mit. Mit der Kapelle begleitete er auch die Faschingszüge. Für seine Verdienste erhielt er WCV-Verdienstorden "Waldecker Keule" ausgezeichnet. Weiter war Pinzer Mitglied beim Obst- und Gartenbauverein (über 40 Jahre), Heimat- und Kulturverein (über 30 Jahre) und VdK-Ortsverband (über 20 Jahre).

Ein halbes Jahrhundert sang er im Kirchenchor und leitete diesen viele Jahre. Bereits im Kindesalter wirkte er als Solist mit. Daneben war der Verstorbene viele Jahre in der Kirchenverwaltung, als Kirchenpfleger sowie im Pfarrgemeinderat tätig. Pfarrei und Diözese verliehen ihm dafür Auszeichnungen. Nicht nur die 12 Jahre im Gemeinderat des Marktes Waldeck setzte er sich für die Allgemeinheit ein.

Ganz besonders hatte es ihm die böhmische Blasmusik angetan. Das begann nach dem Besuch der Proben in der damaligen Waldecker Blasmusik. Von deren Leiter Jakob Reger, den er einmal als seinen Lehrmeister bezeichnete, übernahm nach dessen Abgang die Kapelle bis zu seiner Krankheit. Pinzer gehörte auch zu den Gründern der legendären "Schlagersterne'" die über viele Jahre hinweg das musikalische Geschehen im Kemnather Land und weit darüber hinaus bestimmte.

Daneben war er auch einige Jahre bei den Fichtelgebirgsmusikanten von Franzl Pscherer dabei und spielte mit ihnen in ganz Süddeutschland. Gerne hätte er auch bei deren Auslandsauftritten mitgemacht, musste aber aus privaten und geschäftlichen Gründen verzichtet. Der Ebnather Kapelle gehörte er eine Zeit lang an. Pinzer war zudem bei der Gründung der Jugendblaskapelle Kemnath mit dabei und förderte dort als Ausbilder die Nachwuchsmusikanten.

Der Totenrosenkranz für ihn wird Freitag, 6. März, um 14 Uhr in der Pfarrkirche Waldeck gebetet. Um 14.30 Uhr ist das Requiem, anschließend Beerdigung auf dem Waldecker Friedhof.

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