03.03.2020 - 15:21 Uhr
Waldeck bei KemnathOberpfalz

"Rein in die Regionen"

Über die Möglichkeiten des ländlichen Raums informierte sich Marco Wanderwitz. Der neue Ostbeauftragte der Bundesregierung und parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium setzt sich besonders für strukturschwächere Räume ein.

Die Teilnehmer in der Hollermanufaktur: (von links) Benjamin Zeitler, Albert Rupprecht, Roland Grillmeier und Marco Wanderwitz, (von rechts) Franz Horn, Georg Wagner, Alfred Wolf sowie Elisabeth und Leonhard Zintl.
von Hans LukasProfil

Auf Einladung von Leonhard Zintl besuchte der neue Ostbeauftragte der Bundesregierung und parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium, Marco Wanderwitz, Waldeck. Der Gast aus Berlin informierte sich über die Probleme des ländlichen Raumes.

Hausherrin Elisabeth Zintl stellte die Hollerhöfe vor und ging auf das Konzept und die Ziele ihres Unternehmens ein. In Anlehnung an den ersten Essbaren Wildpflanzenpark Deutschlands (Ewilpa) sei auch die Naturerlebnis-Akademie entstanden. Mit einem Kursangebot rund um Kräuter und Natur sei sie eine perfekte Plattform zur Weiterbildung, Begegnung und Entspannung. Erfahrene Referenten geben in zahlreichen unterschiedlichen Veranstaltungen exklusive Einblicke. Neu sei die Holler-Manufaktur, die für Veranstaltungen mit einer komplett eingerichteten Küche ausgestattet ist.

Staatssekretär Marco Wanderwitz war beeindruckt von dem, was in Bezug auf die Hollerhöfe entstanden ist. Er zeigte auf, dass in seinem Ministerium die Heimatpolitik und der ländliche Raum im Vordergrund stehen. Das bedeute, strukturschwächere Regionen zu stärken unter der Prämisse "Raus aus den großen Städten - rein in die Regionen". Es müssten der Struktur- und Kulturwandel gefördert werden durch Bauen in der Fläche in örtlichen kleinen Regionen und vor allem auch durch Stärkung der Ortskerne. Dazu gehöre auch das ehrenamtliche Engagement.

Keine Besichtigung vor Ort

Leonhard Zintl ging auf die kulturellen Veranstaltungen ein, die in Waldeck inzwischen zu einer festen Einrichtung geworden sind. So erinnerte er an den Guss der Glocke für die Ägidius-Kapelle auf dem Schloßberg. Mitarbeiter des Klosters Maria Laach hatten vor fünf Jahren die Glocke hier in Waldeck gegossen. Die Einweihung erfolgte dann auf dem Schloßberg in der revitalisierten Kapelle. Er überreichte dem Gast eine DVD mit Aufzeichnung des Ereignisses. Weiter sprach er die Sommertheater in der Burgruine an, die heuer zum neunten Mal stattfinden. Die Restaurierung der Burg Waldeck übernahm der Heimat- und Kulturverein (HuK) mit Unterstützung der Stadt Kemnath und Finanzierung der öffentlichen Hand in ehrenamtlichem Engagement.

HuK-Vorsitzender Georg Wagner ging kurz auf die Geschichte der Burg und der Herrschaft im Landgericht im Mittelalter ein. Er erläuterte, dass mit der Restaurierung zu Beginn der 1980er Jahre begonnen wurde. Wo man früher nur einzelne Felsen- und Mauerreste vorfand, zeigt sich heute eine Ruine, die das ganze Ausmaß und die Bedeutung der Herren auf Waldeck widerspiegelt. Ursprünglich war vorgesehen, dem Staatssekretär die Burganlage vor Ort zeigen - doch das Wetter spielte nicht ganz mit.

Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht unterstützte die Ziele des Staatssekretärs und des Heimatministeriums. Es sei wichtig, dezentral vor Ort zu wirken. Gerade in Waldeck werde eine Dynamik in diese Richtung entwickelt, die vorbildlich sei. Die Restaurierung der Burgruine sei mit großer Tradition verbunden, und deshalb habe er die Revitalisierung der Ägidiuskapelle gerne mit vorangetrieben.

Stellvertretender Landrat Roland Grillmeier stellte Waldeck als ein Beispiel für Gemeinsamkeit und Zusammenhalt heraus. Sein Ziel sei, Bürokratismus und Auflagen in allen Bereichen abzubauen. Benjamin Zeitler, Bürgermeisterkandidat in Weiden, war dafür, der nördlichen Oberpfalz mehr Gewicht nach außen zu geben. Dazu sei es erforderlich, dass die Landkreise Tirschenreuth und Neustadt/Waldnaab sowie die Stadt Weiden noch mehr zusammenarbeiten, um so das Optimale für die Region zu erreichen.

Oberpfalz hat Zukunft

Alfred Wolf stellte die Initiative Heimatunternehmen im Landkreis Tirschenreuth vor, die eine Pilot-Initiative in Bayern sei. Die Oberpfalz solle stolz auf sich selbst sein, denn das Land habe Zukunft und die Bürger schafften sich regionale Werte. Derzeit liefen 25 Projekte im Landkreis Tirschenreuth. An Beispielen zeigte er auf, was alles möglich ist.

In fast allen Gemeinden tue sich in dieser Richtung etwas. Neuen Ideen sei die Initiative immer aufgeschlossen. Durch ehrenamtliches Engagement, unterstützt mit staatlichen Mitteln, schaffe der Landkreis zusätzliche Arbeitsplätze und gebe der Jugend einen Anreiz, hier zu leben und nicht in die Großräume abzuwandern, sowie Auswärtigen attraktive Möglichkeiten, sich wohlzufühlen und sesshaft zu werden. "Der ländliche Raum hat Zukunft und vor allem auch viel Potenzial", sagte Wolf.

Alfred Wolf bei seinen Ausführungen
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