05.03.2021 - 17:49 Uhr
Waldeck bei KemnathOberpfalz

Waldecker Fußballfans mit App und Radio statt live im Stadion

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Wenn der FC Bayern München gegen Borussia Dortmund spielt, ist eine volle Allianz-Arena garantiert. Doch wegen Corona bleiben die Ränge leer. Die Waldecker Fans beider Bundesligavereine werden teilweise nicht mal in die Röhre blicken.

Günther Horn wird das Spiel "seiner" Bayern per App verfolgen.
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Alexander Wegmann kann vorab noch nicht sagen, ob und wo er sich diesen Samstag (ab 18.30 Uhr) das Spiel der Bayern gegen die Borussen aus Dortmund anschauen wird. Weil ja nicht jeder Pay-TV habe, müsse er erst einmal sehen, wo er schauen könnte. Wegen Corona und der damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen, könne es auch sein, dass er die Partie daheim auf der Couch im Radio verfolge, meint der Vorsitzende des BVB-Fanclubs. Ebenfalls kein Treffen gibt es bei den FC-Bayern-Anhängern. "Bei solchen Spielen ist unser Haisl sonst immer gerammelt voll", berichtet Günther Horn. Doch wegen der Pandemie und der Vorgaben bleibe es zu. "Wir haben zwar Sky, aber wen lässt man rein?" Der Zweite Vorsitzende wird wahrscheinlich erst im Aktuellen Sportstudio sehen, worüber er sich während des Spiels per Bayern-App auf dem Smartphone bereits informiert haben wird.

Mittlerweile wenig Karten

Unter normalen Umständen hätten beide Fanclubs versucht, Stadiontickets zu ergattern. "Die Dauerkarten werden immer mehr, aber das Stadion wird nicht größer", bedauert Wegmann einen allgemeinen Trend. Auch Horn weiß, dass es bei einem "Top-Spiel fast keine Karten gibt". Daher wertet er die 40 Tickets für den Verein für eine Partie gegen Dortmund vor einiger Zeit als "einmalige Sache". Einmal pro Saison besuche der Verein ein Heimspiel der Münchener, dazu kämen noch Fahrten meist in Vierer- oder Fünfergruppen.

Etwas öfter sind da die Waldecker BVB-Fans on Tour. "Etwa zehn Spiele", schätzt deren Vorsitzender: "Man kriegt mittlerweile nicht mehr." Denn das ist noch weit von der Zahl von vor ein paar Jahren entfernt, auch wenn die Verantwortlichen "schon schauen, dass wir möglichst viele Spiele besuchen". Mit Champions-League, DFB-Pokal und Bundesliga seien es einmal 25 gewesen, berichtet Wegmann. Prinzipiell seien immer viele Auswärtsbegegnungen wie in München, Leipzig oder Frankfurt - "was halt näher ist als Dortmund" - dabei.

Sowohl Horn als auch Wegmann bedauern, dass es diesmal nach Abpfiff auch keine Begegnung der beiden Fanclubs geben darf. Sonst säßen die BVB-Fans zunächst in "ihrem und wir in unserem Haisl" und danach werde gemeinsam ein Bierchen getrunken. Wenn alles normal wäre, würde es diesen Samstag bei den Bayern-Anhängern die "volle Action schon am Nachmittag" geben, erzählt Horn. Dann werde nach Spielende in die Dortmund-Hütte gegangen und je nach Ergebnis "gratuliert oder gestichelt" und über das Spiel diskutiert.

Günther Horn legt sich klar auf die Münchener Elf als Sieger des Top-Spiels an diesen Samstag fest

„Dortmund hat keine Chance.“

Die beiden Vorsitzenden betonen das gute Verhältnis zwischen beiden Fanlagerrn, was früher nicht ganz so ausgeprägt gewesen sei. So werden die "Bayern" nächstes Jahr Gäste beim 20. Gründungsjubiläum des BVB-Fanclubs sein. Die Planungen dafür sollen heuer noch anlaufen, sobald man sich wieder zu Vorstands- und Mitgliederversammlungen treffen dürfe, teilt Wegmann mit. Die Waldecker "Gelb-Schwarzen" dagegen besuchen das jährliche Weinfest der "Roten" und wären im Vorjahr auch zum dreitägigen Fest zum 40-jährigen Bestehen des Bayern-Fanclubs Anfang Juni eingeladen gewesen. Dafür sei schon alles bestellt gewesen, klagt Horn. Aber Corona machte alles zunichte. Das Fest nachzuholen, kommt nicht infrage: "Ein 40 + 1 machen wir nicht, das ist ein Schmarrn." Bislang liege alles Vereinsmäßige komplett auf Eis. Geben soll es aber auf jeden Fall einen Ehrenabend für die Gründungsmitglieder, sobald alles entsprechend gelockert werde. Ebenfalls hofft der Zweite Vorsitzende, das Weinfest im Herbst abhalten zu können.

Glimpflicher kamen da im Vergleich die Borussia-Anhänger davon. Bei ihnen sei wegen der Pandemie die Weihnachtsfeier ausgefallen, "das Zelten konnten wir zumindest mit fünf Leuten noch machen". Nicht von Corona betroffen sind vorerst die Neuwahlen, die laut Wegmann erst nächstes Jahr anstehen. Die Bayern-Fans jedoch mussten die Abstimmungen im vergangenen April verschieben und kurzfristig für vergangen November ansetzen. Weil sie ein eingetragener Verein seien, seien sie dazu aufgefordert worden. Ansonsten hätte es eine Strafe geben können, erklärt Horn. Die Wahlen seien dann noch kurz vor dem Lockdown gewesen.

Alexander Wegmann hält eine baldige Rückkehr der Fans in die Stadien für ausgeschlossen

„In dieser Saison auf keinen Fall.“

„In dieser Saison auf keinen Fall.“

Noch lange keine vollen Ränge

Bei der Beantwortung der Frage, ob in dieser Spielzeit wieder Fußballfans in die Stadien dürfen, sind sich Horn und Wegmann weitestgehend einig. "In dieser Saison auf keinen Fall", meint Letzterer. Falls es nach Ostern besser werde, dann vielleicht 1000 pro Spiel. In der nächsten Saison könnte dann eventuell 20 Prozent der Plätze besetzt sein. Horn möchte sich auf keine Zahlen festlegen. "Ich hoffe, dass es mit dem Impfen und Testen Möglichkeiten gibt, eine begrenzte Zuschauerzahl ins Stadion zu lassen." Er wisse aber nicht, ob es dafür ein Konzept gebe.

Auch Amateurfußballer haben eine Meinung zu Lockerungen

Amberg

Einig sind sich die beiden Vorsitzenden außerdem bei ihrem Tipp, wie das Spiel an diesen Samstagabend ausgehen wird. Obwohl der BVB seit einigen Spielen zu alter Stärke zurückfindet, werden ihrer Meinung nach die von Hansi Flick trainierten Hausherren als Sieger vom Platz gehen. "Dortmund hat keine Chance", ist sich Horn sicher. "Die Münchener sind auf solche Spiele fixiert."

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