05.03.2021 - 17:08 Uhr
AmbergSport

Weitermachen oder abbrechen? Das sagen die Fußballer aus der Region

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Der Fahrplan für Öffnungen der Corona-Maßnahmen ist formuliert. Durch die Abhängigkeit lokaler Inzidenzwerte, müssen sich die Oberpfälzer Amateurfußballer noch länger gedulden. Wie soll es weitergehen? Wir haben uns in den Klubs umgehört.

Mit Maske? Mit Abstand? Oder gar nicht mehr? Ob Oberpfälzer Fußballfans so bald wieder Spiele anschauen dürfen, erscheint nach den politischen Entscheidungen fraglicher denn je.

Von Alfred Schwarzmeier, Josef Maier und Fabian Leeb

Wie geht es weiter mit dem Amateurfußball in Bayern? Nach der Bekanntgabe eines Stufenplans zur Öffnung der Corona-Maßnahmen steht fest: Durch die Koppelung der Lockerungen an Inzidenzwerte, wird es in den gebeutelten Regionen der mittleren und nördlichen Oberpfalz noch länger dauern, ehe halbwegs Normalität in den Spielbetrieb von der Bayernliga bis hinab zur B-Klasse zurückkehrt. Wie ist die Stimmung in den Vereinen? Soll die seit Juli 2019 laufende Spielzeit doch noch abgebrochen werden? Oder soll der Bayerische Fußball-Verband weiter auf einer Durchführung beharren? Oberpfalz-Medien hat sich in den Klubs umgehört.

Achim Beck (FC Edelsfeld)

Achim Beck, Trainer des Süd-Kreisklassisten FC Edelsfeld.

"Spontan sage ich, ich bin gegen einen Saisonabbruch", sagt der Trainer des Kreisklassisten FC Edelsfeld bestimmt. "Ich spiele gerne alles auf dem Platz zu Ende. Und ja, da habe ich meine eigene Meinung." Egal, wann es wieder losgehe, der Amberger würde die paar Wochen schon noch gerne nutzen, um auch etwas auszuprobieren und schon für die neue Saison zu testen. Nichts anfangen kann er auch mit der Quotientenregel, sollten nicht alles Spiele absolviert worden sein. Aber natürlich wisse auch er, dass es zeitlich immer enger werde. "Irgendwann wird es einen Beschluss geben und den nehmen wir hin."

Thomas Schieder (SpVgg Vohenstrauß)

Thomas Schieder, Spielführer bei der SpVgg Vohenstrauß.

Die SpVgg Vohenstrauß hat die Meisterschaft in der Kreisliga Nord so gut wie in der Tasche. Kein Wunder, dass der Kapitän die Bezirksliga-Rückkehr nur zu gerne auf dem grünen Rasen feiern würde. „Meine Mitspieler sind heiß und wollen die Saison zu Ende spielen“, sagt Thomas Schieder. Am grünen Tisch den Aufstieg zugesprochen zu bekommen, mache einfach nur halb so viel Spaß. Allerdings ist der Spielführer skeptisch, ob die Saisonfortführung gelingt: „Das liegt nicht in unserer Hand. Die Situation ist frustrierend.“ Den Verband nimmt er in Schutz: „Die Entscheidung, auf die Pausentaste zu drücken, war keine schlechte.“

Patrick Greindl (TV Nabburg)

Patrick Greindl, Kapitän des Schwandorfer Kreisligisten TV Nabburg.

Der Kapitän des TV Nabburg ist hin- und hergerissen. Auf der einen Seite hofft er, möglichst bald wieder spielen zu dürfen. "Andererseits sind wir von den Inzidenzwerten, die zumindest Training in Kleingruppen erlauben würden, meilenweit entfernt." Daher erscheint für den 28-Jährigen die Konzentration auf einen Neubeginn im Spätsommer oder Herbst gerade als die lukrativste Variante. "Dennoch hoffe ich, dass sich die Politik noch etwas Besseres einfallen lässt, denn aktuell ist es für Amateurvereine sehr schwierig zu planen."

Jürgen Schmidkonz (TSV Neualbenreuth)

Jürgen Schmidkonz, Spielertrainer des TSV Neualbenreuth.

Der Trainer des Stiftländer Kreisklassisten möchte nicht in der Haut von politischen und sportlichen Entscheidern stecken. "Ich weiß nicht, was besser wäre. Wie man es letztlich macht, ist es dann vermutlich eh verkehrt." Die Tendenz des 48-Jährigen geht aber in Richtung eines sofortigen Saisonendes. "Wenn man sich unsere Inzidenzwerte in der Grenzregion anschaut, habe ich wenig Hoffnung auf eine baldige Fortsetzung, und weiß daher nicht, ob das noch großartig Sinn hat." Aber es sei eine schwierige Entscheidung, die Schmidkonz nicht treffen möchte.

Lukas Schärtl (TuS/WE Hirschau)

Lukas Schärtl vom TuS/WE Hirschau.

"Ich würde schon versuchen, die Saison auf dem Platz zu Ende zu spielen", sagt der Stürmer des Kreisligisten TuS/WE Hirschau, schränkt aber ein: "Wenn man die aktuelle Corona-Situation sieht, wird das sehr schwer werden." Der 28-Jährige weiß, wie unterschiedlich die Klubs die Situation beurteilen: "Die, die oben stehen, wollen keine Annullierung der Saison. Die, die unten stehen, natürlich schon." Der Ehenfelder hält die Quotientenregel für die fairste, dass also sie erzielten Punkte durch die absolvierten Spiele geteilt und gewertet werden. Für die Funktionäre sei es aber nicht leicht, eine Entscheidung zu treffen.

Alexander Benner (SpVgg Windischeschenbach)

Alexander Benner, Spielertrainer der SpVgg Windischeschenbach.

Eigentlich würde der Spielertrainer die Saison gerne über die Runden bringen. Aber nach den Beschlüssen der Politik sieht Benner darin keinen Sinn mehr. „Wir haben in der Kreisklasse West Gegner aus dem Landkreis Tirschenreuth und der Stadt Weiden. Wie soll das funktionieren, wenn aufgrund der Inzidenz dort vielleicht Training und Spiel erlaubt sind und bei uns nicht?“ Der 29-Jährige plädiert für einen Saisonabbruch und einen Neustart im September. Dass die SpVgg dadurch eventuell auf den Kreisliga-Aufstieg verzichten müsste, nimmt Benner gelassen hin: „Dann packen wir’s nächste Saison.“

So ordnet Thomas Graml, der Oberpfälzer Fußballboss, den Stufenplan der bayerischen Staatsregierung ein

Amberg

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.