02.04.2019 - 11:48 Uhr
Waldeck bei KemnathOberpfalz

"Wilde" Entstehungsgeschichte

Auch wenn es nur ein Geselligkeitsverein ist, so ist es beachtlich, dass es den Waldecker Frühschoppenverein "Wilder Mann" noch gibt. Einige "Histörchen" hat haben sich in den vergangenen 50 Jahren ereignet. Ausgangspunkt war ein Streit.

Die Vertriebsleiterin der Kulmbacher Brauerei, Edith Weiß (links), und Vereinswirtin Maria Zillner (Zweite von rechts) gratulieren den drei Gründungsmitgliedern des „Wilden Mannes“, Georg Wagner, Martin Böll und Hans Lukas (von links), zum 50. Vereinsjubiläum.
von Hans LukasProfil
1969 kommt es zum ersten Pokalspiel der „Wilden Männer“ gegen die „Frohsinn“-Mannschaft. Da Seniorwirt Ludwig Merkl aus Altersgründen nicht mehr mit auflaufen konnte, bestritten alle restlichen Mitglieder die Partie – und gewannen.

Fast das ganz halbe Jahrhundert ist der Geselligkeitsverein "Wilder Mann" im Gasthaus Zillner zu Hause ist. Zweck und Ziel war es seit der Gründung, sich sonntagvormittags zum Frühschoppen zu treffen. Wer nicht kommt, muss einen kleinen Obolus zahlen, der angespart wird und dann an oder um den Gründungstag im März beim Starkbierfest sowie bei einem Grillabend eingesetzt wird.

Hans Lukas, einer der Gründer, ging beim Festessen zum Jubiläum, auf die Histörchen, die teilweise sehr erheiternd waren, in den Anfangsjahren ein. Die Gründung erfolgte im Gasthaus Merkl. Mit dem dort bestehenden Frühschoppenclub "Frohsinn", dem einige Gründungsmitglieder angehörten, fing alles an. Bei einem Essen kam zu einigen Querelen, weshalb einige Mitglieder austraten, um einen neuen Frühschoppenclub zu gründen. Nach einigen Besprechungen kam man überein, den neuen Verein zunächst beim Märkl zu anzusiedeln.

Die sonntäglichen Treffen waren teilweise sehr hitzig, weil beide Vereine nur durch eine Trennwand auseinander saßen. Versöhnungversuche scheiterten, das dafür extra vereinbarte Fußballspiel brachte kaum Besserung, weil die Partie auch noch der "Wilde Mann" mit damals zwölf Mitgliedern gewann.

Sie beschlossen schließlich, im Jahr nach der Gründung am 16. März 1969 ins Gasthaus Zilner zu wechseln. Die erste Anschaffung noch 1969 war ein Stammtischwimpel, der noch heute jeden Sonntag auf dem runden Tisch steht. Er ist zwischenzeitlich allerdings einige Male restauriert worden. Von den Gründungsmitgliedern sind heute noch Martin Böll, Hans Lukas und der Vorsitzende Georg Wagner dabei. Maria Zillner hat das ganze Stammtischleben in ihrem Gasthaus miterlebt hat dankte ihren "Wilden Männern" für die Treue.

Die Vertriebsleiterin der Kulmbacher Brauerei, Edith Weiß, betonte, dass sie schon einige Male bei besonderen Anlässen und Jubiläen in Waldeck gewesen sei. Es sei in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr, dass die Frühschoppen- und alte Wirtshaustradition gelebt werde. Als Geschenk hatte sie eine Brotzeit und Freibier mitgebracht. Sie freute sich darüber, dass das Jubiläum auch die Damen mitfeiern durften. Weiter kündigte sie an, dass sie mit der Geschäftsleitung sprechen und sicherlich von der Brauerei noch eine Überraschung für die inzwischen 21 Mitglieder kommen werde. Zum Jubiläumswochenende gehörten neben dem gemeinsamen Abendessen eine Wanderung zur Unterstellhütte auf den Schloßberg;, ein Stehempfang und Erinnerung an die Gründung mit drei Schüssen, ein Starkbierfest sowie an letzten Tag gemütlicher Festausklang im Vereinslokal.

Die Fußballspiele "Frohsinn" gegen "Wilder Mann" fanden übrigens nur drei Mal statt. Der Wanderpokal, ein 5-Liter-Humpen, steht im Gasthaus Zillner, da ihn letztmals die "Wilden Männer (Gesamtstand 2:1) gewonnen hatten. Grund für die Einstellung war, dass sich auf beiden Seiten jeweils vor den Begegnung vor allem aktive Fußballspieler den Vereinen angeschlossen hatten. Nach den Begegnungen sank jedoch jeweils die Zahl der Mitglieder auf den ursprünglichen Stand.

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