23.06.2020 - 11:46 Uhr
WaldershofOberpfalz

Barrierefreiheit eine Daueraufgabe

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Die Stadt Waldershof tut viel für Rollstuhlfahrer und Rollator-Benutzer. Günter Raithel engagiert sich ehrenamtlich, setzt sich ein und macht auf Probleme aufmerksam. Auch in Marktredwitz tut sich zu diesem Thema einiges.

Günter Raithel (links), der Beauftragte des Waldershofer Stadtrates für Barrierefreiheit, und Bauhofleiter Artur Dziumbla bei der Ortsbesichtigung in der Ringstraße. Hier sollen wie an vielen weiteren Stellen die Gehsteigkanten abgesenkt werden, damit Rollstuhlfahrer und Rollator-Benutzer problemlos die Straßen queren können.
von Oswald ZintlProfil

Das Thema Barrierefreiheit hat sich Günter Raithel seit Beginn seines Engagements im Waldershofer Stadtrat auf die Fahne geschrieben. Der TÜV-Mitarbeiter ist selbst seit Jahren durch eine Krankheit auf den Rollstuhl angewiesen und hat damit das „richtige Auge“ für Missstände und notwendige Maßnahmen in Sachen Barrierfreiheit.

Raithel gehörte von 2014 bis 2020 dem Waldershofer Stadtrat an und hat während dieser Zeit als Referent für Stadtentwicklung und Barrierefreiheit auf viele Missstände hingewiesen. Bereits 2015 präsentierte Raithel unter dem Titel „Unsere Stadt Waldershof, Stand und Perspektiven für mehr Barrierefreiheit“ seine Ausarbeitungen. Diese Analyse ist heute noch Grundlage für sein ehrenamtliches Engagement als Beauftragter des Stadtrates für diesen Bereich. Günter Raithel hatte auch bei der Kommunalwahl 2020 für das Stadtparlament auf der SPD-Liste kandidiert und trotz eines höheren Stimmanteils als 2014 den Einzug nicht geschafft.

Enormes Fachwissen

Sein Engagement und Fachwissen waren für die SPD-Fraktion Grund genug, bei der neuen Bürgermeisterin Margit Bayer nachzufragen, ob sie sich ein ehrenamtliches Engagement von Günter Raithel im Bereich der Barrierefreiheit weiter vorstellen könne. Margit Bayer nahm das Angebot sehr gerne an, und Günter Raithel wurde in der konstituierenden Stadtratssitzung als Beauftragter für diesen Bereich bestimmt.

Im Gespräch verweist Raithel auf bereits umgesetzte Maßnahmen: den Einbau des Aufzuges und einer Rampe in der Jobst-vom-Brandt-Schule sowie die Verbesserungen im Bereich der Friedhofshalle. „Vorbildlich umgesetzt wurde die Barrierefreiheit bei der Sanierung der Walbenreuther Straße.“

Bereits in der vergangenen Amtsperiode beschloss der Stadtrat die Absenkung der Gehsteigkanten an den nördlichen Straßeneinmündungen in die Ringstraße, was aber wegen technischer Fragen noch nicht umgesetzt ist. Nun soll dies endlich angegangen werden.

Vorbildlich umgesetzt wurde die Barrierefreiheit bei der Sanierung der Walbenreuther Straße.

Günter Raithel

In Planung befinden sich Maßnahmen an der neuen Kirche Sankt Sebastian, wo Behindertenparkplätze ausgewiesen werden und eine Behindertentoilette entstehen sollen. Toiletten für Behinderte stehen auch für den Bereich des Kiosks am Stadtpark an.

Als eine der wichtigsten künftigen Maßnahmen bezeichnet Günter Raithel die Neugestaltung und Sanierung des Marktbereiches. Die Umsetzung der Barrierefreiheit habe hier hohe Priorität. „Bürgermeisterin Margit Bayer hat ein offenes Ohr für Maßnahmen in Sachen Barrierefreiheit gezeigt. Das stimmt mich optimistisch, denn es bleibt auch in Zukunft noch viel zu tun“, sagt Günter Raithel.

Konzept erarbeitet

Zur Situation der Barrierefreiheit in Marktredwitz teilt die Stadt mit: Im Jahr 2016 erfolgte die Thematisierung Barrierefreiheit im Beirat für Soziales und Demographie, 2017 die Erarbeitung des Konzeptes „MAKbarrierefrei“ in Anlehnung an das Konzept der Bayerischen Staatsregierung „Die barrierefreie Gemeinde“, das vom Stadtrat verabschiedet wurde; dafür zuständig ist Stefan Kirsch.

Der Plan für den öffentlichen Bereich umfasste über 100 Einzelmaßnahmen. Ab 2018 wurden regelmäßig Haushaltsmittel für die Umsetzung bereitgestellt. 2018 bis 2020 wurden elf Bushaltestellen umgestaltet. 2019 erfolgte der Umbau der Fußgängerübergänge am Berliner Platz, an der Martin-Luther-Straße und der Kraußoldstraße. Weiter ging es mit der Optimierung der Fußverbindung zum Ärztehaus am Klinikum sowie mit den Behindertenparkplätzen im Stadtgebiet. Die Eingänge am neuen Rathaus in der Egerstraße wurden behindertengerecht gestaltet und Rampen am Hintereingang der Bartholomäuskirche und am Seiteneingang des Technischen Rathauses in der Böttgerstraße angebaut. Neue Behinderten-WCs gibt es am La-Mure-Platz und am Auenpark.

In Planung sind laut Mitteilung: Rundweg Kirchpark, Umbau weiterer Haltestellen, Umbau Übergänge Egerlandplatz, Optimierung Bodenbeläge im Markt im Rahmen des Gesamtkonzepts, Neugestaltung des Busbahnhofes und des Bahnhofsvorplatzes.

Bericht über die konstituierende Sitzung des Waldershofer Stadtrats

Waldershof

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