16.08.2018 - 16:05 Uhr
WaldershofOberpfalz

Mit Blick ins Testlabor

Der Waldershofer Fahrradhersteller Cube will sich am Wochenende so offen wie nie zuvor zeigen. Gäste können einen kompletten Firmenrundgang unternehmen.

Marketing-Leiter Marko Haas erklärt bei einer Showroom-Führung, dass auch im Kinderrad- und Jugendradbereich die E-Bike Technik Einzug hält. Bei der Hausmesse konnten die Händler alle Modelle in der Praxis auf Herz und Nieren prüfen.
von Autor FPHProfil

(fph) Wer die Zentrale der Waldershofer Fahrradschmiede Cube betritt, dessen Blick fällt unweigerlich auf ein Schild: „Nicht fotografieren“. Bisher ist das Unternehmen extrem zurückhaltend gewesen, wenn es um die Unternehmensabläufe ging. Allenfalls Gruppen aus Wirtschaft und Politik durften ab und an einen Blick in die Produktionsanlage werfen. Auch sonst liegt Prahlerei nicht unbedingt in der DNA von Cube. „Aber jetzt haben wir uns gedacht, einfach mal einen Tag der offenen Tür zu veranstalten“, sagt Marie Korzen von der Marketing-Abteilung. Viele Menschen in der Region würden sich für das Unternehmen interessieren und gerne mal einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Was auf die Cube-Mitarbeiter zukommen wird, die fast vollständig am Samstag und Sonntag im Betrieb sind, weiß niemand. „Wir rechnen aber schon mit einem gewissen Andrang und würden uns mega freuen, wenn die Aktion gut ankommt“, so Marie Korzen. Nichts zu tun haben die Tage der offenen Tür am Samstag und Sonntag mit dem 25. Jubiläum des Unternehmens, das Firmenchef Marcus Pürner zunächst in Form eines Ladens gründete und zu einem der größten Fahrradhersteller Europas aufbaute.

Showroom erstmals für die Öffentlichkeit

"Erstmals werden wir auch unseren neuen Showroom in der Ludwig-Hüttner-Straße der Öffentlichkeit zeigen“, informiert Marie Korzen. Hier gebe es Einblick in die komplette Produktpalette, die seit Jahren schon nicht mehr nur aus Fahrrädern, sondern auch aus Kleidung und Zubehör besteht. Normalerweise sind diese Räume, in denen auch ein kleines Auditorium für Schulungen und ein Cafe integriert sind, den Händlern vorbehalten.

Weiter geht es im Cube-Headquarter durch die Büros der Designer, des Vertriebs, der Marketing- und Personalabteilung bis hinauf zur Geschäftsführung. Auch die Zoll-Abteilung präsentiert sich. Diese ist notwendig, da Cube-Räder auch in etliche Staaten außerhalb der EU exportiert werden. Das Testlabor mit den Prüfständen sei ebenfalls am Wochenende in Betrieb, weiß Marie Korzen. Hier werden unter anderem Carbon-Fahrradrahmen Belastungstests unterzogen.

Cube beschäftigt in Waldershof etwas mehr als 500 Mitarbeiter. Der Standort ist für das Unternehmen gesetzt. „Hier hat Marcus Pürner einst den Betrieb aufgebaut, und natürlich hängt er an der Region.“ Wie übrigens sicher die meisten Beschäftigten. Sogar die aus Bonn stammende Marie Korzen, seit vergangenem Jahr im Marketing beschäftigt, bezeichnet sich mittlerweile als Fichtelgebirglerin. „Mir fehlt hier nichts. Im Gegenteil, die Natur finde ich super. Ich brauche nur auf das Rad zu steigen und in wenigen Minuten bin ich mitten in einer herrlichen Landschaft.“

Montagestraßen auf zwei Stockwerken

Einige Hundert Meter weiter, an der Marktredwitzer Straße öffnet Cube fünf der neun Hallen im 36.000 Quadratmeter großen Logistikzentrum für die Besucher. In den stadtbildprägenden anthrazitfarbenen Gebäuden sind folgende Abteilungen untergebracht: In den Hallen eins und zwei befindet sich das Lager aller Fahrradteile, in Halle drei ist die Kommission. Hier werden alle Teile für die Montage zusammengestellt. Das Cube-Herz schlägt in Halle vier. Über zwei Stockwerke reichen die Montagestraßen, unter anderem Extra-Linien für E-Bikes oder klassische Räder. Täglich produzieren hier die Mitarbeiter 2500 Fahrräder. In der Anfang September zu Ende gehenden Saison wird Cube in einem Jahr mehr als 600.000 Bikes verkauft haben. Dies ist der bisherige Rekordwert. Im Anschluss an die Montage ist das Lager für die fertigen Räder (Hallen fünf bis sieben). Für Bekleidung und Zubehör sind schließlich die Hallen acht und neun vorgesehen. Derzeit baut das Unternehmen unweit davon auf dem ehemaligen Haviland-Gelände eine weitere Halle, die ausschließlich für die Fertigrad-Lagerung vorgesehen ist.

Kein Brimborium vorgesehen

Etwas aufgeregt sind die Cube-Mitarbeiter, wenn sie an das Wochenende denken. Schon die vergangenen Tage waren noch einmal Maler und andere Handwerker in den Gebäuden, damit auch wirklich alles glänzt, wenn die Besuchermassen kommen. Typisch Cube ist es, dass die Unternehmensspitze trotz aller Vorbereitungen kein Brimborium vorgesehen hat. „Offizielle Ansprachen wird es nicht geben“, sagt Marie Korzen. Für die „Händler-Tage“ im Juli wurde der Show-Room - die Präsentations-Oase für die gesamte Cube-Produktpalette auf 3000 Quadratmetern - unter der Federführung von Dagmar Hahlweg wiederum neu gestaltet. Den Besuchern standen abgegrenzte Gesprächs-Ecken, Ruhebereiche, eine Kantine und eine Frei-Terrasse zur Verfügung. Für die notwendigen Informationen über die Neuerungen im Programm standen immer Gesprächspartner zur Verfügung. Insgesamt kamen 826 Fachhändler aus dem In- und Ausland, um die neuen Produkte in Augenschein zu nehmen und zu testen. Während dieser Zeit buchte das Unternehmen in der Region etwa 2000 Übernachtungen. Die Rundumbetreuung wird bei den Händler-Tagen groß geschrieben. Hierzu gehört auch die Verpflegung der Gäste durch die firmeneigene Küche. Hier wurden vor allem Speisen aus der Region angeboten. Für den Service sorgten in dieser Zeit 35 Ferienarbeiter.

Info:

Die Tage der offenen Tür am Samstag und Sonntag (jeweils von 10 bis 18 Uhr) locken voraussichtlich Gäste aus der gesamten Region an. Parkmöglichkeiten gibt es bei Edeka Lang in der Marktredwitzer Straße (nur Sonntag), am Schmelzer-Parkplatz in der Dr.-Zimmer-Straße, am Scherdel-Parkplatz (Ludwig-Hüttner-Straße), in der Wiesauer Straße, bei Stahlgruber (Klatze 1), am Auenparkparkplatz in Marktredwitz und bei Cube in der Ludwig-Hüttner-Straße sowie am Logistikzentrum in der Marktredwitzer Straße. (fph)

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