29.03.2020 - 12:14 Uhr
WaldershofOberpfalz

Fichtelgebirgsverein setzt in Coronazeiten Zeichen

Der Fichtelgebirgsverein (FGV) demonstriert Zusammenhalt: Er verzichtet bis zum Ende der behördlichen Auflagen hinsichtlich der Gastronomieöffnungen auf die Pacht der Wirte in seinen Häusern.

Auch das Kösseinehaus ist geschlossen. Wirtin Regina Rothenberger freut sich: "Der FGV unterstützt uns schon immer, wo es nur geht."
von Externer BeitragProfil

"Markierung und Zeichen setzen" - dafür ist der Fichtelgebirgsverein laut Pressemitteilung bestens bekannt. Doch diesmal geht es beim FGV nicht um Weg-Zeichen oder Markierungen, sondern um viel mehr: "Der Fichtelgebirgsverein möchte ein Zeichen der Solidarität mit seinen Wirten setzen", erläutert Hauptvorsitzende Monika Saalfrank.

Sehr lange Verbundenheit

Aufgrund der behördlichen Auflagen dürfen die vier Häuser (Kösseinehaus, Seehaus, Gaststätte Asenturm am Ochsenkopf und das Waldsteinhaus), die als Speiselokale gelten, für die Gäste, die Wanderer und Mountainbiker nicht mehr geöffnet haben. "Um hier unsere Wirte, die ja zum Teil schon sehr lange mit uns in Verbundenheit stehen, zu unterstützen, verzichtet der Hauptverein bis zum Ende der behördlichen Auflagen hinsichtlich der Gastronomieöffnungen auf die Pacht der Wirte", so Hauptkassier Harry Panzer.

Er habe den frisch gespitzten Bleistift gezückt, gerechnet und ganz klar gesagt: "Wenn wir wegen der Corona-Krise unsere Pächter verlieren, weil die den Mut und alle Rücklagen verlieren, bis hin zu einer eventuellen Insolvenz, dann kostet uns das letztendlich im Fall einer neuen Pächtersuche mehr, als wenn wir jetzt eine Zeitlang auf unsere Einnahmen verzichten."

Gutes Verhältnis

Die Seehauswirte, Monika Steiner und Berthold Hübner, zeigten sich sehr erfreut: "Als Wirte eines FGV-Hauses bedanken wir uns beim Verpächter, dass er in dieser schwierigen Zeit seine Pächter nicht im Stich lässt und bis auf weiteres die anstehende Pacht nicht einfordert. Es ist gut, dass in dieser schweren Zeit des Wirtshausüberlebens an uns gedacht wird."

Entgegen der noch immer herrschenden Meinung, der FGV kneble seine Pächter oder verlange Unsummen an Pacht, herrsche laut der Mitteilung zwischen dem Verein und den Pächtern ein gutes Verhältnis. Wirt Martin Reichenberger von der Asenturmgaststätte am Ochsenkopf sagt dazu: "Ich bin jetzt seit 25 Jahren Wirt auf dem Haus und finde es ganz klasse, was der FGV da für uns Wirte macht. Uns bricht so viel weg, das Frühjahrs- und Ostergeschäft, bis eventuell hin zum Feiertagsgeschäft im Mai. Das Entgegenkommen des FGV ist schon eine immense Erleichterung für uns."

Selbstverständlich habe diese Entscheidung Auswirkungen auf die Einnahmen des Vereins, aber keiner könne etwas für die Coronakrise. Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung sei in allen Bereich groß. Der FGV leiste hier seinen Beitrag, der letztendlich auch wieder der Bevölkerung zu Gute komme, indem die Traditionswirtshäuser auf den Gipfeln möglichst weiter besetzt bleiben.

Auch die Kösseinehauswirtin Regina Rothenberger ist ebenfalls sehr angetan: "Das ist eine tolle Sache und ein großes Entgegenkommen des FGV. Der Verein unterstützt uns schon immer, wo es nur geht. Schön wäre es, wenn dieses große Zeichen des Fichtelgebirgsvereins für die Region Nachahmer findet und auch die Bevölkerung die Bemühungen des FGV für seine Wirte anerkennt und den FGV weiterhin durch Mitgliedschaften unterstützt."

Das Kösseinehaus muss in der Coronakrise geschlossen bleiben.
Das geschlossene Seehaus.
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