15.06.2021 - 11:45 Uhr
WaldershofOberpfalz

Gartenbauverein Waldershof: Hilfe für den „fliegenden Edelstein“

Der Obst- und Gartenbauverein Waldershof unterstützt mit 500 Fenchelpflanzen das Leben eines prächtigen Ritterfalters. In der Jobst-vom-Brandt-Schule werden etwa 100 Pflanzen auf dem Schulgelände gepflanzt.

Im Lehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins am Waldershofer Stadtpark konnten sich Interessierte Fenchelpflanzen abholen.
von Oswald ZintlProfil

Natur- und Artenschutz sind Bereiche, in denen sich der Obst- und Gartenbauverein sehr stark engagiert. Nachdem vor wenigen Wochen zahlreiche Nistkästen für Fledermäuse ausgebracht wurden, darunter auch im Stadtpark, haben sich die Verantwortlichen des Vereins die Unterstützung des Schwalbenschwanzes auf die Fahne geschrieben. Und so verteilten die Helfer etwa 400 Fenchelpflanzen – eine beliebte Nahrung des „Papillon machaon“, so die wissenschaftliche Bezeichnung des Schwalbenschwanzes – an die Besucher im Lehrgarten des Vereins am Stadtpark. Zusätzlich zu den Pflanzen erhielten die Gäste wichtiges Informationsmaterial über die Nahrung des Schmetterlings, der sich auf Doldengewächse wie Fenchel, Gartenmöhre, Wilde Möhre, Dill und die Pastinake spezialisiert hat.

Im Segelflug

„Er sieht schon majestätisch aus, wie er so durch den Garten segelt. Der Schwalbenschwanz ist einer der größten Tagfalter Deutschlands. An seinen Hinterflügeln trägt er zwei schwarze Verlängerungen, die an die langen Schwanzfedern der Rauchschwalben erinnern. Wenn er auf Partnersuche ist, fliegt er immer wieder im Segelflug an Erhebungen im Gelände herab. Die Eier legt das Weibchen auch in unseren Gärten ab, vorausgesetzt, es findet die richtigen Pflanzen“, berichtet die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, Doris Deubzer.

Der Tagfalter braucht verschiedene Pflanzen, um sich im Garten wohl zu fühlen. Die Eier werden ausschließlich an Doldenblütler gelegt, wie Fenchel, Dill oder Möhren, war zu erfahren. Warum diese Pflanzen die schönen Raupen nicht zu fürchten brauchen? Der Nachwuchs des Schwalbenschwanzes frisst sehr langsam und schädigt die Pflanze nicht so, dass sie darunter leidet. 

Nektar von Wildpflanzen

Der Schwalbenschwanz ist mit einer Flügelspannweite von 50 bis 75 Millimetern einer der größten Tagfalter Deutschlands. Seine Flügel sind cremefarben und schwarz gemustert. Am unteren Rand seiner Hinterflügel läuft ein blaues Band mit roten Augenflecken. Charakteristisch sind die zwei schwarzen Verlängerungen an den Hinterflügeln, die dem Schmetterling seinen deutschen Namen geben. Die zweite Generation der Falter, die im Sommer schlüpft, ist farbkräftiger als der Falter der ersten Generation, der im Frühjahr zu sehen ist. Der erwachsene Schwalbenschwanz ernährt sich vom Nektar verschiedener Wildpflanzen, wie Löwenzahn, Knautie, Gundermann, Rotklee und Natternkopf. Der Schwalbenschwanz liebt Wiesen und offenes Gelände.

"Der Schwalbenschwanz mag es wild", erklärt Doris Deubzer: „Säen Sie in den Gärten die Samenmischung 'Bunte Schwärmerei' aus. In der Mischung sind viele Nahrungspflanzen enthalten, die dem Schmetterling schmecken.“

Zur Vereinsarbeit merkt die Vorsitzende an, dass ab September die Arbeit der "Wurzelrocker" – hier werden Kinder und Jugendliche spielerisch mit Naturthemen vertraut gemacht – wieder Fahrt aufnehmen kann.

Mit der Aktion Bachbeschilderung sollen die Fließgewässer in Waldershof wieder mehr Beachtung finden

Waldershof
Die Jobst-vom-Brandt-Schule schließt sich der Aktion Schwalbenschwanz an. Die Schüler pflanzen 100 Fenchelpflanzen auf dem weitläufigen Schulgelände. Im Bild von links Doris Deubzer vom Obst- und Gartenbauverein, Bianca Binder von der Lunchy-Betreuung und Rektorin Petra Andritzky mit einer Abordnung der Kinder.

„Er sieht schon majestätisch aus, wie er so durch den Garten segelt."

Doris Deubzer, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins

 

 

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