05.08.2019 - 14:43 Uhr
WaldershofOberpfalz

Gewerbegebiet nimmt Form an

Die Rekultivierung der Rosenthal-Brache kostet eine weitere halbe Million Euro. Außerdem muss die Stadt Erdreich teuer entsorgen lassen

Ein Hingucker: Auf der ehemaligen Deponie auf dem Rosenthal-Areal entstehen Parkplätze.
von Autor FPHProfil

Die Rekultivierung und Erschließung des ehemaligen Rosenthal-Geländes in Waldershof geht voran. Die Blicke auf sich ziehen derzeit die wie bei Pyramiden geneigten Steilwände auf der ehemaligen Deponie, wo Parkplätze entstehen werden. Das Projekt kostet die Stadt aber weiterhin viel Geld. So hat die Firma TS Bau GmbH aus Jena den Zuschlag für ein entsprechendes Nachtragsangebot über 530.267 Euro bekommen. Der Bau einer Linksabbiegespur zum künftigen Gewerbegebiet ist mit 240.000 Euro veranschlagt. Teuer wird zudem die Entsorgung von überschüssigem Oberboden.

Vor allem letzterer Punkt, die Entsorgung von 15.000 Kubikmeter Ober- oder Mutterboden auf dem Rosenthal-Areal stieß einigen Räten in der jüngsten Stadtratssitzung sauer auf. Die Firma Rupp Bodenschutz hatte der Stadt mitgeteilt, dass die Entsorgung des Oberbodens 240.000 Euro kosten werde. Begründet wurde dies mit der geänderten Deponieplanung. Wegen des Steilwandsystems würden große Bereiche an Einbauflächen für den Oberboden in den ursprünglich geplanten Böschungen wegfallen. „Bei dieser Superplanung bin ich mir sicher, dass wir für die Umgehung wieder Dreck herfahren müssen“, ärgerte sich Jürgen Ranft (SPD). Auch Bürgermeisterin Friederike Sonnemann empfand die Sache als etwas „paradox“.

Mit 95.000 Euro schlägt zudem die Entsorgung von teerhaltigem Erdaushub aus dem Deponiebau zu Buche. Rund 150 Tonnen teerhaltiges Erdreich sind wegzubringen, wie die Firma Rupp Bodenschutz der Stadt mitgeteilt hat. Der Stadtrat hat dies zur Kenntnis genommen und die Verwaltung ermächtigt, die Vergabe für die Entsorgung zu übernehmen.

Eine kleine Irritation hat es beim Zuschlag des Nachtragsangebots an die Firma TS Bau GmbH aus Jena gegeben. Im nichtöffentlichen Teil der Juni-Sitzung hatte der Stadtrat für Deponiekultivierung und Erschließung der ehemaligen Rosenthal-Brache den Auftrag mit einer Bruttoauftragssumme in Höhe von 388.481 Euro vergeben. Wie jetzt bekannt wurde, hatte man während der Sitzung die Höhe des ursprünglichen Beschlussvorschlags geändert, da ein Rechenfehler vermutet wurde. Das hat sich laut Verwaltung jedoch nicht bewahrheitet. Der Beschluss hätte in voller Höhe des Auftragswerts und damit über einen Betrag von 530.267 Euro gefasst werden müssen. Um keine Zeit zu verlieren, legte Bürgermeisterin Friederike Sonnemann den Differenzbetrag in Höhe von 141.785 Euro per Eilentscheid nach. Auch dies nahm das Gremium in der jüngsten Sitzung zur Kenntnis.

Auch wenn die Rekultivierung und Erschließung des Rosenthal-Areals in Waldershof zum Gewerbegebiet teuer wird: In den Haushaltsreden während der jüngsten Sitzung wurde deutlich, dass die Fraktionen nach wie vor zu dem für Waldershof wichtigen Projekt stehen, das mittlerweile mit einem zweistelligen Millionenbetrag zu Buche stehen dürfte. Es werde der Stadt über Jahrzehnte hinweg Gewinn bringen, sagte etwa Mario Rabenbauer, Sprecher der Fraktion von CSU und Wählerbund. „Wir müssen unsere heimischen Firmen und unsere Arbeitsplätze in Waldershof halten. Die Zukunft wird es uns danken“, sagte SPD-Sprecher Gerhard Greger. Und Michaela Härtl (Freie Wähler) sprach von einem „finanziellen Kraftakt“, der die Zukunft für Waldershof sichern werde.

Im Blickpunkt:

Waldershof bekommt E-Bike-Ladestation

Erneut hat Bürgermeisterin Friederike Sonnemann dafür geworben, in Waldershof eine Ladesäule für E-Autos einzurichten. Außerdem wäre eine Ladestation für E-Bikes beim Stadtpark eine sinnvolle Einrichtung, sagte sie in der jüngsten Stadtratssitzung. „Wir können ein Zeichen setzen in puncto Fahrradtourismus.“ Mit einer Ladestation für Fahrräder könne er sich anfreunden, sagte Stadtrat Winfried Neubauer (FW), eine Ladesäule für E-Autos lehne er jedoch ab. Zum einen sei dies keine kommunale Aufgabe und zum anderen ist seiner Ansicht nach die E-Mobilität bei Autos nicht das Maß aller Dinge. Dem schloss sich auch Mario Rabenbauer für CSU und Wählerbund an. Am Ende stimmten nur Bürgermeisterin Friederike Sonnemann und Michaela Härtl (FW) für die Auto-Ladesäule. Das Votum für die etwa 7000 Euro teure E-Bike-Ladestation war einstimmig. (fph)

Hintergrund:

Räte begrüßen Pläne für Tages-Café

Ein Tages-Café möchte Christa Neudert im Waldershofer Ortsteil Harlachhammer eröffnen. Dazu wäre ein Anbau an ihr Anwesen Harlachmühle 2 notwendig. Eine entsprechende Bauvoranfrage kam in der jüngsten Stadtratssitzung kurzfristig auf die Tagesordnung. Und die Stadträte waren von den Plänen spontan begeistert. „Wir finden das Klasse“, sagte etwa Gisela Kastner von den Freien Wählern. Das wäre ein tolles Angebot für den Tourismus. Gerhard Greger (SPD) war auch sofort Feuer und Flamme und freute sich jetzt schon auf die „goudn Köichla“, für die Christa Neudert bekannt ist.

Wie Neudert auf Nachfrage mitteilt, plane sie eine Größe von 35 bis 40 Sitzplätzen. Das Café wäre nur tagsüber und auch nur tageweise geöffnet. Aus Sicht des Waldershofer Stadtrats steht dem Vorhaben nichts entgegen – jetzt fehlt noch die Genehmigung durch das Landratsamt Tirschenreuth. Dann könnte möglicherweise im nächsten Jahr der Anbau in Angriff genommen werden. „Heuer wird es nichts mehr“, sagt Christa Neudert. Da das Marktredwitzer Haus derzeit geschlossen hat, wäre ein Gastronomiebetrieb am Fuße des Steinwalds nicht nur für Touristen, sondern auch für einheimische Wanderer und Biker willkommen, war die Meinung im Gremium. (fph)

Auf der ehemaligen Deponie auf dem Rosenthal-Areal entstehen Parkplätze.
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