07.11.2019 - 09:50 Uhr
WaldershofOberpfalz

Große Ambitionen mit kleinem Ball

Vier Vereine aus der Region zeigen eine starke Eigeninitiative: Sie bieten seit Oktober ein Stützpunkttraining für talentierte Tischtennis-Nachwuchsspieler an.

von Konrad RosnerProfil

Die Initiative hat Vorbildcharakter und ist im Bezirk wohl einzigartig: Manfred Jost, neuer Tischtennis-Spartenleiter des TSV Waldershof, und Werner Riedl vom SV Neusorg haben seit Oktober einen Stützpunkt für motivierte und leistungsbereite Kinder und Jugendliche in Waldershof geschaffen. Riedl, der im Tischtennis-Bezirk als Bezirksreferent für den Vereinsservice tätig ist, hatte dazu alle Vereine in der Region, die aktive Nachwuchsarbeit betreiben, angeschrieben. Die Resonanz war nicht gerade überwältigend, aber immerhin vier Klubs sagten zu. Das sind neben dem TSV Waldershof und dem SV Neusorg noch der TB Jahn Wiesau und der TSV Erbendorf.

Wöchentliches Training

Am 12. Oktober fand das erste Stützpunkt-Training statt, am 2. November das zweite. Weitere Trainingseinheiten sind am 23. und 30. November sowie am 14. Dezember schon jetzt fest terminiert. Ziel für die weitere Zukunft, so beide übereinstimmend, ist ein wöchentliches Training. Die Sparte Tischtennis im TSV Waldershof kümmert sich um das Organisatorische.

Bei den bisherigen Übungsstunden bot sich ein imposantes Bild: In der neuen Schulturnhalle in Waldershof sind zwölf Tischtennis-Tische aufgebaut, an der sich 20 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 18 Jahre mit dem weißen Plastikball um sportliche Fortschritte bemühen. Hauptverantwortlicher Trainer am Stützpunkt ist der 50-jährige Jörg Müller, Landestrainer aus Zeulenroda (Thüringen), der dazu eigens nach Waldershof kommt.

Fordern und verbessern

Müller, der die A-Lizenz besitzt, versteht es, den Nachwuchs zu fordern und zu verbessern. Beim Training beobachtet er jeden Nachwuchs-Akteur ganz genau. Missfällt ihm etwas, unterbricht er und zeigt den Mädchen und Jungen, wie es besser geht. Egal ob Vorhand, Rückhand, Spin oder Blockball, er findet immer etwas, das verbesserungswürdig ist.

Die Kinder sind mit Feuereifer dabei, so wie etwa die zwölfjährige Saskia Sacher aus Neusorg. „Mir bereitet das Training sehr viel Spaß, ich freu mich sogar immer wieder darauf“, sagt das Nachwuchstalent. Und das Training zahlt sich aus, wie beispielsweise bei Hannes Andritzky (TSV Waldershof), der in seiner Altersklasse Oberpfalzmeister geworden ist. Natürlich werden noch viele weitere vielversprechende Spieler am Stützpunkt gefördert. Unterstützt wird Landestrainer Müller von heimischen Übungsleitern, wie etwa dem Waldershofer Roman Vavrinek, seinem Vereinskollegen Oliver Sobotta und vielen anderen mehr. Training mit dem Tischtennis-Roboter oder dem „Balleimer“ gehört ebenso mit dazu. Sogar Videos werden gefertigt, um nach dem Training die Fehler nochmals genau analysieren zu können.

Unterstützung des Bezirks

Eigentlich habe man einen offiziellen Tischtennis-Stützpunkt des Bayerischen Tischtennis-Verbandes (BTTV) aufbauen wollen, berichtet Werner Riedl. Der BTTV habe sich jedoch wenig kooperationsbereit gezeigt, auch was das Finanzielle anbelangt. Riedl betont aber, dass der Tischtennis-Bezirk Oberpfalz voll hinter dieser Eigeninitiative steht. Sowohl Riedl als auch Manfred Jost unterstreichen, dass im Stützpunkttraining nur leistungsbereite Jungs und Mädels willkommen sind. Kinder, die das Tischtennisspielen erlernen wollen, müssten dies in ihren jeweiligen Heimatvereinen tun. Die ambitionierten Übungsstunden werden zudem kostenneutral angeboten, sprich die Eltern der Kinder beteiligen sich an den Kosten.

Informationen

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