04.09.2019 - 13:48 Uhr
WaldershofOberpfalz

Kraxeln am "Matterhorn"

Der Waldershofer Stadtpark wächst in die Josefsstadt hinein. Sportler haben hier bald noch mehr Spaß.

Seit mehreren Tagen arbeiten die Handwerker am Fundament für den neuen Kletterfelsen „Matterhorn“, der dreieinhalb Meter hoch sein wird.
von Autor FPHProfil

Da geht noch was. Das haben sich die Planer des "neuen" Waldershofer Stadtparks gedacht. Auch die Stadträte haben sich dafür ausgesprochen, dass der Park größer werden muss. Angesichts der Besuchermassen, die an schönen Tagen die Anlage genießen, im Biergarten sitzen oder an den Turnstangen ihre Muskeln stählen, ist der Schritt nur logisch: Der Stadtpark wächst über die Walbenreuther Straße in die Josefsstadt hinein. Handwerker haben in den vergangenen Tagen auf einer Brache eine plane Fläche geschaffen und an der südlichen Seite ein Fundament ausgehoben.

Hier entsteht das Waldershofer "Matterhorn". So heißt der 3,5 Meter hohe Kletterfelsen, der die neue Attraktion des Parks werden soll. "Das Fundament ist für den schweren Stein notwendig. Als Fallschutz dient im Umfeld eine dicke Schicht Kies", sagt auf Nachfrage der Geschäftsleiter der Stadtverwaltung, Christoph Haberkorn.

Bevor der Park überhaupt wachsen konnte, musste das alte Haus abgebrochen werden, das an der Stelle stand. Dies kostete 78 000 Euro. Für die Gestaltung der Anlage kommen nun noch einmal 138 000 Euro hinzu. "Noch nicht inbegriffen sind die Nebenkosten für die Pflanzarbeiten." Auch die neue Fläche soll nicht nur den Menschen zum Kraxeln, Ratschen oder Entspannen dienen, sondern auch der Natur. "Deshalb haben wir hier eine weitere Blühfläche vorgesehen."

Blühende Kette

In den vergangenen Monaten hat die Stadt überall rings um den bisherigen Stadtpark kleinere blühende Wiesenabschnitte anlegen lassen. Wenn sich diese in den kommenden Jahren richtig entwickelt haben, wird eine regelrechte blühende Kette entstehen.

Zurück zum Josefsstadt-Park oder zur "Stadtparkerweiterung-Ost", wie das Gelände in der Verwaltungssprache genannt wird. Außer dem "Matterhorn"-Kletterfelsen bekommen die Sportler noch eine Allwetter-Tischtennisplatte. "Auch acht weitere Stellplätze wird es an der Josefsstadt geben", sagt Haberkorn. Diese sind bitter notwendig, reichen doch die neu geschaffenen entlang der Walbenreuther Straße an manchen Tagen bei Weitem nicht aus.

Ein Problem auf der viel befahrenen Straße, das auch im Stadtrat diskutiert wurde, ist die Sicherheit. Vor allem für Kinder gibt es auf beiden Seiten der Straße künftig Attraktionen, so dass es zu gefährlichen Situationen kommen kann. "Wir haben daher schon vor einigen Wochen vier Kinderfiguren aufgestellt, die die Autofahrer warnen", informiert Haberkorn. Dies sei die aktuelle Lösung, weitere Maßnahmen seien derzeit nicht vorgesehen.

2600 Quadratmeter

Der Waldershofer Stadtpark wird um knapp 2600 Quadratmeter wachsen. "Die Fläche ist 52 mal 50 Meter groß." Bis Ende des Jahres sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein, so dass die Kletterkünstler im Winter loslegen können.

Zur Kösseine hin lässt die Stadt Bäume und Sträucher pflanzen. Vorgesehen seien Himbeeren, Johannisbeeren, Traubeneiche, Walnuss- und Apfelbäume, Kirsch-, Birnen- und Zwetschgenbäume. Von der essbaren Einfassung zum Bach könne natürlich jeder nach Herzenslust naschen.

Zum Sport- und Naturbereich wird sich auch ein High-Tech-Objekt gesellen: die Smart-Bench. "Ja, wir wollen sie im neuen Stadtparkbereich aufstellen", sagt Haberkorn. Neben den Biergarten, wo sie bisher stand, kommt die E-Bike-Ladestation, für die die Stadträte jüngst gestimmt haben, nachdem sie im Haushalt noch ein paar frei verfügbare Euro fanden.

Viele Bürger waren skeptisch und stellten den Sinn oder Unsinn der Smart-Bench infrage, die nach wie vor die einzige in der Region ist. Diese ist die "eierlegende Wollmilchsau" unter den öffentlichen Ruhebänken. Sie ist nicht nur ein bequemer Sitzplatz, sondern verfügt über einen USB-Anschluss, so dass jeder, der will, hier sein Smartphone aufladen kann. Und dies nutzen die Waldershofer und sicherlich viele Auswärtige weidlich. Das hat Geschäftsleiter Haberkorn statistisch ermittelt: "Seit die Bank am 24. Oktober 2018 aufgestellt worden ist, haben wir 620 Ladevorgänge, sowohl wireless als auch über USB registriert."

Entspannen und laden

Haberkorn ist übrigens selbst einer der großen Liebhaber der Smart-Bench. Vor allem im Winter verbringt er - wie andere Mitarbeiter der Verwaltung auch - gerne mal hier die Mittagspause. "Sie hat ja eine warme Sitzfläche. Wenn man richtig angezogen ist, lässt es sich hier gut aushalten. Man hat einen schönen Blick, kann sich entspannen und nebenbei noch sein Handy laden."

Längst sei eine digitale Infrastruktur auch für einen Stadtpark Pflicht. Daran haben die Waldershofer Stadträte gedacht und einen W-LAN-Hotspot eingerichtet. "Wir haben jüngst erst die Datenrate von fünf auf zehn Gigabit aufstocken müssen, so sehr wird der W-LAN-Hotspot genutzt", berichtet Haberkorn. Der Zahlenfreund aus der Verwaltung hat ermittelt, dass innerhalb von knapp zwei Jahren die Stadtparkbesucher insgesamt 1733 Stunden im W-LAN waren.

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