18.12.2020 - 15:49 Uhr
WaldershofOberpfalz

Meilensteine in einem harten Jahr

Trotz Corona und großer Einschränkungen: In Waldershof hat sich vieles getan. Bürgermeisterin Margit Bayer blickt auf einen schweren Start in ihre Amtszeit zurück – und voraus in die Zukunft.

Bürgermeisterin Margit Bayer: „Dass es in naher Zukunft zur Bedarfsdeckung einen Neubau eines Kinderhauses in Waldershof geben muss, dürfte klar sein.“
von Autor FPHProfil

Eine Weihnachtsansprache unter außergewöhnlichen Vorzeichen hat Waldershofs Bürgermeisterin Margit Bayer am Donnerstagabend in der Abschlusssitzung des Stadtrats gehalten. In der kalten Schulturnhalle blickte sie auf ein Jahr zurück, „das uns allen in Erinnerung bleiben wird“. Im Mai, mitten in der Krise, hat die neugewählte Bürgermeisterin das Rathaus übernommen – coronabedingt ohne echte Übergabe, Gespräche oder Einweisungen durch die Vorgängerin. Dank der hervorragenden Unterstützung in der Stadtverwaltung und einer konstruktiven Arbeit im Stadtrat konnte aber trotzdem so einiges auf den Weg und zum Abschluss gebracht werden, betonte sie.

Ein Meilenstein war im September der Spatenstich zur Ortsumgehung von Waldershof – ein 32-Millionen-Euro-Projekt, auf das die Waldershofer 40 Jahre lang warten mussten. Und es soll zügig vorangehen, sagte Bayer: „Das staatliche Straßenbauamt hat dem Rathaus bereits detaillierte Zeitplanungen für die Folgejahre zukommen lassen. Mit einem raschen Baufortschritt und der möglichst zeitnahen Entlastung unserer Innenstadt vom Durchgangsverkehr darf also durchaus gerechnet werden.“

„Hier ist die Stadt Waldershof Beispiel für viele Kommunen, die Renaturierungsprojekte von Industriebrachen noch vor sich haben.“

Bürgermeisterin Margit Bayer

Als weiteren Meilenstein nannte die Bürgermeisterin den Abschluss der Arbeiten an der Deponie der Rosenthal-Brache – eine Maßnahme, die sich in die Länge zog und am Ende rund sechs Millionen Euro kostete. „Hier ist die Stadt Waldershof Beispiel für viele Kommunen, die Renaturierungsprojekte von Industriebrachen noch vor sich haben.“

Gelungen sei zudem, eine weitere Kindergartengruppe im Kinderhaus Sankt Sebastian zu schaffen; inzwischen steht auch das Container-Provisorium für zusätzliche Krippenplätze. Wie berichtet, hat es Platz gefunden auf der Fläche, wo heuer das alte Schwesternwohnheim abgerissen wurde. In Sachen Kinderbetreuung gibt es aber noch einiges zu tun: „Dass es in naher Zukunft zur Bedarfsdeckung einen Neubau eines Kinderhauses in Waldershof geben muss, dürfte klar sein“, sagte Bayer. Und: „Dass der Standort des neuen Gebäudes auf dem die Schule umgebenden Gelände verortet werden muss, ist absehbar.“

Sanierungsplanung beginnt

Unter dem Themenschwerpunkt „Zukunft der Kinderbetreuung und Schule in Waldershof“ habe es einen Workshop mit den Stadtratsmitgliedern gegeben. Dabei stellte das Architekturbüro Hilgarth einen ersten Vorentwurf für die sinnvolle Strukturierung und Gestaltung des Umfeldes der Jobst-vom-Brandt-Schule vor. Bayer: „Bereits im kommenden Jahr wird in die konkrete Sanierungsplanung und Abstimmung mit der Förderbehörde intensiv eingestiegen, so dass im Jahr 2022 definitiv mit der Sanierung der Schule begonnen werden kann.“

Auch im Kindergarten Piccolino werde es in den kommenden Jahren zu Gebäude-Veränderungen kommen müssen, sagte die Rathauschefin. „Auch der erhebliche Verwaltungsaufwand, der für eine kleine Stadtverwaltung wie die unsrige mit der Trägerschaft von drei Kindergärten einhergeht, wurde thematisiert, und es wurden gemeinsame Lösungsansätze erarbeitet.“

Herzliches Dankeschön

Bayer dankte dem „hervorragend arbeitenden Personal“ in den drei Kindergärten, Schulleiterin Petra Andritzky und den Eltern. Ein Dank ging unter anderem auch an die Verwaltung, die Feuerwehren und „letztlich an die Bürger von Waldershof, die sich seit vielen Monaten vorbildlich, geduldig und achtsam an sich ständig wandelnde Hygienevorgaben halten, die nach Kräften unsere leidenden Gaststätten unterstützen und bei unseren gebeutelten Einzelhändlern fleißig einkaufen“.

Auch die Fraktionssprecher wiesen in ihren Ansprachen auf die Besonderheiten im Corona-Jahr hin – ein „Jahr voller Veränderungen und Einschnitte zuvor nie gekannten Ausmaßes“, wie es Maximilian Kastner (CSU/Wählerbund) formulierte. Er lobte die gute und vertrauensvolle Arbeit im Stadtrat, der sich seit der Kommunalwahl stark verjüngt habe. Auch Kastner sprach die Umgehung an, wobei er hofft, dass sie eher fertig wird als die JVA in Marktredwitz. Deshalb sei es nötig, im Lauf des nächsten Jahres ein Konzept zur Innenstadtentwicklung zu erarbeiten.

Winfried Neubauer (Freie Wähler) lenkte bei all den Corona-Einschränkungen den Blick auch auf positive Seiten der Krise: das Entdecken der Heimat, das Arbeiten im Homeoffice und die Würdigung von Pflegeberufen. Auch er lobte die Zusammenarbeit im Stadtrat. Dass diskutiert und auch einmal ein Streitgespräch geführt werde, gehöre in einer Demokratie dazu. Ähnlich äußerte sich Jürgen Ranft (SPD). Er blickte in die Zukunft: „Das Jahr 2021 wird uns vor neue und große Herausforderungen stellen. Wir müssen die Sanierung der Jobst-vom-Brandt-Schule fortführen, unsere Kindergärten und Krippen zukunftsfähig gestalten und den Anbau der Feuerwehr endlich beginnen und entsprechend umsetzen.“

Markt wird zur Großbaustelle

Für Autofahrer wird das Jahr 2021 in Waldershof nicht einfach: Wie Bürgermeisterin Margit Bayer in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend informierte, muss im kommenden Jahr im Markt die veraltete Wasserleitung erneuert werden.

Das bedeute, dass die Ortsdurchfahrt von Waldershof teilweise komplett gesperrt werden müsse. Der Verkehr werde großräumig um Waldershof herumgeleitet. „Wir haben leider keine andere Option“, sagte die Rathauschefin.

Eine innerörtliche Umleitung in den engen Straßen mache vor allem wegen des Schwerverkehrs, der durch die Stadt rollt, keinen großen Sinn. Die Sanierungsarbeiten in der Kösseinestadt würden sich voraussichtlich über rund sieben Monate erstrecken.

"Familienpass" kommt zurück

Einstimmig hat der Waldershofer Stadtrat am Donnerstag beschlossen, den „Familienpass“ wieder einzuführen. Dies hatte die Fraktion aus CSU und Wählerbund beantragt. Den Pass gab es bereits in den Jahren 2010 und 2011, danach ist das Projekt wieder eingeschlafen. Mit dem „Familienpass“, der Vergünstigungen durch Waldershofer Geschäfte, Gaststätten und Gewerbetreibende bietet, sollen junge Familien unterstützt werden. „Wir wollen damit die Familienfreundlichkeit der Stadt zum Ausdruck bringen“, sagte CSU-/WB-Sprecher Maximilian Kastner. Auch werde dadurch Kaufkraft in der Stadt gehalten. Erste Schritte und das genaue Konzept sollen die Referenten für Wirtschaft, Gewerbe und Handwerk sowie Kinder, Familie und Jugend zusammen mit der Interessensgemeinschaft der Waldershofer Geschäfte erarbeiten. Durch den „Familienpass“ dürfe man sich zwar keinen „Mordszuzug“ von jungen Familien versprechen, aber er sei ein Mosaikstein hierfür und eine gute Sache, sagte Winfried Neubauer (Freie Wähler). Eigentlich sollte man auch die größte Firma am Ort – den Fahrradhersteller Cube – mit ins Boot nehmen. Die habe aber leider kein Geschäft in der Stadt.

Auch Jürgen Ranft (SPD) sieht den „Familienpass“ als eine gute Sache an. Seinen Dank sprach er schon mal den „eigentlichen Leistungsträgern“ aus, nämlich den Geschäften in Waldershof. Junge Familien jedenfalls seien für jeden Euro dankbar, den sie einsparen können.

Zwar gab Gisela Kastner (FW) zu bedenken, dass derzeit Einzelhandel und Gaststätten extrem belastet seien und keinen Spielraum hätten, Vergünstigungen zu gewähren. Allerdings war die überwiegende Meinung im Gremium, dass das Projekt ohnehin erst einen gewissen Vorlauf brauche und wohl nicht vor dem Frühjahr an den Start gehe.

Einstimmig gebilligt

Nach einer Reihe von Veränderungen am Bebauungsplan für das Gebiet „Stadelweiher“ am Stadtpark ist nun ein positives Ende in Sicht: Wenn nichts dazwischen kommt, können die vier Parzellen ab dem Frühjahr bebaut werden, kündigte Bürgermeisterin Margit Bayer in der Stadtratssitzung an. Das Gremium billigte einstimmig den Entwurf der vierten Änderung des Plans. Eingearbeitet wurden der Kiosk im Stadtpark und der künftige Anbau am Feuerwehrgerätehaus. Es bestünden gute Chancen, in der Stadtratssitzung am 4. Februar die Satzung für den Bebauungsplan zum Abschluss zu bringen, so Bayer. Wie Geschäftsleiter Christoph Haberkorn informierte, sind die Parzellen seit rund zwei Jahren an Bauwillige vergeben. Deren Interesse an dem Gebiet bestehe immer noch.

Hier ein Bericht zur November-Sitzung des Waldershofer Stadtrats

Waldershof

 

 

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