29.11.2019 - 17:22 Uhr
WaldershofOberpfalz

Park-Pyramide und Kinderbetreuung

In der Bürgerversammlung steht die Revitalisierung der Rosenthal-Brache im Mittelpunkt. Bürgermeisterin Friederike Sonnemann zieht eine positive Bilanz.

73 Interessierte kamen zur Bürgerversammlung, um Informationen aus erster Hand zu erhalten.
von Oswald ZintlProfil

Die Bürgerversammlung als Podium für Fragen, Anregungen und Kritik zu nutzen, haben gerade einmal 73 von 4311 Einwohnern der Kösseinestadt am Donnerstagabend in der Aula der Jobst-vom-Brandt-Schule genutzt.

Den ersten Hauptpunkt bestritt Diplom-Ingenieur Norbert Waldhier vom Planungsbüro Coplan. Er ließ mit Bildern und vielen technischen Erklärungen die Arbeiten auf der Rosenthal-Brache Revue passieren. Dabei wurde deutlich, dass viele Kostensteigerungen darin begründet sind, dass zum einen das Unternehmen Cube eine größere Fläche benötigte (dieses Teilstück reichte in den ehemaligen Deponiebereich hinein) und zum anderen wesentlich mehr Weißschlamm abgelagert war als angenommen. Entgegen der angenommenen 4000 Tonnen wurden 8000 Tonnen Deponiematerial gefunden. Dadurch waren immer wieder neue statische Berechnungen notwendig, die Änderungen für die Park-Pyramide nach sich zogen.

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann machte dazu deutlich: "Wir wollten investieren, um die Brache neuen Bestimmungen zuzuführen. Dass es dabei Überraschungen gibt, hat jeder gewusst. Aber wir stemmen das." Zu den Kostensteigerungen merkte Sonnemann an, dass dafür in Einzelfällen auch Zuschüsse gewährt würden. Auf der Pyramide entstünden 360 Parkplätze.

Adolf Greger wollte zum Thema Rosenthal-Brache wissen, ob es denn zur Firma Coplan Alternativen gegeben habe. Sonnemann informierte, dass Vergleichsangebote vorlagen und die Firma Coplan den Zuschlag erhielt. Zum Bereich Weißschlamm machte Helmut Rubenbauer deutlich: "Das Porzellanunternehmen hat fast 100 Jahre produziert, da ist es doch nicht verwunderlich, dass die Deponie so stark befüllt war." SPD-Bürgermeisterkandidat Ulrik Katholing regte an, mit dem Verkäufer über die Mehrkosten zu verhandeln. Dazu Sonnemann: "Das Gelände wurde gekauft wie gesehen."

Einheitliche Gebühren

Der zweite Schwerpunkt des Abends gehörte der Kinderbetreuung. Dazu sagte Sonnemann: "Die Durststrecke liegt nun hinter uns. Es war nicht einfach, das Kinderhaus St. Sebastian mit über 100 Kindern und 17 Mitarbeitern in die städtische Struktur zu integrieren. Außerdem wollten wir einheitliche Gebühren."

Das Problem lösen sollte Berater Erwin Strama, der dazu Stellung bezog. "Eigentlich sollte mein Engagement nur einige Monate dauern, daraus sind nun fast zwei Jahre geworden", erklärte der Diplom-Sozialwirt.

Ziel seiner Arbeit sei die Neuorganisation der Kindergärten unter einem Dach mit einer ordentlichen Qualität in allen Bereichen. "Nur satt und sauber reicht nicht mehr", ergänzte Strama. So sollen die drei Kindergärten - das Kinderhaus St. Sebastian, der Kindergarten Piccolino und der Waldkindergarten Fuchsbau - ihre bisherige pädagogische Ausrichtung beibehalten, die von den Eltern sehr geschätzt werde.

Die Bürgermeisterin ging anschließend auf getätigte Investitionen ein und nannte als Beispiel die neue Sporthalle, den Stadtpark und die Ertüchtigung der Jobst-vom-Brandt-Schule im Bereich Barrierefreiheit und Brandschutz. Für beide Bereiche sind annähernd 500.000 Euro ausgegeben worden. Den jährlichen Unterhalt der Schule bezifferte Sonnemann mit 300.000 Euro.

Kritische Nachfrage

Stefan Müller hinterfragte die Summe und wollte wissen, was in dem Betrag alles enthalten ist, wenn der Preis des Aufzugs nur mit 50.000 Euro veranschlagt ist. Christoph Haberkorn von der Verwaltung warf ein, dass alleine die drei Feuerschutztüren mit 100.000 Euro zu Buche schlagen und die gleiche Summe für die notwendigen Maurerarbeiten angefallen sind. Die Differenz erklärte Haberkorn zum Teil mit Bauneben- und Planungskosten. Stefan Müller war mit diesen Angaben nicht zufrieden.

Zum Thema Fair-Trade-Kaffee merkte das Stadtoberhaupt an: Wenn alle Kommunen auf diese Produkte zugreifen würden, könnten 100.000 Kinder in den Lieferländern die Schule besuchen.

In Sachen Klimaschutz sagte Sonnemann, dass die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik fast komplett abgeschlossen sei, die Stadt bereits drei E-Autos in Betrieb habe und für Fahrräder eine Ladestation im Stadtpark geplant sei. Mit Blick auf das Ende ihrer Amtszeit meinte Sonnemann: "Das Rathaus-Team ist auf Zack. Ich werde das Amt sauber und mit gutem Personal übergeben."

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann: "Dass es Überraschungen gibt, hat jeder gewusst. Aber wir stemmen das."
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