16.02.2020 - 13:38 Uhr
WaldershofOberpfalz

Schule eine dringende Hausaufgabe

Margit Bayer und Michaela Härtl wollen Sanierung durchdacht und mit Gesamtplanung angehen – Unterschiede in den Positionen

Über 400 interessierte Bürger verfolgen am Samstagabend die Podiumsdiskussion.
von Harald Dietz Kontakt Profil

Wenn Margit Bayer und Michaela Härtl über vorrangige Vorhaben sprechen, decken sich ihre Ziele nicht selten. Aber es gibt auch Unterschiede - zum Beispiel beim Thema Schule.

"Es gibt hier Platz in der Jobst-vom-Brandt-Schule, aber auch jede Menge Probleme", schneidet Wolfgang Benkhardt bei der Podiumsdiskussion ein heißes Eisen an. Zwar sei ein behindertengerechter Aufzug gebaut und der Brandschutz in der Jobst-vom-Brandt-Schule verbessert worden. Aber häufig stünden Eimer in der Schule, die hereintropfendes Regenwasser auffangen müssten. Was tut die neue Bürgermeisterin ab Mai 2020?

Michaela Härtl (Freie Wähler) schickt voraus, dass sie seit zwölf Jahren Lehrerin an der Jobst-vom-Brandt-Schule ist und sich die Schule hervorragend entwickelt habe. Dabei nennt sie die Stichworte Inklusion und Ganztag. Sie habe sich dafür eingesetzt, dass die neue Sporthalle direkt an die Schule angebaut wurde. Wolfgang Benkhardt hakt ein und fokussiert auf die aktuellen Probleme, worauf Härtl berichtet, dass bei Regen während der Podiumsdiskussion wohl auch Eimer auf der neu gebauten behindertengerechten Rampe in der Aula stehen würden. Es regne schon seit 18 Jahren in die Schule rein. Auch die Toiletten seien ein Problem.

"Kinder sind das Wichtigste"

Zudem brauche man in der Aula eine Schalldämpfung. Die Küche ("frisch gekochtes Essen") reiche nicht aus. Wichtig sei eine Gesamtplanung, um zu entscheiden, was zuerst angepackt werden müsse. Die Sanierung der Schule genieße bei ihr oberste Priorität. "Denn Kinder sind das Wichtigste." Würde die Schule neu gebaut, hätte man wegen der Förderrichtlinien keine so großen Räume mehr.

Raumangebot erhalten

Für ein "durchdachtes Gesamtkonzept" plädiert auch Margit Bayer (CSU). Sie wundert sich: Da baut man die Schule behindertengerecht aus und lässt es weiter reinregnen. Schon 2016 sei beschlossen worden, dass es keinen Neubau gebe, sondern eine Sanierung. Die großen Räume müssten bleiben. Aber vielleicht seien bestimmte marode Bereiche der Schule nicht mehr zu erhalten. Bei allen Veränderungen lege sie Wert auf die Top-Zusammenarbeit mit Schulleitung und Elternbeirat. "Absolute Priorität" habe ein Kinderkrippen-Neubau. "Danach kommt gleich die Schule." Bayer verwies auf die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat und kritisierte, dass in den zurückliegenden sechs Jahren nichts gemacht worden sei.

Darauf reagiert Michaela Härtl sofort: "Wir haben im Stadtrat für die Sanierung gestimmt." Denn nach Rücksprache mit Schulleitung und Elternbeirat sei klar gewesen, dass niemand einen Neubau wolle. Denn der wäre zu klein ausgefallen, so Härtl. Natürlich sei es bedauerlich, dass die Sanierung so lange dauere.

Aber es stimme nicht, dass nichts gemacht worden sei. Sie verweist auf Bau von Turnhalle und Aufzug. Wolfgang Benkhardt merkt kritisch unter Beifall an: "Ich als Bauherr hätte erst mal das Dach dicht gemacht."

Hintergrund:

Kurz vor Schluss der Podiumsdiskussion kommt die Frage von Moderator Wolfgang Benkhardt, was die neue Bürgermeisterin von Waldershof am 4. Mai, dem ersten Arbeitstag, tut. Michaela Härtl will die Mitarbeiter begrüßen und auf eine Brotzeit einladen. Und natürlich gelte es, sich einen Überblick über offene Vorgänge und Projekte zu verschaffen. Margit Bayer nennt ein wertschätzendes Miteinander. Das von ihr angestrebte Wir-Gefühl solle im Rathaus starten und auf die ganze Stadt ausstrahlen.

CSU-Bürgermeisterkandidatin Margit Bayer spricht bei der Schlussfrage auch von Teambildung. Das hat der Elternbeirat der Jobst-vom-Brandt-Schule schon hinter sich. Glänzend vorbereitet sorgt dieses Team am Samstagabend mit Getränken dafür, dass keiner der Besucher während der Podiumsdiskussion dursten muss. Zudem haben sich der Elternbeirat und der Hausmeister der Schule um das Aufstellen von Tischen, Bänken und Stühlen gekümmert. (hd)

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