05.02.2021 - 14:39 Uhr
WaldershofOberpfalz

Stadtrat Waldershof: Grundsatzbeschluss "zum Wohl der Kinder"

Nach vielen Gesprächen und Diskussionen fiel nun der Grundsatzbeschluss im Stadtrat: Die Stadt Waldershof gibt die Trägerschaft ihrer Kindergärten ab. Das Votum war einstimmig.

Blick in die neue Kinderkrippe in den angemieteten Containern beim Kinderhaus Sankt Sebastian. Silke Weinhold (Bild) leitet das Kinderhaus.
von Harald Dietz Kontakt Profil

Die Stadt Waldershof betreibt als öffentlicher Träger drei Kindertageseinrichtungen - das Kinderhaus Sankt Sebastian in Waldershof, den Kindergarten Piccolino in Poppenreuth und den Waldkindergarten in Wolfersreuth. In den drei Einrichtungen werden nach Angaben der Stadtverwaltung insgesamt 151 Kinder von 25 Mitarbeiterinnen betreut. Die verschiedenen Standorte, die ungleiche Personalstruktur und die unterschiedlichen pädagogischen Konzeptionen erforderten eine strukturierte und qualifizierte Verwaltungsorganisation.

In der Beschlussvorlage zur Stadtratssitzung am Donnerstag verweist die Stadtverwaltung auf den hohen Verwaltungsaufwand, "der zur Erfüllung der Pflichtaufgaben der Stadt Waldershof notwendig ist". Daher bleibe zu wenig Zeit, "um die Verwaltung der Kindertageseinrichtungen vollumfänglich durchzuführen". Zu den Pflichtaufgaben der Stadt zählen unter anderem Großprojekte, wie die Erneuerung der Wasserleitung im Markt oder die Sanierung der Grundschule Waldershof.

"Trotz intensiver Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit dem Kreisjugendamt wird den Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen, der Eltern und der Kinder nicht optimal Rechnung getragen. Zuletzt wurde das auch durch die Corona-Pandemie deutlich. In dieser Zeit war es wichtig, auf Änderungen in der Betreuung schnell zu reagieren, was der Stadtverwaltung trotz vieler Bemühungen oft nicht gelingen konnte."

Deshalb gab es im September 2020 einen Workshop, bei dem der Stadtrat die einstimmige Entscheidung traf, sich mit der Übergabe der drei städtischen Kindergärten an unabhängige Träger auseinanderzusetzen. Seitdem folgten laut Bürgermeisterin Margit Bayer viele intensive Gespräche und Verhandlungen. Wichtig ist ihr: Um eine optimale Betreuung der Kinder zu gewährleisten, soll die Verwaltung der Kindertageseinrichtungen durch kompetentes Fachpersonal durchgeführt werden.

Hervorgehoben wird im Beschlussvorschlag: "Die Stadt Waldershof bleibt nach wie vor der Sachaufwandsträger der Kindergärten. Durch eine Defizitvereinbarung, die mit den neuen Trägern abgeschlossen wird, hat die Stadtverwaltung weiterhin ein Mitspracherecht bei allen wichtigen Entscheidungen. Die Stadt Waldershof trägt weiterhin die Kosten für den Gebäudeunterhalt. Auch der Betreuungsschlüssel wird auf die Wünsche der Stadt Waldershof angepasst. Das Wohl der Kinder steht dabei immer im Vordergrund." Zugesichert wurde auch: Die Mitarbeiterinnen werden mit den vorhandenen Arbeitsverträgen von den neuen Trägern übernommen.

In kurzen Redebeiträgen signalisierten die Fraktionssprecher im Stadtrat Zustimmung. Allen ging es bei der Entscheidung um das Wohl der Kinder. Winfried Neubauer (Freie Wähler) war es zudem wichtig, das Für und Wider transparent zu machen. Es habe sich gezeigt, welche Schwierigkeiten die Trägerschaft mit sich bringt. Jürgen Ranft (SPD) unterstrich: "Man muss das Rathaus entlasten."

Schließlich votierten alle Stadträte dafür, die drei städtischen Kindergärten an unabhängige Träger abzugeben. Wörtlich lautet der Beschluss: "Das Kinderhaus Sankt Sebastian in Waldershof mit dem geplanten Neubau wird an einen Träger abgegeben. Die Kindertageseinrichtung Piccolino in Poppenreuth und der Waldkindergarten in Wolfersreuth werden gemeinsam an einen anderen Träger abgegeben."

Weitere Informationen zum Trägerwechsel bei den Kindergärten gab Bürgermeisterin Margit Bayer in einem Pressegespräch

Waldershof

 

 

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