11.09.2020 - 12:58 Uhr
WaldershofOberpfalz

Stadtrat Waldershof: Photovoltaik ja, aber nicht an dieser Stelle

Grundsätzlich befürworten die Waldershofer Stadträte erneuerbare Energien. Bei zwei geplanten Freiflächen-Photovoltaikanlagen heißt es aber: Dort auf keinen Fall.

Hier auf dieser Wiese hätte ein Teil der Freiflächen-Photovoltaikanlage an der Straße in Richtung Fuchsmühl entstehen sollen.
von Harald Dietz Kontakt Profil

Links und rechts der Straße aus Richtung Fuchsmühl hätte nach dem Wunsch des Antragstellers eine Photovoltaikanlage entstehen sollen. Wie auf Nachfrage im Rathaus zu erfahren war, wären die Teilflächen rund 2,7 und etwa 8,3 Hektar groß. "Die Grundstücke befinden sich direkt neben diversen Wanderwegen und an dieser Stelle ist die Verwirklichung des PV-Projektes nicht mit den Zielen der Stadtplanung vereinbar", schreibt die Stadtverwaltung in den Sitzungsunterlagen.

Wertvolle Flächen

Dazu ergänzte Bürgermeisterin Margit Bayer in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend: "Es handelt sich um wertvolle landwirtschaftliche Flächen." Die Stadt Waldershof sei erneuerbaren Energien gegenüber sehr aufgeschlossen. Aber so ein Vorhaben müsse sich einfügen. Nicht jede Fläche sei geeignet. Bayer sagte mit Blick auf eine Genehmigung: "Ich denke, damit tun wir Waldershof nicht unbedingt einen Gefallen." Das Projekt sei von der Lage her sehr kritisch zu sehen. Fakt sei: Im Bereich erneuerbare Energien passiere in Waldershof schon sehr viel. Immerhin würden in der Kösseinestadt über 50 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien vor Ort gedeckt.

Gegen Wildwuchs

Ähnlich argumentierte Maximilian Kastner, Sprecher von CSU und Wählerbund, und verwies unter anderem auf die Nähe zum Goldsteig-Wanderweg. "Es darf kein Wildwuchs entstehen, wenn man auf erneuerbare Energien setzt", erklärte Winfried Neubauer (Freie Wähler). Er empfahl den Bau von Photovoltaikanlagen in der Nähe von Autobahnen oder in Industriegebieten – aber nicht in freier Natur. Jürgen Ranft (SPD) sah in der Lage ein Problem, unter anderem wegen der vorbeiführenden Wander- und Radwege. Zur Errichtung von Photovoltaikanlagen stünden ausreichend Industriegebäude zur Verfügung. Gisela Kastner (Freie Wähler) störte die Nähe zur Ortschaft. Die Stadt Waldershof sei in der Entfaltungsmöglichkeit sowieso eingeschränkt. Bei der Abstimmung lehnte der Stadtrat das Photovoltaik-Projekt geschlossen ab.

Gleiches galt für eine geplante rund 4,5 Hektar große Freiflächen-Photovoltaikanlage bei Hard. Bürgermeisterin Margit Bayer wies erneut auf den Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen hin. Zudem befänden sich die nötigen Grundstücke teilweise direkt an der Wohnbebauung. Der Bau einer Photovoltaikanlage würde hier wohl zu Widerständen der Anwohner führen. Margit Bayer: "Das ist ein Fleck von Waldershof mit unheimlich schöner Aussicht." Außerdem bliebe die Wertschöpfung aus der Photovoltaikanlage nicht in der Region.

Das ist ein Fleck von Waldershof mit unheimlich schöner Aussicht.

Bürgermeisterin Margit Bayer

Maximilian Kastner (CSU/WB) verwies unter anderem auf die Nähe zum Wohngebiet, Winfried Neubauer (FW) auf die Lage im Naturpark Steinwald. Es gebe sicher geeignetere Flächen für eine Photovoltaikanlage. Neubauer: "Wir müssen klar sagen: Dort nicht." Auch SPD-Sprecher Jürgen Ranft wollte die Fläche nicht für eine Photovoltaikanlage opfern. Denn Bauland sei knapp.

Im April 2016 hatte der Stadtrat die Aufhebung des Bebauungsplans "Im obern Kirchsteig" beschlossen. Doch das ist nach Rücksprache mit dem Landratsamt nicht möglich. Eine solche Aufhebung sei rechtlich fraglich, weil schon viele Parzellen bebaut seien. Bürgermeisterin Margit Bayer machte deutlich, der Stadtrat könne ja beantragte Abweichungen vom Bebauungsplan genehmigen. Die Stadträte waren sich am Donnerstag einig: Der Beschluss von 2016 wird aufgehoben.

Bürgermeisterin Margit Bayer informierte am Donnerstag über im nichtöffentlichen Teil der Juli-Sitzung gefasste Beschlüsse. So wurde die Errichtung von zehn zusätzlichen Lichtpunkten an die Bayernwerk Energiedienstleistung Licht GmbH zum Preis von 27.439,44 Euro vergeben. Die Ersatzbeschaffung für den Piaggio der Wasserversorgung Waldershof beim Autohaus Widmann in Marktredwitz kostet 22.379,80 Euro.

Auch berichtete sie von zwei Eilentscheidungen. So stellte sich beim Abbruch des ehemaligen Schwesternwohnheims heraus, dass der Bau einer Stützwand nötig ist. Der Auftrag wurde vergeben. Auch für die zusätzlichen Kosten von rund 17.300 Euro gebe es eine Förderung von 90 Prozent. Die Feuerwehr Hohenhard bekommt ein neues Fahrzeug, das über 30.000 Euro kostet. Die Stadt Waldershof übernimmt davon 15.000 Euro.

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