15.06.2020 - 14:41 Uhr
WaldershofOberpfalz

Umweltschutz und Ökologie im Fokus

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Stefan Müller überreicht ein lokales ökologisches Konzept an Margit Bayer, der Bürgermeisterin der Stadt Waldershof. Das Zehn-Punkte-Programm fordert die Kommune und alle Bürger.

Bauhofleiter Markus Kremser, Umweltreferent Stefan Müller und Bürgermeisterin Margit Bayer (von links) beim Ortstermin oberhalb vom Rosenhammer.
von Oswald ZintlProfil

Dem Umweltgedanken wieder mehr Aufmerksamkeit verschaffen will Stadtrat Stefan Müller, der auch Umweltreferent im Gremium ist. Bei der Gründung eines Öko-Stammtisches vor einigen Monaten stellte der engagierte Natur- und Umweltschützer seine Ideen vor. Die gefielen den Teilnehmern aus allen gesellschaftlichen Bereichen und Verbandsvertretern.

"Drei Bäume sind nicht genug"

Das mit Ideen aus dem Treffen zum ersten Öko-Stammtisch ergänzte ökologische Konzept für das Stadt- und Gemeindegebiet steht unter der Überschrift "Drei Bäume sind nicht genug". In der Einleitung formuliert Stefan Müller dazu: "Waldershof befindet sich seit einigen Jahren in einem erfreulichen wirtschaftlichen Aufschwung.

Gerade in einer solchen Boom-Zeit ist es noch dringlicher unser Auftrag, auch einen aufmerksamen Blick auf die uns umgebende Natur zu werfen und Gedanken des Naturschutzes wieder deutlicher als bisher in Erinnerung zu rufen."

Der Naturschutz war auch schon früher in der Stadt Waldershof ein Thema

Müller verweist auf Papst Franziskus, der in seiner Enzyklika ,Laudato si' grundlegende Aussagen zum Thema Umwelt getroffen hat. Alle Christen seien der Schöpfungsverantwortung verpflichtet. Der Schöpfungsauftrag heiße jedoch nicht, sich die Erde untertan zu machen, sondern sie zu bewahren und den Garten der Welt zu bebauen und zu behüten.

Transparent und konsequent

Neben den Menschen und den Grundwerten des menschlichen Zusammenlebens müsse es also in diesem Sinne nicht nur für eine christliche Partei eine Selbstverständlichkeit sein, den nachhaltigen Natur- und Umweltgedanken wieder mehr ins Blickfeld von Verantwortlichen, Gestaltern, Bürgern, Ehrenamtlichen, aber auch von Kindern und Jugendlichen zu rücken. "Schenken wir dem Umweltgedanken in unserer Stadt wieder mehr Aufmerksamkeit und verfolgen wir diesen planvoll, langfristig, transparent und konsequent!"

Bei einem Treffen im Rathaus überreichte Stefan Müller das Konzept an Bürgermeisterin Margit Bayer. Vorausgegangen war eine nichtöffentliche Diskussion, an der unter anderem Bauhofleiter Markus Kremser, Ingrid Lüttmer vom Bauhof sowie vonseiten des Bund Naturschutz Ursula Schimmel und Konrad Zier teilnahmen. Im Mittelpunkt standen dabei die Themen Ausgleichsflächen und deren Gestaltung, Baumfällungs-Kriterien sowie Mäh-Pläne. Ein zusätzlicher Schwerpunkt der Unterredung war die Müllentsorgung in der Natur.

Große Verantwortung

Bürgermeisterin Margit Bayer ist überzeugt, dass alle aufgezeigten Themen nicht verordnet werden können, sondern gemeinsam mit den Bürgern, den Land- und Forstwirten sowie den zuständigen Fachstellen am Landratsamt umgesetzt werden sollten. "Wir haben eine große Verantwortung im Bereich Umwelt und Ökologie für die Zukunft. Wir als Kommune müssen Leuchtturm sein und vorausgehen."

Alle Bürger müssten das beruhigende Gefühl haben: Hier möchte ich leben. "Auf Lösungen der großen Politik zu warten, ist keine Alternative." Das Konzept wird nach Auskunft von Bürgermeisterin Bayer in den kommenden Wochen auf der Internet-Seite der Stadt nachzulesen sein.

Hausmüll und Bauschutt

Stefan Müller und Bauhofleiter Markus Kremser stellen fest, dass die Vermüllung in der Natur zunimmt. "Alleine im Stadtgebiet haben wir eine Verdreifachung festgestellt", so der Bauhofleiter. Kompletter Hausmüll und Bauschutt werde gefunden. "Verursacher sollten, wenn sie erwischt oder identifiziert werden, dafür belangt werden", so die Forderung.

Der Besprechung im Rathaus folgte ein Ortstermin bei einem Rastplatz auf der Anhöhe nach dem Rosenhammer. Hier steht eine Ruhebank für Wanderer und Radfahrer mit Blick auf die Kösseine-Stadt. Die Waldwege in der Nähe laden offenbar immer wieder zur Müllentsorgung ein: Es wurden dort Gartenabfälle gefunden, darunter auch Plastikteile.

Stefan Müller erinnerte auch daran, dass Waldershofer Bürger bei Spaziergängen in der Stadt oder den angrenzenden Fluren den wild herumliegenden Müll aufsammelten. Dieses Jahr, so Müller weiter, solle es noch "Müll-Sammel-Aktionen" geben.

Keine Seltenheit sind Bauschutt-Ablagerungen im Wald, wie hier an einem Feldkreuz am Fahrradweg zwischen Neumühle und Rothenfurt.
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