04.09.2020 - 14:10 Uhr
WaldershofOberpfalz

Unterwegs mit dem Metalldetektor: Nicht nur der "Schatz" zählt

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Seit drei Jahren geht Florian Dick mit einem Metalldetektor auf Schatzsuche. Gefunden hat er schon alles Mögliche, darunter im Kösseinebad in Waldershof einen Ring mit Gravur, über den er gerne mehr erfahren würde.

Florian Dick mit seinem Metalldetektor auf Schatzsuche im Kösseinebad.
von Oswald ZintlProfil

Die Hobbys der Menschen sind vielfältig. Die einen sammeln leidenschaftlich Briefmarken oder Münzen, wieder andere erfreuen sich an fernöstlichen Meditationen. Der ehemalige Waldershofer Jugendbürgermeister Florian Dick, der übrigens auch ein sehr guter Tischtennisspieler ist, hat sich seit drei Jahren dem "Sondeln" verschrieben. Auf gut Deutsch: Er geht mit einem Metalldetektor auf Schatzsuche.

Florian Dick staunte nicht schlecht, als ein goldener Ring in dem ausgehobenen Stück Erde glitzerte. Vor zwei Jahren hat der 22-jährige Student das Schmuckstück im Kösseinebad mit seinem Metalldetektor gefunden. Das Besondere: Auf der Innenseite der 333er Goldlegierung befindet sich die Gravur "Eduard" und das Datum "6.3.75". Nach dem Fund hat Florian Dick eine längere Pause mit dem "Sondeln" eingelegt. Als er vor einiger Zeit wieder damit begonnen habe, fiel ihm der Ring aus dem Schwimmbad wieder ein.

Eine Freude machen

Das Fundstück hat eher einen ideellen Wert, so bezifferte ein Goldschmied den Materialwert lediglich auf etwa 50 Euro. Nichtsdestotrotz möchte Florian Dick dem rechtmäßigen Eigentümer eine Freude machen und den Ring zurückgeben. Auch die Vorgeschichte zum Schmuckstück, das lange neben einer Birke im hinteren Teil des Waldershofer Kösseinebades vergraben war, will er erfahren. "Ob der Ring anlässlich einer Verlobung oder zu einem besonderen Tag verschenkt worden ist, würde mich schon brennend interessieren", erklärt Florian Dick und ergänzt: "Vielleicht ist er sogar bewusst nach einer Trennung vergraben worden."

Musketen-Kugeln aus Blei

Neben dem besonderen Schmuckstück aus dem Kösseinebad landen ab und an auch Reichspfennige, D-Mark-Stücke, Rentenpfennige und sogar leere Patronenhülsen im Fundbeutel. Die vermutlich ältesten "Schätze" sind Musketen-Kugeln aus Blei, gefunden neben einem ehemals goldenen Uniformknopf. "Wer jetzt denkt, dass solche Funde die Regel sind, den muss ich enttäuschen", erklärt Dick.

Eine Münze bedeutet auch ein Stück Geschichte, die jemand nach Jahrzehnten wieder in der Hand hält.

Florian Dick

Am häufigsten wird Schrott aus dem Boden geborgen, was den "Sondler" aber nicht stört: "Man kommt raus in die Natur und befreit nebenbei die Erde von Altmetall. Wenn man dann doch mal eine Münze findet, ist das etwas ganz Besonderes. Eine Münze bedeutet auch ein Stück Geschichte, die jemand nach Jahrzehnten wieder in der Hand hält." Besonders Spaß macht es ihm zusätzlich, sich in diesem Zusammenhang mit der Heimatgeschichte zu beschäftigen, denn im Vorfeld der Suche sind Recherchen mit Karten-Tools nötig, um alte Wege oder Örtlichkeiten wiederzufinden.

Florian Dick engagierte sich unter anderem als Jugendbürgermeister

Waldershof
Florian Dick präsentiert den im Kösseinebad gefundenen Ring mit den Initialen.
Florian Dick mit einigen seiner "Schätze".

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