26.06.2020 - 14:04 Uhr
WaldershofOberpfalz

Veto vom Fachmann

Feuerwehrleute und Anwohner könnten bei einem Brand einem enormen Risiko ausgesetzt sein. Das wurde gleich am Anfang einer Debatte zu einem Bauvorhaben deutlich. Ein Stadtrat sprach gar von einem Pulverfass.

Feuerwehr-Referent Günther Fachtan warnte vor den Gefahren.
von Harald Dietz Kontakt Profil

Tekturplanung zur Errichtung einer Lagerhalle im Bereich Marktredwitzer Straße 61: Ein Tagesordnungspunkt mit Brisanz. Gleich zu Beginn der Diskussion in der Stadtratssitzung am Donnerstag thematisierte Bürgermeisterin Margit Bayer den Brandschutz. Vorgesehen sei, dass das Gebäude statt 10 nun 12,98 Meter hoch werden soll. Zusätzlich zu Akkus sollen dort künftig auch Antriebe für E-Bikes eingelagert werden, informierte Bayer. Sie hoffte, dass das Landratsamt bei der Genehmigung des Bauvorhabens alle Brandschutzvorgaben gewissenhaft und genau prüft.

Da hakte sofort Wählerbund-Stadtrat und Feuerwehr-Referent Günther Fachtan ein und bedauerte, dass das Landratsamt inzwischen außen vor sei. Das Baurecht sei ausgehebelt worden durch Einsetzen eines Prüfsachverständigen. Der habe nämlich festgestellt, dass der Brandschutz gegeben sei. Eigentlich wäre es üblich, dass der Kreisbrandrat informiert werde. Doch das sei nicht der Fall gewesen.

Absperren und evakuieren

Im Ernstfall gelte ein Sicherheitsabstand mit einem enorm großen Radius. Mit Verweis auf die örtlichen Feuerwehren sagte Kreisbrandmeister Fachtan: "Da können wir mit unseren Mitteln nichts machen." Die Feuerwehren könnten nur absperren, evakuieren und das Gebäude abbrennen lassen.

"Gibt's da keine Sprinkleranlage?", wollte Winfried Neubauer (Freie Wähler) wissen. Günther Fachtan hielt es für fraglich, ob die ausreiche. Er werde auf jeden Fall gegen eine Genehmigung des Bauvorhabens stimmen. Gisela Kastner (Freie Wähler) schaltete sich in die Diskussion ein und wandte sich an den Kreisbrandmeister: "Ihr sagt, ihr könnt da gar nicht reingehen." Sie fragte deshalb konkret nach gesundheitlichen Gefahren für das Umfeld im Fall eines Brandes, was Fachtan bejahte.

Bürgermeisterin Margit Bayer machte deutlich: Wenn die Stadt das gemeindliche Einvernehmen verwehre, werde diese Entscheidung wohl ersetzt. Aber es handle sich hier um kein normales Bauvorhaben, sondern eines mit einer möglichen Gefährdung, schob Gisela Kastner nach. Matthias Wolf (ebenfalls Freie Wähler) klinkte sich ein: "Wir haben schon mal gesehen, wenn ein Akku brennt. Nicht auszudenken, wenn ein ganzes Lager brennt." Stefan Müller (CSU) verwies auf die Schadstoffe, die bei einem Feuer freigesetzt würden, und sprach von einem Pulverfass.

Wir haben schon mal gesehen, wenn ein Akku brennt. Nicht auszudenken, wenn ein ganzes Lager brennt.

Matthias Wolf (Freie Wähler)

Aktuell gehe es um den Tekturplan, erläuterte die Bürgermeisterin. Der eigentliche Bauantrag sei bereits in einer früheren Stadtratssitzung behandelt worden. Christian Fritsch (SPD) argumentierte: "Wenn der Brandschutznachweis vorliegt, können wir wenig machen." Andererseits sehe er die Gefährdung von Feuerwehrleuten und Bürgern. Er bat darum, entsprechend an den Bauherrn heranzutreten. Winfried Neubauer (Freie Wähler) meinte, Feuerwehreinsätze seien in Industriegebieten immer problematisch. Aber wenn die Firma keine Akkus lagern dürfe, könne sie zusperren.

Die baurechtlichen Vorgaben seien erfüllt – also Zustimmung, hieß es dann später seitens des CSU-/Wählerbund-Fraktionssprechers Maximilian Kastner. Ähnlich argumentierte FW-Fraktionssprecher Winfried Neubauer. Christian Fritsch (SPD) appellierte an den Bauherrn, was den Brandschutz betrifft "nachzubessern". Vor der Zustimmung (11:4) zum Tekturplan machte Bürgermeisterin Margit Bayer noch den Vorschlag, dass sie noch einmal das Gespräch mit der Unternehmensführung sucht.

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Waldershof
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