05.03.2019 - 08:48 Uhr
Waldkirch bei GeorgenbergOberpfalz

Der Franke in der Oberpfalz

Matthias Kotschenreuther zieht beim Fasching der Waldkircher Siedler in der Bütt wieder kräftig vom Leder. Viel Beifall gibt es auch für Horst Bergmann und den Chor "Sound of Mountain".

Siedlerchef Matthias Kotschenreuther lässt es in der Bütt wieder krachen.
von Josef PilfusekProfil

Sie zählt zu den Highlights der närrischen Zeit: die Rosenmontagsgaudi der Siedlergemeinschaft Waldkirch. Und so hieß es im ehemaligen Schulhaus immer wieder „Waldkirch helau!“. Auch in diesem Jahr freute sich Matthias Kotschenreuther „über das „Erscheinen in den heiligen Hallen“ und zog als Vorsitzender in seiner Büttenrede mitunter kräftig vom Leder.

„In altgewohnter Weise möchte ich nun wieder meinen Jahresrückblick 2018 zum Besten geben und dabei meinen literarischen Ergüssen freien Lauf lassen", kündigte er an und hielt Wort. „So wurde gebaggert, gegraben und gemauert, und eigentlich hätte es noch länger gedauert“, beschrieb Kotschenreuther das Aufstellen der Maibaum-Verankerung beim Feuerwehrhaus und freute sich: „Der Rentnertrupp war fleißig bei der Arbeit, die Jungs wissen ja sonst nicht wohin mit ihrer Freizeit.“

Im Übrigen wusste er: „Bei der Feuerwehr war 2018 auf jeden Fall jede Menge los, und bei einem Einsatz zog jemand das große Los.“ Dabei erinnerte der Redner singend an „Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm, schaut sich laufend nach Kameraden um.“ So kann es gehen, wenn es schnell gehen muss. Und so ließ die Feuerwehr bei einer Beseitigung eines Sturmschadens einen Kameraden zurück. Deshalb empfahl Kotschenreuther, ihn als Entschädigung zu Brotzeit und Bier einzuladen.

„So begannen viele heiße und hitzige Diskussionen, am Ende sollte sich das alles aber lohnen“, zog der Redner ein positives Fazit zum 50-jährigen Bestehen der KLJB Waldkirch. Außerdem wusste er: „Waldkirch hat auch ein Wintersportzentrum bekommen, so habe ich vernommen. Als nächstes wird sicher noch eine Flutlichtanlage installiert und von unserem Dorfelektriker ausprobiert.“

Auf eine andere Vereinsgründung wartet Kotschenreuther schon lange. „Oder hab‘ ich das Gründungsdatum nicht erfahren?“, fragte er in die Runde, als er Verunreinigungen durch Hunde anprangerte. „Dem ehemaligen Kommandanten von Georgenberg sind drei Wehren zu viel, deshalb will er die Welt verbessern ohne Kameradschaftsgefühl“, war der Kommentar zur BR-Sendung „Quer“. Kotschenreuthers Meinung: „Im Fernsehen haben sie es doch gezeigt, und damit hat er sich’s endgültig vergeigt. Denn sollte es bei ihm selbst mal brennen, braucht keiner von den Feuerwehren hinzurennen, hat er doch gezeigt, und das voller Stolz, seine Brandschutzausrüstung an seinem Schuppen aus Holz.“

Das war aber längst nicht alles. Der „Franke in der Oberpfalz“ erinnerte in seinem weiteren Auftritt an sein Abkommandieren mit dem Befehl: „Pack dein Bündel und geh auf die Walz, wir schicken dich in die Oberpfalz.“ Dabei ist für ihn die Oberpfalz „gleich Feindesland, und ich war schon saumäßig gespannt, was wird mich dort erwarten, die Oberpfälzer sind sicherlich keine Zarten.“ Umso mehr war er schon auf der Fahrt angetan, „denn in der Oberpfalz gibt’s geteerte Fahrbahn‘“.

Dafür hatte er zunächst massive Verständigungsprobleme. „Hob‘ immer bloß verstand’n ‚wou wou wou‘, um Gottes Willen, hob‘ ich gedacht, wos wird des dou.“ Jetzt musste Kotschenreuther aber die Kurve kriegen, was er schließlich auch mit der Feststellung schaffte: „Schöne Straßen gib’s a scho statt Buckelpisten, und die Oberpfälzer sind a kana Terroristen.“ Und deshalb hatte er dann auch nach Hause telefoniert und die Fehlinformationen korrigiert.

Und inzwischen ist der „Franke in Waldkirch“ froh: „Ich bin heut‘ noch do. Mittlerweile, und es is‘ ka Spaß, hab‘ ich a an Oberpfälzer Pass.“

Viel Frohsinn verbreitete auch Alleinunterhalter Horst Bergmann. Das galt ebenso für den Chor „Sound of Mountain“. Die jungen Damen und Männer begeisterten mit dem modernen Remake von „Dinner von one“ sowie dem Lied vom „Postfrosch“ und dem Haindling-Hit „Bayern, des samma mia“.

Nur nicht stolpern.
"Miss Suffi" (sitzend) und Regisseurin Vanessa (rechts) beobachten das Geschehen.
"Bayern, des samma mia" stellt der Chor "Sound of Mountain" fest.

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