14.02.2020 - 08:33 Uhr
Waldkirch bei GeorgenbergOberpfalz

Freie Wähler wollen "Anpacken für Georgenberg"

Brennende Leidenschaft für eine „Wohlfühlgemeinde“ kennzeichnet den Auftakt der Wahlveranstaltungen bei den Freien Wählern (FW). „Mit mir als Bürgermeister bekommen alle Mitbürger eine Stimme“ verspricht Spitzenkandidat Martin Scheibl.

Im Feuerwehrhaus starten die Freien Wähler mit Bürgermeisterkandidat Martin Scheibl (stehend) die Reihe ihrer Wahlveranstaltungen.
von Josef ForsterProfil

FW-Vorsitzender Anton Hirnet begrüßte das Vorhandensein von drei Listen zur bevorstehenden Kommunalwahl in Georgenberg und erwartete dadurch mehr Spannung. Dankend erinnerte Scheibl aufgrund der „netten Aufnahme“ in Waldkirch an die Kennenlerntour in Begleitung der FW-Kandidatinnen Rita Voit und Marina Müller. Seine Kandidatur als Bürgermeister habe er sich gut überlegt: "Ich habe es bis jetzt noch nicht bereut; ganz im Gegenteil.“ Im FW-Motto „Anpacken für Georgenberg“ sehe er den Auftrag, für die Belange der Bürger zu arbeiten und bei Problemen in der Gemeinde für die Bürger da zu sein.

Seit mehr als 21 Jahren kenne er „eine der schönsten Gemeinden in der Oberpfalz, vielleicht sogar in ganz Bayern“ durch seine Mitarbeit im Gemeinderat bestens. Mit Unterstützung der FW-Markträte verfüge Georgenberg etwa über ein gutes Straßennetz, worauf umliegende Kommunen gar neidisch wären: „Da steht unsere Gemeinde schon gut da.“

Mit ihm werde es für die Bürger der Gemeinde wieder ein eigenes Büro vor Ort im Rathaus in Georgenberg geben. Dazu versprach Scheibl feste Sprechstunden durch ihn und einer Verwaltungskraft. Das Rathaus selbst solle wieder ein zentraler Platz für Veranstaltungen und die Ortsentwicklung werden.

Unterstützten werde er die vielseitigen Vereine ebenso, wie junge Familien und Senioren. Die Gründung eines Seniorenbeirats strebe er in diesem Zusammenhang an, denn für eine seniorengerechte Entwicklung bedürfe es mehr, als nur abgesenkte Gehsteige. Etwa durch eine Tagespflegeeinrichtung, wobei er auf das Schwesternwohnheim neben dem Kindergarten abzielte: „Warum sollen unsere pflegebedürftigen Mitbürger in Einrichtungen benachbarter Gemeinde gebracht werden?“ Verstärken will Scheibl als „Gemeindechef“ generell eine breite Bürgerbeteiligung, worauf er schon immer Wert lege.

Die Vorstellung der 24 Gemeideratskandidaten übernahm Hirnet im Anschluss gemeinsam mit Matthias Müller. Scheibl zeichnete dazu einen Querschnitt der „ausgewogenen und sehr interessanten Liste: Wir wissen, dass wir es auch können.“ Die Mannschaft sei nicht mehr mit jener vor sechs Jahren vergleichbar. Kameradschaft und ein ehrlicher Umgang untereinander kennzeichneten vielmehr das „super Team.“

Johanna Grünauer übernahm die Ausformulierung von zwei der sechs gesetzten Schwerpunkte im Wahlprogramm. Durch ein regionales Denken und Handeln sowie einer soliden Finanzpolitik ließen sich mit einer Reihe von kleinen Maßnahmen Kosten senken. Prioritäten würden dabei in der Reihenfolge Wichtigkeit, Notwendigkeit und Wunsch gesetzt.

Die Ausführungen zu einer „transparenten Gemeindepolitik“ übernahm Hirnet, der „mehr Debatten anstatt Fraktionszwänge“ forderte. Konsequent weiter zu verfolgen gelte es die Bewahrung und den Erhalt der gemeindeeigenen Trinkwasserversorgung. Einer Senkung der Wasserverluste sei dabei energisch entgegenzutreten. Für einen flächendeckenden Ausbau der digitalen Funktechnologie nach neuestem Standard trat Voit ein. Ebenso forderte die Gemeinderätin die Schaffung öffentlicher Netzzugänge an allgemein zugänglichen Plätzen und in öffentlichen Einrichtungen. Einsetzen werden sich die FW auch für einen schnelleren und direkten Bürgerservice über E-Mail und Internet „mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln“.

Sonnenstromanlagen auf Gemeindedächern und das Prüfen von möglichen Standflächen für Windenergie waren ein umfassender Punkt von Bürgermeisterkandidat Scheibl, der mutmaßte: „Ihr werdet es erleben, dass die 10-H-Regelung nach der Wahl fällt.“ Den weiteren Ausbau zu einer „Wohlfühlgemeinde“ sah er nur durch eine „starke Heimat- und Kommunalpolitik“ zu verwirklichen. Den Rückkehr zu einer Einheit wünschte sich Scheibl für die fünf Feuerwehren der Gemeinde.

Zusammenfassend beurteilte der Spitzenkandidat die ausgesuchten Wahlthemen positiv: „Ich denke, wir haben die letzte Zeit nicht geschlafen. Das was wir uns erarbeitet haben, passiert nicht einfach auf fünf Minuten. Wir sind bereit Verantwortung zu übernehmen und wir können es auch. Nach 18 Jahren Opposition wäre es nicht schlecht, wenn wir wieder vorne dabei wären. Ich bin lieber in der Verantwortung, als in der Opposition. Gebt mir die Chance. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und auch kein Bürgermeister.“ Für die Gastfreundschaft im Gerätehaus und die Bewirtung durch die Aktiven gab es einen Kasten Bier für die örtliche Feuerwehr. Kreisrat Karl Meier nahm abschließend Stellung zur geplanten Stromtrasse durch den Landkreis und forderte im Gegenzug eine „richtige Nutzung“ von Energie: „Diese Leitungen nutzen nur der Industrie.“

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.