12.11.2019 - 10:31 Uhr
Waldkirch bei GeorgenbergOberpfalz

Vieles verbesserungswürdig

Die „einfache Dorferneuerung“ in Waldkirch geht nach einem Seminar im „Kastanienhof“ in die nächste Runde. Dabei werden die Stärken und Schwächen des Ortsteils deutlich.

Huberta Bock vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie Regierungsdirektor Erik Bergner (stehend von links) erarbeiten gemeinsam mit den Seminarteilnehmern Ziele für eine möglich "Einfache Dorferneuerung" in Waldkirch.
von Walter BeyerleinProfil

Eine knapp 20-köpfige Gesprächsrunde mit Bürgermeister Hans Maurer und Bürgern erarbeitete mit Baudirektor Erik Bergner vom Amt für Ländliche Entwicklung Tirschenreuth und Huberta Bock, einer gebürtigen Waldkirchnerin mit jetzigem Arbeitsfeld im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, die Stärken und Schwächen des Ortsteils.

Grüne Handzettel an der Pinwand zeigten Zufriedenheit und keine Notwendigkeit für Maßnahmen, rote Handzettel gaben deutliche Hinweise auf Missstände, manchmal auch nur Kleinigkeiten, die im täglichen Leben negativ zur Kenntnis genommen werden, aber auch auf umfangreichere Maßnahmen, die im Rahmen der einfachen Dorferneuerung in Angriff genommen werden sollten.

Als akzeptabel erachtete die Gesprächsrunde die Außenanlagen beim Feuerwehrhaus und bei der Kirche, spricht sich für einen dauerhaften Erhalt der ausreichend vorhandenen Vereinsheime aus, nennt sogar den Kirchplatz eine „Auszeichnung“ für den Ort. Verbesserungsfähig sind die örtlichen Straßen, die Außenanlagen am Schulhaus, harsche Kritik gab es für das Fehlen eines Kinderspielplatzes, einen „Schandfleck“ nennt ein Gesprächsteilnehmer die Kapelle. Als fehlend im Ort werden Sitz- und Ruhemöglichkeiten genannt, der fehlende Fremdenverkehr wird bedauert ebenso wie die nicht vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten. Nicht in die Zuständigkeit der Dorferneuerung fällt das schlechte Mobilfunknetz.

Ausführlich befasste sich Bergner mit der Förderung privater Maßnahmen im Zuge der Dorferneuerung. Hier wird Wert auf die Erhaltung der ländlich-dörflichen Bausubstanz gelegt und auf die Erhaltung kulturhistorischer oder denkmalpflegerisch besonders wertvoller Gebäude, lautete die Kernaussage. Zusammengefasst bedeutet das die Erhaltung der Identität des Ortes einschließlich der Steigerung dessen Attraktivität mit gleichzeitigem Beitrag zum Klimaschutz, zur Energiewende und Anpassung an den Klimawandel.

Um die Mittel für die Förderung zu erhalten, müssen eine Vielzahl von Voraussetzungen erfüllt werden. Nachdem die sich daraus ergebenden Fragen sehr komplex sind, empfahl Bergner bei Einbeziehung privater Maßnahmen in die Dorferneuerung ein vorausgehendes Gespräch mit seiner Behörde.

Nachdem bei dem Seminar nicht alle Bürger Waldkirchs anwesend waren, wird bis spätestens 29. Februar nochmals eine Informationsveranstaltung, vermutlich im Dorfgemeinschaftshaus, stattfinden. Der Planer für die einfache Dorferneuerung muss bis 30. Januar bestimmt sein. Ob dafür eine europaweite Ausschreibung notwendig ist, ergibt sich aus der Höhe der voraussichtlichen Planungskosten.

Die "Stärken" Waldkirchs sind auf grünen Zetteln festgehalten, was auf "rot" geschrieben ist und vielleicht noch mit roter Mine bedarf dringend der Verbesserung.

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