Suche nach vermisster Achtjähriger geht weiter

Bereits zwei Nächte ist im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tschechien ein Mädchen verschwunden. Die Einsatzkräfte suchen weiter und zieht Spezialisten hinzu. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

von Agentur DPAProfil

Dunkelheit und Kälte haben die Helfer auf der Suche nach dem verschwundenen achtjährigen Mädchen im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tschechien nicht aufhalten können.

Trotz widriger Umstände hätten die Einsatzkräfte in der Nacht zu Dienstag weiter das bergige und waldige Gelände ausgekundschaftet, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Suche wird seinen Worten zufolge über den Tag hinweg fortgesetzt.

Wie ein Polizeisprecher erklärt, könne ein Kind es zwei Tage ohne Essen und Trinken schaffen. Das Problem seien die Temperaturen um den Gefrierpunkt. Man hoffe, dass das Mädchen in einer Höhle Schutz gefunden habe. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

Seit Sonntag vermisst

Das Kind ist seit dem späten Sonntagnachmittag verschwunden. Eine Familie aus dem Großraum Berlin war am Wochenende auf dem tschechischen Berg Cerchov (Schwarzkopf) gewandert, das Gebiet liegt etwa zwei Kilometer von der bayerischen Grenzstadt Waldmünchen entfernt.

Die Eltern hatten außer ihren beiden Kindern noch einen Neffen dabei. Nach den bisherigen Informationen verloren die Erwachsenen die drei Kinder, die im Wald spielten, aus den Augen. Der sechsjährige Sohn und der neunjährige Neffe des Paares wurden schließlich gefunden, die achtjährige Tochter blieb vermisst.

Mehrere Hundert Einsatzkräfte wie Polizisten, Bergwachtler und Feuerwehrleute hatten auch am Montag nach der Schülerin in dem Gebiet gesucht. Die Einsatzkräfte kommen sowohl aus Tschechien als auch aus Deutschland. Polizeihubschrauber aus Bayern kreisten ebenfalls über dem Gebiet in Böhmen, am Boden waren Hundestaffeln im Einsatz. Zudem wurden geländegängige Spezialfahrzeuge genutzt.

800 Einsatzkräfte beteiligt

Die Polizei geht von keinem Verbrechen aus und vermute, dass sich die Achtjährige verlaufen habe. „Es ist ein schwieriges Gelände, ringsherum ist tiefer Wald“, sagte die tschechische Polizeisprecherin Dana Ladmanova. Die Familie des Mädchens wird von Psychologen betreut.

Bei der Suche helfen auch Förster und Mitarbeiter des Nationalparks Böhmischer Wald (Sumava), die sich in dem unwegsamen und teils felsigen Terrain auskennen. Der Nationalpark Sumava grenzt an den ältesten Deutschen Nationalpark im Bayerischen Wald. Zwischen Sonntagnachmittag und Montagabend waren nach aktuellen Angaben zusammengerechnet circa 800 Einsatzkräfte auf tschechischer und deutscher Seite an der Suche beteiligt.

Wie ein Polizeisprecher am Dienstag mitteilte, soll nun eine Alpine Einsatzgruppe aus dem südlichen Oberbayern bei der Suche helfen. Das sind speziell für Einsätze im Gebirge geschulte Polizisten. Von privaten Suchen nach dem vermissten Mädchen rät die Polizei derweil ab. "Wir bitten darum, nicht den Aufstieg in den Berg zu wagen, sondern hier unten zu bleiben auf den Straßen und in den umliegenden Gemeinden die Augen offen zu halten, einfach um sich hier nicht selber in Gefahr zu begeben", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz.

Eine Beschreibung der Achtjährigen gibt es hier

Waldmünchen im Landkreis Cham
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