20.11.2019 - 13:44 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Ein Abend mit allen bayerischen Dialekten

Dialekt und Volksmusik funktionieren immer: Beim musikalisch-literarischen Abend in der Aula des Klosters Waldsassen war das Publikum hellauf begeistert.

Alle bayerischen Dialekte waren vertreten durch Interpreten am Podium: Von links Robert Treml, Manfred Brunner, Äbtissin Laetitia Fech, Ludwig Spreitzer, Sr. Sophia Schlembach und Hans G. Lauth.
von Autor KGGProfil

Den Abend der Stiftung Kultur- und Begegnungszentrum Abtei Waldsassen eröffnete Initiator und Moderator Ludwig Spreitzer mit dem Hinweis, dass man sämtliche bayerischen Dialekte im Programm habe - bayerisch, fränkisch, deutsch-böhmisch und schwäbisch-allemanisch.

Nach der musikalischen Einstimmung durch die "Wondrebtaler" mit Walter Pilsak und Christine Bleiber begann Äbtissin Laetitia Fech mit ihrem Beitrag "D'Josefine" im schwäbischen Dialekt. Angerührt schilderte sie dabei das Schicksal einer Weihnachtsgans. Daran schloss sich Sr. M. Sophia Schlembach mir ihrer Geschichte "Ein Lohrer auf der Christbaum-Pirsch" im unterfränkischen Dialekt an.

Die Stadtratslippen

Breiten Raum nahm das "Stiftländisch-Waldsassnerische" ein. Hans G. Lauth beeindruckte durch Kurzgedichte wie "Widersprüche", "Ois für d'Katz", "Gustav der Storch" und "Schweine-Sauna". Robert Treml beleuchtete Leben und Werk der "Stiftlandbärbel" Barbara Kneidl, etwa mit der von ihr stammenden Geschichte - einem Gespräch zwischen Einzelhändler Josef Espach und Bürgermeister Josef Hierl. Darin ging's ums scherzhaft gemeinte Anpreisen von sogenannten "Stadtratslippen". Nachher stellte sich heraus, dass es dabei um einen schmackhaften "Ochsenmaulsalat" handelte.

Manfred Brunner bot Geschichten und Gedichte der Heimatdichterin Barbara Heinrich auf bekannt humorvolle Art. Walter Pilsak brachte die Zuhörer mit seinem Beitrag "Döi unendlich'n Weit'n" – ein Blick in eine Damenhandtasche und deren Utensilien - zum Lachen. Nachdenklich machte die zweite Geschichte: Im "Einkaufsrausch" ging es um dieses und jenes, was einst die Stadt kennzeichnete und heute durch neue Baumaßnahmen geschaffen wurde.

Den Abschluss bildete Ludwig Spreitzer mit zwei Beiträgen aus dem Buch "Als ich noch der Wiggerl vom Arnulfsplatz war", im Regensburger Idiom. Zu weit mehr als nur einem musikalischen Rahmen gestalteten sich die Darbietungen der Singgruppe der Eghalanda Gmoi unter Leitung von Alois Fischer. Die Männer waren Repräsentanten echten Egerländer Dialekts mit Liedern wie "Unter dem Epflbirnbaam", "Dou bin i higanga", "A Eghalanda bin i" und "A des nuh". "D'Wondrebtaler" boten Eigenkompositionen von Walter Pilsak wie "Da Oumd is ja nu sua lang" sowie Texte des Anfang April verstorbenen Wondrebtaler-Musikanten Dieter Kannenberg. So wurden auch sie mit zum Herzstück des Abends, der wiederum ein voller Erfolg war und für den es am Schluss viel Beifall und große Anerkennung gab.

Äbtissin Laetitia Fech, die etwas früher die Bühne mit den Interpreten verlassen musste, bedankte sich bei Ludwig Spreitzer für die Organisation und Moderation des Abends mit einem Buchgeschenk "Faszination Kräuterwissen".

Die Singgruppe der Eghalanda Gmoi unter Leitung von Alois Fischer, rechts.
"D'Wondrebtaler" mit Walter Pilsak und Christine Bleiber spielten tüchtig auf.

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