19.03.2021 - 11:03 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Alle Ehren für eine Kinderärztin in Waldsassen

24 Teilnehmer nahmen am virtuellen Familienstammtisch teil. In den Gesprächen ging's ums Hundeklo und um die Schulen. Auch die überregionale Corona-Politik blieb nicht außen vor.

Immerhin 24 Interessierte haben am Familienstammtisch, den Bürgermeister Bernd Sommer (zweite Reihe von oben links) moderierte, teilgenommen. Nicht alle wollten sich per Kamera einloggen oder einen aktiven Beitrag zur Gesprächsrunde leisten. Einige hörten auch nur aufmerksam zu. .
von Ulla Britta BaumerProfil

Geht es ums "Hofieren" eines neuen Kinderarztes für die Klosterstadt, reicht Bürgermeister Bernd Sommer der rote Teppich allein nicht mehr. Als er beim Familienstammtisch von Teilnehmer Helmut Zeitler von einer in Waldsassen wohnenden angehenden Kinderärztin aus Eger hörte, versprach er ihr sofort bei Interesse sprichwörtlich den "goldenen Teppich" auszulegen.

Zeitler war nur einer von 24 Leuten beim ersten virtuellen Stammtisch. Themen gab es reichlich. Sommer berichtete von wichtigen Neuigkeiten wie der nun fertiggestellten Aula in der Grundschule. In der Mittelschule hob er die Investitionen in Höhe von 200.000 Euro für die Digitalisierung hervor. „Wir haben die Summe im Dezember verdoppelt“, so Sommer.

Bücher-Bringdienst bleibt

In Sachen Jugendtreff wusste der Bürgermeister aus dem Landratsamt von Unterstützung durch den Landkreis. Bald solle es Fachkräfte geben, die bei Bedarf gebucht werden könnten für Vorträge oder Veranstaltungen. Der Bücher-Bringdienst durch die Stadtbücherei habe sich gut bewährt, freute sich Sommer. Er werde beibehalten.

"Netzwerke sind sehr hilfreich. Wer einen Kinderarzt kennt oder von einem hört: Bitte die Adresse gleich an mich weiterreichen.“

Bürgermeister Bernd Sommer

Steffi Werner sprach im Namen vieler Eltern das leidliche Thema „fehlender Kinderarzt“ an und stieß damit auf offene Ohren. Leidenschaftlich appellierte der Bürgermeister an seine Bürger, sich gemeinsam an der Suche nach einem Kinderarzt zu beteiligen. „Netzwerke sind sehr hilfreich. Wer einen Kinderarzt kennt oder von einem hört: Bitte die Adresse gleich an mich weiterreichen.“

Punkten mit Ärztezentrum

Als „Zuckerl“ könne die Stadt bald mit einem Ärztezentrum im ehemaligen Krankenhaus punkten, sagte Sommer. Schon nächste Woche werde deshalb ein Architektentreffen stattfinden. Steffi Werner sind die Kinderschwimmkurse ein Anliegen, da nun schon zwei Jahrgänge ausgefallen seien. Das könne am Badeweiher gefährlich werden.

Jugendbeauftragte Katja Bloßfeldt und Familienbeauftragte Diana Männer hatten Verständnis, sprachen aber die Corona-Auflagen an. Die Wasserwacht müsse Kinder und Kursleiter schützen, so Männer. „Im Kurs können keine eineinhalb Meter Abstand eingehalten werden.“

Entscheidungen über Kompetenz

Weil es laut Steffi Werner Kritik im Hinblick auf die Notbetreuung im Kindergarten gegeben habe, meinte Sommer, Betroffene sollten das Gespräch mit der Kindergartenleitung suchen. Sei das nicht möglich, werde er gern als Vermittler helfen.

Sommer hinterfragte äußerst kritisch das Öffnen und wieder Schließen von Kindergärten, Schulen und Läden anhand des Inzidenzwertes sowie den lähmenden Bürokratismus bei Entscheidungen in der Pandemie. Im Pulk von München sei eine Ansteckungsgefahr weit höher als im kleinen Laden auf dem Land. Er, Sommer, vermisse von der Regierung klare Entscheidungen, „die auch einmal über die Kompetenz hinausgehen müssen für endlich wirksame Maßnahmen“.

Ramadama für Familien

Zum Schulwegproblem an der Josef-Wiesent-Straße in Höhe des Kindergartens sah Sommer eine Möglichkeit mittels Verkehrsberuhigung oder baulichen Maßnahmen, die aber kostspielig seien. Im Hinblick auf die Angebote in den Ferien verwies Beatrix Rustler von der Stadtverwaltung auf ein Angebot demnächst: Die Stadt werde gemeinsam mit der AGW ein „Ramadama“ für Familien im Stadtgebiet starten.

„Für die ersten 100 Teilnehmer gibt es zur Belohnung drei Kugeln Eis.“

Beatrix Rustler über das Ramadama für Familien

Der Müll könne dann bei der Grünabfallanlage an der Klärwerkstraße abgegeben werden. „Für die ersten 100 Teilnehmer gibt es zur Belohnung drei Kugeln Eis“, versprach Rustler. Ansonsten hofften Sommer und Rustler, dass in den großen Ferien wieder von einigen Vereinen trotz der Umstände ein Programmangebot gestaltet werden kann.

Plakatrundweg zum Stadtjubiläum

Als Alternative zur 125-Jahr-Feier im Rahmen des Stadtjubiläums ist laut Rustler ein Stadtrundweg mittels Plakaten geplant. Beim Spaziergang könnten Familien ihren Kindern dann anhand dieser Plakate erläutern, wie früher das Stadtbild ausgesehen habe.

Nach gut einer Stunde virtuelle Diskussion gab es keine weiteren Fragen mehr, was Bernd Sommer für ein großes Danke an die Teilnehmer und aktiv für die Familien engagierten Bürger am Ende der Gesprächsrunde nutzte.

Hintergrund:

Freibad-Öffnung hat sich bewährt

Zu Beginn des Online-Stammtischs streifte Bürgermeister Bernd Sommer eine ganze Reihe von Themen, die Familien betreffen.

  • Allseits begrüßt wurde die gute Nachricht, dass das Freibad auch in diesem Sommer öffnen soll. „Die Mehrausgaben wegen Corona waren 2020 überschaubar, die Öffnung mit Auflagen hat sich bewährt“, zog Sommer Bilanz zur Badesaison 2020.
  • Den Stillstand in der Vereinsarbeit bedauerte der Bürgermeister sehr. Er sprach den Vereinen Hilfe zu bei Bedarf.
  • Für eine künftige Nachbarschaftshilfe liefen Bestrebungen, informierte Sommer weiter die Anwesenden.
  • Wenig erfreulich fielen Sommers Prognosen zu den Großveranstaltungen wie Bürgerfest, Europafest und Stadtjubiläum aus. „Die Vorzeichen stehen nicht gut", sagte Sommer, der damit rechnet, dass auch in diesem Jahr keines der Feste stattfinden kann.
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