Es ist viel Betrieb in den Praxisräumen im Prinz-Ludwig-Center. Das war früher auch schon so. Aber jetzt ist es anders: Keine Patienten im Wartezimmer. Dafür bringen dorthin Mitarbeiterinnen des Praxisteams einen Umzugskarton nach dem anderen. Mehrere stehen schon aneinandergereiht bereit. Zum Abtransport in die Egerer Straße.
Im früheren Krankenhaus, das aktuell saniert und zum Gesundheitszentrum umgestaltet wird, zieht die Allgemeinarztpraxis Kunz in neue Räumlichkeiten. Die sind zwar noch Baustelle. Aber bis zum Start des Praxisbetriebs am 2. Januar wären ja noch einige Tage, hoffen Tobias Kunz und sein Personal, dass alles wie geplant klappt. Im Moment, findet eine der Mitarbeiterinnen des Praxisteams, sehe es dort tatsächlich abends besser aus als morgens. Was sie damit sagen will: Der Fortschritt bei den Bauarbeiten sei innerhalb eines Tages tatsächlich sichtbar.
Der Mietvertrag für die bisherigen Räumlichkeiten ist zum 31. Dezember 2022 gekündigt. Seit 2015 arbeitete Tobias Kunz im Prinz-Ludwig-Center, zuerst als Assistenzarzt von Dr. Günter Gmeiner. "Ich habe die Zusammenarbeit sehr geschätzt." Seit 2018, nach dem Abschluss der Facharzt-Ausbildung, führt Kunz die Praxis alleine. "Eine gewisse Wehmut ist schon dabei", so der Allgemeinarzt und sagt über die Zeit in der vertrauten Umgebung: "Es waren doch sieben Jahre." Das Erbe des Ende März 2020 verstorbenen Hausarztes wolle er, Kunz, aufnehmen und fortsetzen.
Noch drei Hausärzte
Kunz betont, dass die Praxis inzwischen unter dem Einfluss des Ärztemangels und dem gewaltigen Patientenaufkommen viel zu klein geworden ist: "Ein zigfaches mehr, als wir zu zweit gearbeitet haben", blickt Kunz zurück an die Zeit mit Dr. Gmeiner. Die Corona-Umstände und die damit verbundenen Hygienemaßnahmen hätten noch ihren Teil dazu beigetragen. Konkrete Zahlen nennt Kunz nicht. Doch vor zehn Jahren habe es noch sechs Hausärzte gegeben in Waldsassen; jetzt sind es noch drei. "Da kann man sich vorstellen, wie das Patientenaufkommen ist."
Die Arbeit werde im früheren Krankenhaus viel besser zu bewältigen sein, ist der Hausarzt überzeugt. Die bisherige Praxis war rund 150 Quadratmeter groß, in der neuen stehen etwa 230 zur Verfügung. "Schon das Wartezimmer ist drei- bis vier Mal größer", sagt Kunz: "Dass Leute draußen warten müssen in der Kälte, das sollte es nicht mehr geben."
Straffer Zeitplan
Straff ist der Zeitplan für den Umzug in die neuen Räume, die durch den Seiteneingang zum neuen Behördengebäude hin zugänglich sind: Montag und Dienstag noch Praxisbetrieb, Mittwoch wurde gepackt. Viel Papier war zu verstauen – darunter Patientenakten, die zehn Jahre aufbewahrt werden müssen. Am Donnerstag der Möbeltransport: Ein Teil des Inventars, vor allem das medizinische, kommt mit in die neuen Räume – nach einer Zwischenstation in einem Nebenraum, bis die Handwerker draußen sind.
Auch einige Andenken sind dabei – etwa alte Instrumentarien, die schon Dr. Gmeiner benutzt hatte, etwa alte Spiegel und eine Zentrifuge. "Die ist bestimmt noch aus den 60er Jahren." Dies alles, verrät Kunz, soll in der neuen Praxis in einer Vitrine präsentiert werden. Die Schlüsselübergabe ist noch vor Weihnachten geplant. "Zwischen den Feiertagen werden der neue Empfang hingebaut und die neuen Schränke aufgestellt."
Regulärer Start am 2. Januar
Dies alles zu organisieren und auch noch eine Praxis zu führen, die eigentlich Arbeit für zwei Ärzte böte, sei schon sehr anstrengend gewesen, sagt Kunz. Nun aber ist er zuversichtlich, dass er am 2. Januar regulär den Betrieb aufnehmen kann mit seinem Team. Dazu gehören fünf Medizinische Fachangestellte, eine Auszubildende, eine Verwaltungskraft sowie eine Reinigungskraft. Die Vertretung bis dahin werde von Arztkolleginnen und -kollegen übernommen, unter anderem auch in Mitterteich und Tirschenreuth. "Die Versorgung ist gewährleistet." Auch von der Kassenärztlichen Vereinigung sei der Umzug der Praxis bereits genehmigt.
"Was für mich das Wichtigste ist: Ich brauche mein fachliches Können, einen Computer und Internet", sagt Kunz und lässt damit ein bisschen durchblicken: Er könnte selbst dann arbeiten, falls sich die Bauarbeiten im früheren Krankenhaus doch noch hinziehen sollten. Auch die Bereitschaftspraxen der Kassenärztlichen Vereinigung etwa im Krankenhaus Tirschenreuth oder in Marktredwitz seien nur mit dem Nötigsten ausgestattet: "Ein Rechner, ein Tisch, ein Minischrank mit Medikamenten und Verbandsmaterialien." Die EDV aber sei unverzichtbar. Diese werde noch vor den Feiertagen eine Fachfirma installieren.















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