06.12.2019 - 14:03 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Amoklauf im Krankenhaus iin Waldsassen zum Glück nur eine Übung

Ein Amokläufer greift Patienten im Krankenhaus mit einem Messer an. Die Polizei ist schnell zur Stelle und fasst den Täter. Doch damit beginnt der Einsatz erst so richtig.

Ärztliche Leiterin Rettungsdienst Dr. Gudrun Graf (rechts) hat die Sichtungsübung selbstverständlich auch selbst absolviert. Hier mit Rettungssanitäter Dominic Schreyer (links) bei einer Verletzten mit einer Schnittwunde im Bauchraum.
von Externer BeitragProfil

Das ganze Geschehen war am Krankenhaus Waldsassen zum Glück nur eine Übung. Damit Notärzte und Einsatzleiter gegebenenfalls nicht völlig unvorbereitet in solch ein Schreckensszenario schlittern, bot ihnen das Rote Kreuz diese Fortbildung an.

Über 30 Notärzte, Einsatzleiter und Rettungsdienstmitarbeiter aus der nördlichen Oberpfalz nahmen daran teil. BRK-Kreisgeschäftsführer Holger Schedl, Bürgermeister Bernd Sommer und Dr. Gudrun Graf, Ärztliche Leiterin des Rettungsdienstes, freuten sich ungemein über diese große Resonanz. Die Fortbildung begann mit einem Referat von Gudrun Graf über die Rollen und Aufgaben des Notarztes und Rettungswagens bei einem Massenanfall von Verletzten (MAN).

Zum Thema "Lebensbedrohliche Einsatzlagen" hatten die Leiter der Polizeiinspektion Waldsassen, Erster Polizeihauptkommissar Roland Heldwein und Polizeihauptkommissar Georg Ziegler, den Spezialisten des Polizeipräsidiums, Polizeikommissar Sebastian Metzner in die Klosterstadt geholt. Silvio Rupp von der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz informierte über die Aufgaben und Rollen bei einem MAN. Leitender Notarzt Dr. Achim Nemsow sowie die Einsatzleiter Richard Cruz und Silvio Rupp thematisierten im letzten theoretischen Block die Aufgaben und Rollen des Einsatzleiters Rettungsdienst, des Leitenden Notarztes und der Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung. Dabei stellte Cruz die Sichtungssets des Rettungsdienstes vor. Darin sind unter anderem Verletztenanhängekarten, farbcodierte Arm- und Leuchtbänder enthalten.

Nach dem Mittagessen startete der praktische Teil. Mit Notfallsanitäter Patrick Süttner trainierten die Teilnehmer das "Wundpacking" - eine Möglichkeit stark blutende Wunden zu stoppen - an einer Schweineschulter. Drohnen-Pilotin Melissa Wagner und Copilot Christian Forster präsentierten an der nächsten Station die Multicopter und möglichen Einsatzszenarien der Fachgruppe Unmanned Aerial System (UAS) des BRK-Kreisverbandes Tirschenreuth.

Im ehemaligen akutstationären Bereich des Krankenhaus Waldsassen waren Teilnehmer bei einer Sichtungsübung unter Leitung von Jürgen Göppl ordentlich gefordert. Beim angenommenen Amoklauf mussten 18 realistisch geschminkte Verletzte auf der Station versorgt werden, von der Stichwunde im Brustkorb über diverse Abwehrverletzungen bis hin zu dementen und psychisch dekompensierten Patienten reichten die angenommenen Notfälle. Die Mitglieder der Notfalldarstellung leistet hier ganze Arbeit, ebenso wie die Mimen selbst. Um zusätzlich Stress zu erzeugen, hallten laute Schreie vom Band durch das Krankenhaus.

In Zweierteams ging es auf die Station. Der zuerst eintreffende Notarzt und Notfallsanitäter hatten schnellstmöglich alle Beteiligten nach ihren Verletzungen zu kategorisieren und lebensrettende Maßnahmen zu ergreifen. Im Anschluss wurde die Aufgabe mit Dr. Nemsow besprochen. BRK-Rettungsdienstleiter Klaus Dvorak und Gudrun Graf dankten allen Mitwirkenden mit Applaus für die Leistungen.

Bei der Sichtungsübung galt es im Team alle Verletzten zu sichten, erfassen und schnell lebensrettende Sofortmaßnahmen zu ergreifen. Während Notärztin Dr. Graf die Patientin sichtet, erfasst Rettungssanitäter Dominic Schreyer die Daten.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.