03.01.2021 - 11:39 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Andacht zum Genießen und Innehalten in der Basilika Waldsassen

Hochkarätige Musik mit Trompete und Orgel, dazu Betrachtungen zum Nachdenken: In den Genuss dieser Kombination kamen an Silvester die Besucher der Jahresschlussandacht in der Basilika Waldsassen.

Xaver Himpsl beeindruckte in der Jahresschlussandacht in der Basilika mit seinen Darbietungen mit verschiedenen Trompeten.
von hmrProfil

Kirchenmusikdirektor Andreas Sagstetter hatte gemeinsam mit seinen Musikerkollegen Xaver Himpsl und Andreas Wimmer sowie Stadtpfarrer Thomas Vogl einen abwechslungsreichen Programmverlauf für die gut besuchte Jahresschlussandacht zusammengestellt. Xaver Himpsl mit verschiedenen Trompeten auf der Orgelempore und Andreas Wimmer an der Basilikaorgel eröffneten die Andacht mit dem "Rondeau, The Prince of Denmark's March" von Jeremiah Clarke, ehe Pfarrer Vogl mit einfühlsamen Worten zum Innehalten und Nachdenken über das vergangene Jahr anregte und dazu aufrief: "Legen wir das alte Jahr in Gottes Hände."

Außergewöhnliches Gedicht

Mit dem gemeinsam gespielten "Concerto" von Alessandro Marcello und einem anschließenden Orgelsolo, angelehnt an Passagen aus dem Weihnachtslied "O du fröhliche..." zeigten die Musiker dann Auszüge aus ihrem breiten Repertoire. Anhand eines außergewöhnlichen "Gedichts" des in Böhmen geborenen Multikünstlers und Visionärs Wenzel A. Hablik erläuterte Pfarrer Vogl seine Gedanken zum Jahr 2020. Das auf der Rückseite des an die Besucher verteilten Programmblatts abgedruckte Werk besteht lediglich aus einer Ansammlung von Fragezeichen, Punkten, Ausrufezeichen und Gedankenstrichen sowie der Überschrift "Was ist das Glück?" und dem kurzen Schlusssatz "So is dat!". In diese nicht vorlesbaren und jede Regelmäßigkeit vermeidenden Zeilen kann jeder seine eigenen Gedanken zum Jahr hineininterpretieren.

Viele Fragezeichen

Thomas Vogl erwähnte angesichts der Leerzeichen die zum Teil leeren Kirchen, Straßen oder Geschäfte im Pandemie-Jahr. Die Ausrufezeichen könnten für die Menschen stehen, die sich besonders eingesetzt haben. Mit dem Schlusssatz "so is dat!" könne man das alte Jahr gewissermaßen persönlich bewerten und abschließen, je nachdem, ob man gesund geblieben ist, ob Angehörige am Virus erkrankt sind und ob es trotzdem auch Gutes gab. "2020 hat viele Fragezeichen gesetzt", so der Priester.

"Let the bright Seraphim" von Georg Friedrich Händel, gespielt auf der Piccolo-Trompete, und "La Califfa" von Enrico Morricone waren die nächsten Musikstücke der beiden Interpreten. Nach einer Lesung aus dem Buch Jeremia durch Pfarrer Vogl bot Xaver Himpsl ein Trompetensolo der "Cello Suite No. I" von Johann Sebastian Bach dar. Wieder gemeinsam spielten die Musiker das bekannte "Te Deum" von Marc-Antoine Charpentier. Nach einem Gebet zum guten Ausklang eines einzigartigen Jahres und dem Segen für die Arbeit und das Wohlergehen der Menschen im neuen Jahr bedankte sich Pfarrer Vogl bei den beiden Künstlern. Den Abschluss bildete das Stück "Sept Chorals pour trompette et orgue" von Jean Langlais.

Applaus und Zugabe

Mit langanhaltendem Applaus honorierten die Zuhörer die musikalischen Leistungen, was die Interpreten schließlich noch zu einer imposanten und klangvollen Zugabe veranlasste. Die Titelmelodie zum Film "Zwei glorreiche Halunken" kommentierte Stadtpfarrer Vogl mit den Worten: "Dieses Werk muss man rein musikalisch sehen, sonst ist es vielleicht irritierend."

Bewegtes musikalisches Leben

Zu den Musikern: Xaver Himpsl ist der älteste Sohn der Musikerfamilie Himpsl und ein Mitglied der "Unterbiberger Hofmusik". Er hat bereits ein bewegtes musikalisches Leben mit einer vielseitigen Ausbildung hinter sich. Dazu zählen ein Jungstudium am Richard-Strauss-Konservatorium, ein zweisemestriges Physikstudium, eine Ausbildung zum Musikmanager und ein Abstecher in den Masterstudiengang Kulturmanagement. Himpsl hat sein Trompeten-Diplom an der Trossinger Musikhochschule bei Wolfgang Guggenberger abgeschlossen. Die Masterklasse hat er unter anderem bei Hannes Läubin, Reinhold Friedrich, Claudio Roditi und Bobby Shew absolviert, bei einem Semester in Dänemark hat er bei Christian Steenstrup gelernt. Aktiv ist Xaver Himpsl in einigen Ensembles in und um München.

Andreas Wimmer ist als Organist und Chorleiter im Pfarrverband Unterhaching sowie beim Männergesangverein Liederkranz Unterhaching engagiert.

Am Neujahrstag folgte in der Basilika die Aussendung der Sternsinger

Waldsassen
Organist und Chorleiter Andreas Wimmer vom Pfarrverband Unterhaching gestaltete an der Basilikaorgel gemeinsam mit Trompeter Xaver Himpsl die Jahresschlussandacht in der Basilika.
Stadtpfarrer Thomas Vogl regte in der Jahresschlussandacht zwischen den Musikstücken mit Gebeten, Gedanken und Betrachtungen zum vergangenen Jahr zum Nachdenken und Innehalten an.

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