14.11.2019 - 10:26 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Von Aronia bis Sanddorn

Bepackt mit Spaten, Gießkannen, Mulchmaterial und jungen Sträuchern zog eine Gruppe zur Schwanenwiese: Der Grund war eine besondere Pflanzaktion der Umweltstation Waldsassen.

Bevor die Pflanzaktion startete, reihten sich die Teilnehmer für ein Gruppenfoto auf. Mit dabei waren Johanna Härtl (Zweite von links), Irene Fießinger (Vierte von links) und Claudia Dietz (rechts).
von Redaktion ONETZProfil
An manchen Stellen ging der Spaten sehr schwer in den Boden.
Herbstpflanzaktion in der Parkanlage Schwanenwiese.

Das Modellprojekt der Umweltstation der Abtei Waldsassen, ausgezeichnet mit dem Qualitätssiegel der „Umweltbildung Bayern“, steht in diesem Jahr unter dem Motto „(Wild-)Obst“. Vor diesem Hintergrund fand nun diese Pflanzaktion statt. Dazu versammelten sich an einem sonnigen Herbsttag Johanna Härtl, Leiterin der Umweltstation, Claudia Dietz, Gärtnerin im Kloster- und Naturerlebnisgarten, sowie Mitarbeiter und Helfer der Gartentruppe der Lebenshilfe Marktredwitz um Leiterin Irene Fießinger. Gepflanzt wurden verschiedenste Wildobststräucher – von Aronia und Mispel bis hin zu Weißdorn und Sanddorn.

Die Gartentruppe der Lebenshilfe Marktredwitz unterstützt die Umweltstation bereits seit vielen Jahren während der Saison bei der Pflege des Kloster- und Naturerlebnisgartens. Die Pflanzaktion in der Parkanlage Schwanenwiese war für die Gartentruppe die Abschlussaktion für dieses Jahr. Jeder bekam eine Aufgabe: Vom Graben der Löcher über das Einsetzen und Angießen der jungen Sträucher bis hin zum Mulchen mit Heu. Unterdessen wurden zwischen den schon vorhandenen Bäumen und Sträuchern passende Plätze für die neuen Pflanzen gesucht.

Die zertifizierte Kräuterführerin Petra Stark führte bereits im September einige Gruppen auf einer „Mundraub-Tour“ durch die Parkanlage. Dabei lag der Fokus auf Wildfrüchten, Wildkräutern und Baumarten, die alle im Wildgarten des Grüngürtels der ehemaligen Klostersiedlung erhalten geblieben sind. Neben den gesundheitlichen Vorteilen und Wirkungen der wilden Sorten ging es auch um das Thema „Mundraub“ und die Initiative „Mundraub.org“ (siehe Infokasten). Mit der Tour durch die Schwanenwiese motivierte Petra Stark die Teilnehmer, (Wild-)Obst in der Natur zu sammeln und vor allem auch wieder den Blick auf zum Teil längst vergessene Wildobststräucher wie Sanddorn, Berberitze, Kornelkirsche oder Mispel zu öffnen. Mit Tipps zur Verarbeitung und Verwendung – das Spektrum reicht von Marmelade und Sirup über Essig und Lippenbalsame – endeten die Touren mit einer „wilden Verköstigung“. Aus dem Teilnehmerkreis hieß es, dass man sich nun mit einem ganz anderen Blick auf Sträucher und Bäume durch die Natur bewege.

Wie Johanna Härtl mitteilte, habe die Umweltstation mit Hilfe der Touren den vorhandenen Bestand von (Wild-)Obstsorten erfasst. Bei der Herbstpflanzaktion am Rande der Parkanlage Schwanenwiese habe man den Bestand um weitere Wildobststräucher ergänzt. „Wir hoffen darauf, dass die neu gesetzten Sträucher gut gedeihen und die Besucher der Schwanenwiese sich an vielen Ernten erfreuen können“, betonte Johanna Härtl.

Information:

Plattform "Mundraub.org"

Mit dem Titel „Mundraub.org“ wurde eine Internetplattform geschaffen, auf der die Entdeckung von essbaren Landschaften und deren Nutzungsmöglichkeiten im Mittelpunkt stehen. Jeder kann dort mit Hilfe einer interaktiven Karte Fundorte von Obst und Wildkräutern mit anderen teilen. Zudem kann man sich über die „Mundraub-Regeln“ informieren – von der Beachtung der Eigentumsrechte bis hin zum Umgang mit den Pflanzen bei der Ernte. Gefördert wird im Zuge der Initiative auch eine regionale Ernährungsweise, um unter anderem der Lebensmittel-Verschwendung entgegenzuwirken.

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