05.09.2018 - 17:51 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Asia-Märkte unter die Lupe nehmen

Drogen, Waffen und verbotene Feuerwerkskörper: Der Asia-Markt bei Eger ist für Landrat Wolfgang Lippert das "große Übel". Bei der Waldsassener Sicherheitskonferenz will er wissen, ob es Möglichkeiten gibt, solche Märkte zu schließen.

Zur 1. Waldsassener Sicherheitskonferenz ist mit Innenminister Joachim Hermann (Mitte) ein prominenter Gast gekommen. Auf dem Podium sind auch (von links) Wilhelm Schmidbauer, Thomas Schöniger, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Oberpfalz, Landtagsabgeordneter Tobias Reiß und Waldsassens zweiter Bürgermeister Karlheinz Hoyer.
von Martin Maier Kontakt Profil

"Das Problem mit diesen Märkten ist mir bekannt", erklärt Innenminister Joachim Herrmann. Der CSU-Politiker ist am Mittwochmittag auf Einladung des Landtagsabgeordneten Tobias Reiß zur Sicherheitskonferenz in die Klosterstadt gekommen. Dabei stellt sich Hermann den Fragen der Vertreter der Polizei und Justiz aus der nördlichen Oberpfalz.

Landrat Lippert macht deutlich, dass ihm die Polizei immer wieder signalisiere: "Die Welt ist bei uns in Ordnung." Allerdings gebe es auch einen Punkt, der allen große Sorgen mache. Täglich würden Schleierfahnder Leute erwischen, die Drogen schmuggeln. "Das ist fast Normalität." Viele würden nach dem Crystal-Kauf auf dem Asia-Markt unter Drogen durch den Landkreis fahren. "Ist es möglich, durch grenzüberschreitende Aktionen solche Märkte zu schließen?", fragt daher Lippert in die Runde.

Hermann verrät, dass ihm Waldsassens zweiter Bürgermeister Karlheinz Hoyer schon am Vormittag eingeladen habe, zusammen über den Asia-Markt zu gehen. "Ich hatte aber noch einen Termin bei der Äbtissin, aber vielleicht komme ich auf das Angebot zurück", so der Innenminister mit einem Augenzwinkern. Die Thematik sei natürlich sehr ernst. Die Zusammenarbeit mit der Polizei im Nachbarland werde immer weiter vertieft. Dies bestätigt auch Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer. Allerdings herrsche momentan ein "leichter Stillstand", weil es Veränderungen bei der Regierung in Prag gegeben habe.

Zudem verweist Schmidbauer darauf, dass "sich die Bekämpfung der Vietnamesenmärkte drastisch verbessert hat". Man sei auf einem guten Weg. Dabei handle es sich bei der Crystal-Bekämpfung aber um ein Problem, das viel mehr Länder betreffe. Als Beispiel nennt der Landespolizeipräsident Polen. Denn ein Rohstoff für die Drogenproduktion "firmiere dort als Putzmittel".

Thomas Bauer, Chef der Weidener Kriminalpolizei, macht darauf aufmerksam, dass die Zusammenarbeit mit den tschechischen Kollegen keine Einbahnstraße sei. Einige festgenommene Personen würden den genauen Ort nennen, wo sie die Drogen in Tschechien gekauft haben. "Diese Informationen geben wir natürlich weiter."

Schon zum Beginn des Gesprächs betont Reiß die Wichtigkeit der neuen bayerischen Grenzpolizei. "Davon bin ich ein ganz großer Fan. Die Schleierfahndung ist ein Exportschlager aus Bayern." Es gehe nämlich nicht nur um die illegale Migration, sondern auch um die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Drogenkriminalität. Hierbei sei der Grenzübergang bei Waldsassen durchaus als "Einfalltor" zu sehen.

Hermann verweist darauf, dass Bayern das Land mit der niedrigsten Kriminalitätsrate in Deutschland sei. Darauf dürfe man sich aber nicht ausruhen. Daher würden seit einiger Zeit insgesamt 3500 neue Stellen für die Polizei geschaffen. "Das ist bundesweit einmalig." Davon werde auch der Landkreis Tirschenreuth profitieren. Seit heuer würden deutlich mehr Polizisten (1800) eingestellt, als in Pension (1200) gehen, ergänzt Reiß.

Zum Abschluss der Konferenz überreicht Karlheinz Hoyer dem Innenminister einen kleinen Geschenkkorb. Dabei erinnert der Waldsassener den Franken an sein Angebot: "Ich freue mich schon, wenn wir beide - gut getarnt - uns den Asia-Markt anschauen."

Hintergrund:

"Abschiebungen effizienter gestalten"

Beim Sicherheitsgespräch kam auch zur Sprache, dass Abschiebungen immer wieder sehr viel Personal der Polizeiinspektionen binden würden. Dadurch bleibe das Alltagsgeschäft liegen. Innenminister Joachim Hermann versicherte, das Problem erkannt zu haben. "Abschiebungen wollen wir noch effizienter gestalten." Dies betreffe vor allem die Abläufe. (rti)

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