31.01.2019 - 17:06 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Bischof Voderholzer ehrt "Feuerkinder"-Ärztin Annemarie Schraml

Die Diözese Regensburg dankt Dr. Annemarie Schraml mit der St-. Wolfgangs-Verdienstmedaille.

Bischof Rudolf Voderholzer überreicht an Dr. Annemarie Schraml die Wolfgangsmedaille.
von Josef RosnerProfil
Der Bischof zeichnet fünf verdiente Gläubige mit der Medaille aus. Zweite von rechts Dr. Annemarie Schraml.
Dr. Annemarie Schraml ( Vierte von links) freut sich über die Medaille.
Dr. Annemarie Schraml erhielt am Sonntag aus der Hand von Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer die St. Wolfgangs-Verdienstmedaille überreicht. Gewürdigt wurde damit in erster Linie ihr jahrzehntelanger Einsatz für die Menschen in Tansania. Seit 2000 hilft sie mit ihrer Aktion „Feuerkinder“ den Kindern und Menschen dort.

Fünf Personen zeichnete Bischof Rudolf Voderholzer am Sonntag bei einem Empfang in Regensburg für ihr Wirken mit der St.-Wolfgangs-Verdienstmedaille aus. Neben Annemarie Schraml erhielten die Anerkennung Gerd Sommer (Landshuter Pfarrei St. Margaret), Gertrud Pledl (Plattling, St. Magdalena), Ursula Brandlmeier (Neustadt/Donau) und Heinrich Kurzendorfer (Waldmünchen).

Regionaldekan Georg Flierl aus Tirschenreuth hatte Dr. Schraml für die Ehrung vorgeschlagen. Die gebürtige Mitterteicherin und heute in Waldsassen lebende Ärztin setzt sich seit mittlerweile 20 Jahren für die Aktion "Feuerkinder" ein. Dr. Schraml ist schon seit ihrer Kindheit kirchlich engagiert. Die 66-Jährige war von 1964 bis 1974 Gruppenleiterin, Pfarrjugendführerin und Bezirksleiterin der Katholischen Jungen Gemeinde. Später gehörte sie für eine Periode auch dem Pfarrgemeinderat St. Jakob in Mitterteich an. Seit 1968 ist sie in der Fokolarbewegung aktiv.

Nach dem Besuch der Volksschule Mitterteich wechselte sie 1964 an Stiftland-Gymnasium nach Tirschenreuth, das sie 1974 mit dem Abitur abschloss. Im Anschluss studierte sie von 1973 bis 1980 Humanmedizin an der Universität in Erlangen. Die Approbation zur Ärztin erfolgte am 20. Mai 1980, am 7. Juli des gleichen Jahres promovierte sie zum Thema "Wie bereiten Eltern ihr Kind auf einen Krankenhausaufenthalt vor?" Beruflich war sie ab 1980 zwei Jahre lang Assistenzärztin in der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses Tirschenreuth. 1982 kam sie nach Rummelsberg, 1986 erfolgte die Anerkennung als Orthopädin. 1987 erhielt sie ein Stipendium, sie wirkte bis 1995 in verschiedenen Fachkliniken in den USA und Kanada.

Ab 1996 war die Chefärztin der Orthopädischen Klinik Wichernhaus in Rummelsberg. Von 2012 bis zu ihrem beruflichen Ausscheiden im vergangenen Sommer war sie Chefärztin der Abteilung Kinderorthopädische Chirurgie und Orthopädie an der Cnopf'schen Kinderklinik im Nürnberg. Seit 2000 ist sie mit ihrem Projekt "Feuerkinder" betraut.

Begonnen hat alles mit dem Aufbau des kinderorthopädischen Zentrums "Nkoaranga-Krankenhaus in Arusha" im Norden Tansanias. Seit dieser Zeit hat sie dort über 2000 Menschen operiert und gut 7200 Personen ambulant behandelt.

Über diese hohe Auszeichnung der Diözese freut sich die Frau aus dem Stiftland ungemein. "Ich habe als Christ Verantwortung für die Menschen in der Welt. In meiner Arbeit sehe ich mich durch Papst Franziskus bestätigt." Die Medaille sei sehr dabei schon überraschend gekommen.

Am 17. Februar fliegt die Waldsassenerin wieder für zweieinhalb Wochen nach Tansania, um den Menschen dort zu helfen. Mit dabei sind zwei weitere Orthopäden, sie bei ihrer Arbeit unterstützen. "Ich mache so lange weiter, wie es meine Gesundheit erlaubt", versprach Dr. Schraml.

Ausdrücklich betont sie, dass ihr die Ökumene sehr am Herzen liegt. "Wir helfen Menschen, ohne auf ihren Glauben zu schauen." Dr. Annemarie Schraml ist auch Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, das ihr 2009 der heutige Ministerpräsident Dr. Markus Söder in Nürnberg überreicht hat.

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