14.01.2019 - 13:19 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Dirigentin mit Rücktritts-Absichten

Als schöne Zeit bezeichnet Laura Bäumler die drei zurückliegenden Jahre an der Spitze der Stiftländer Jugend- und Blaskapelle. Sie beklagt aber, dass es von Anfang an keine Zusammenarbeit mit dem Vorstand gegeben hat.

Laura Bäumler (im Bild beim Neujahrsempfang) kündigt bei der Jahreshauptversammlung den Rücktritt als Dirigentin an.
von Autor KGGProfil

Ihre Vorschläge wie kleine Weihnachtsgeschenke für die Musikerinnen und Musiker oder die Bereitstellung eines Kleinbusses für die D1-Prüfung der Musiker seien abgelehnt worden. Sie selbst sei auch von Sitzungen ausgeschlossen, weil diese immer Mittwochs stattfinden. Dem Antrag, die Sitzungen wegen des Studiums der Dirigentin aufs Wochenende zu legen, wurde nach den Worten von Laura Bäumler nicht entsprochen.

Als sprichwörtlich "Tüpfelchen aufs i" bezeichnete Laura Bäumler die Weihnachtsfeier: Selbst bei dieser Gelegenheit sei ihr kein kein Zeichen des Dankes und der Anerkennung entgegen gebracht worden. Normalerweise sei es auch in der Region üblich, dass für eine derartige Aufgabe eine Honorierung von 450 bis 650 Euro möglich ist. Sie selbst wäre schon mit einem Viertel - mit 100 Euro im Monat - zufrieden gewesen. Wie sie dazu weiter ausführte, hätten 54 Prozent der Musiker gegen eine Finanzierung des Dirigenten gestimmt. Wie Laura Bäumler sagte, trete sie als Ausbilderin für Klarinette und Leiterin zweier Bläserklassen und dem Amt als Dirigentin öffentlich zurück. An die Musiker gewandt sagte Laura Bäumler mit bewegter Stimme: "Es hat mir Spaß gemacht mit euch zu arbeiten und bin stolz auf den gemeinsamen Erfolg."

"Dies kann man auf keinen Fall so stehen lassen und zur Tagesordnung weiter übergehen", sagte Bürgermeister Bernd Sommer spontan. Ehrendirigent Wolfgang Plötz bat inständig, es noch einmal zu versuchen. Wie Vorsitzender Alexander Riedl sagte, sei die Zeitspanne etwas kurz für abklärende Gespräche gewesen. Er sei persönlich eingespannt und auch für den Kreisverband des Nordbayerischen Musikbundes unterwegs. Wenn es an ihm persönlich mit liegen soll, so bat er um Entschuldigung, es sei keinerlei Absicht dahinter gewesen. Die Finanzierung stehe zwar schon länger im Raum, eine Umsetzung sei jetzt aber in Kürze der Zeit nicht möglich gewesen, sagte Riedl.

Wie Bürgermeister Bernd Sommer sagte habe er aus der Situation viel herausgehört. Es sei sicherlich nicht nötig, es an kleinen Dingen scheitern zu lassen. Sommer regte an, dies in einem kleinen Gesprächskreis unter seiner Moderation noch einmal zu erörtern. Zum Kreis könnten seiner Auffassung nach neben dem Vorstandsteam auch Ehrenmitglieder und Ehrendirigent gehören. Sein persönliches Gefühl sage ihm, dass es an vielen kleinen Dingen hänge. Diese sollten sich regeln lassen.

"Es wäre unendlich schade, wenn man hier aufgeben würde." Sommer bekannte, dass er stolz auf das musikalische Niveau der Kapelle sei. Dieses habe sich beim Neujahrsempfang erneut gezeigt. Der Bürgermeister entlockte Laura Bäumler ein kleines Lächeln in ihrem Gesicht und die Zustimmung zu einer klärenden Gesprächsrunde in absehbarer Zeit.

Vorstandsmitglied Christine Heindl fand es in einer anschließenden Wortmeldung "frech und unverschämt" von Laura Bäumler, dass sich die Dirigentin auf diese Weise öffentlich äußert. Die Sprecherin verwies auf demokratische Entscheidungen innerhalb des Vorstandsgremiums und dessen engagierte Arbeit für den Verein.

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