24.09.2020 - 16:58 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Der dritte Kindergarten in Waldsassen ist in Betrieb

Beinahe heimlich, still und leise war der Start am 1. September. Wer aber die Räumlichkeiten der neuen Betreuungseinrichtung betritt, der bemerkt schnell: Dort geht's hoch her.

Gelungen ist der Start im neuen Johanniter-Kindergarten, der dritten Betreuungseinrichtung in Waldsassen. Im Bild Leiterin Katja Bloßfeldt (rechts) zusammen mit den Mitarbeiterinnen und einigen der zu betreuenden Kinder sowie Bürgermeister Bernd Sommer.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Die dritte Kinderbetreuungseinrichtung in Waldsassen hat den Betrieb aufgenommen. Der Johanniter-Kindergarten ist vorübergehend an der Schulstraße untergebracht. Nächstes Jahr ist dann der Umzug ins neue Domizil geplant. Es soll rechts der Schützenstraße entstehen, auf Höhe der früheren Zieglerbrauerei.

Eine eigene Klingel am Haupteingang des Kindergartens Tausendfüßler weist auf das neue Betreuungsangebot in Waldsassen hin, unter dem Dach der Grundschule. "Aber wir sind eine eigenständige Einrichtung", unterstreicht Leiterin Katja Bloßfeldt. Träger des dritten Kindergartens in der Klosterstadt ist die Johanniter Unfallhilfe.

Geräumig und hell

Wer den Weg durchs Foyer des Kindergartens Tausendfüßler und weiter bis zum Eingang zur ehemaligen Hausmeisterwohnung zurückgelegt hat, der sieht schnell: Das Übergangsdomizil ist alles andere als eine Notlösung. Auf den rund 90 Quadratmetern Fläche und in den hellen Zimmern dürfen sich die Kinder sowie das Personal wohlfühlen. Es besteht aus zwei Erzieherinnen und einer Auszubildenden.

"Viel war ja nicht zu renovieren", erzählt Katja Bloßfeldt über die Arbeiten vorm Start am 1. September. Die Wohnung war gut zwei Jahre leer gestanden; zuvor waren die Räume weitgehend modernisiert worden. Ein neuer Anstrich und die Verkleidungen der Heizkörper, für die Sicherheit der Kinder, wären die einzigen größeren Arbeiten gewesen. Außerdem musste noch ein Notausgang installiert werden.

Kreative Lösung im Bad

"Wir müssen dem Bauhof-Personal und der Stadt wirklich danken", sagt Katja Bloßfeldt über die Vorarbeiten vorm Start mit dem Beginn des neuen Schuljahres. "Dabei durften die Arbeiter des Stadtbauhofs auch kreative Lösungen umsetzen." Für die Übergangslösung wäre das viel zu schade gewesen", sagt die Kindergartenleiterin etwa über die Aktion im Bad: "Wir hätten es herausreißen müssen." Damit die Kleinen einfacher die für sie viel zu hoch montierten Waschbecken und die Toilette benutzen können, wurde am Boden zu einem Teil ein Holzpodest eingebaut.

Auftakt mit acht Kindern

Beim Besuch von Bürgermeister Bernd Sommer, der zum Start ein Wappen der Stadt mit einem sinnigen Spruch überreichte, waren drei Kinder in der Krippe. Der Kindergarten startete zum Auftakt mit 8 Mädchen und Buben; maximal 12 Kinder können im Johanniter-Kindergarten betreut werden. Katja Bloßfeldt stellt die gute Zusammenarbeit mit dem Kindergarten Tausendfüßler und der Markgraf-Diepold-Grundschule heraus.

Der erste Tag war schon sehr aufregend für uns alle.

Katja Bloßfeldt

Glücklich ist die Chefin über die personelle Ausstattung des neuen Kindergartens. Neben Katja Bloßfeldt als Chefin arbeiten in der Einrichtung als weitere Erzieherin Sophia Döberlein sowie Vanessa Bradler als Auszubildende. Dass sich das Trio schon kennt, hat sich auch beim Start ausgezahlt.

Eingewöhnung in zwei Schichten

"Der erste Tag war schon sehr aufregend für uns alle", erinnert sich Katja Bloßfeldt. Sie meint konkret die sogenannte "Eingewöhnungszeit": Dabei dürfen die Kleinen am ersten Tag zusammen mit einem Elternteil im Kindergarten bleiben, bis sich die Mädchen und Buben langsam von Mami oder Papi lösen. Die Leiterin erzählt von der besonderen Situation eines kompletten Neuanfangs in einem Kindergarten. Dies sei anders, als wenn unterm Jahr neue Kinder zu den anderen kommen. "Wenn alle neu sind, dann muss sich auch erst das Team finden."

Im Johanniter-Kindergarten war dies einfacher. "Wir kennen uns schon länger", verrät Katja Bloßfeldt über das Team: Sophia Döberlein war Auszubildende im Städtischen Kindergarten, und Vanessa Bradler kennt Katja Bloßfeldt seit der Grundschulzeit. "Beide haben sich beworben und sind auch ausgewählt worden", freut sich die Kindergarten-Leiterin.

Waldsassen
Bei seinem Antrittsbesuch im Johanniter-Kindergarten überreichte Bürgermeister Bernd Sommer Leiterin Katja Bloßfeldt ein besonderes Stadtwappen mit einem sinnigen Spruch.
Hintergrund:

Mehrere Ursachen für gestiegenen Bedarf

Im Johanniter-Kindergarten wird zurzeit eine Kinderkrippen-Gruppe für Mädchen und Buben im Alter von 1 bis 3 Jahren betreut. Später, nach Eröffnung des Neubaus, sind vier Gruppen geplant - zwei Krippengruppen und zwei Kindergartengruppen. "Das geht echt rasant", schildert Bürgermeister Bernd Sommer den gestiegenen Bedarf an Betreuungsplätzen. Dafür gebe es verschiedene Ursachen. Sommer nennt dazu die konstante Geburtenzahl, die Zuzüge in Waldsassen - etwa durch Leute, die nach einigen Jahren in Ballungszentren wieder nach Waldsassen zurückkehren - sowie allgemein den gestiegenen Betreuungsbedarf durch Alleinerziehende oder wenn beide Elternteile berufstätig sind.

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