20.10.2020 - 14:31 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Drittes Kinderhaus in Waldsassen entsteht in der Natur am Stadtrand

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Der dritte Kindergarten in Waldsassen ist seit kurzem in Betrieb - in einem Übergangsdomizil. Zum neuen Kindergartenjahr 2021/22 soll dann der Betrieb im neuen Haus am Zieglerrang starten. Bis zur Eröffnung ist es aber noch ein weiter Weg.

Der neue Johanniter-Kindergarten soll primär über den Stationsweg und die von dort hinführende Fußgänger-Verbindung (Bild) erreicht werden können.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Der dritte Kindergarten in Waldsassen, für den die Johanniter-Unfallhilfe die Trägerschaft übernommen hat, ist vorübergehend in der Markgraf-Diepold-Grundschule eingerichtet. "Katja Bloßfeldt hängt sich da voll rein mit ihrem Team", sagt Bürgermeister Bernd Sommer in einem Gespräch mit Oberpfalz-Medien über die Kinderhaus-Leiterin und freut sich, dass der Start Anfang September geglückt sei.

Am 1. September startete der Betrieb im dritten Kindergarten in Waldsassen

Waldsassen

Zurzeit laufen im Rathaus die Vorbereitungen für den Neubau des dritten Kinderhauses. Die Auswahl des Architekten ist inzwischen erfolgt, allerdings werden wegen der Einspruchsfrist der Mitbewerber noch keine Namen genannt. Fünf Büros, so informiert der Bürgermeister, hätten ihr Interesse an dem Auftrag der Stadt Waldsassen bekundet.

Nicht direkt mit dem Auto erreichbar

Das neue Johanniter-Kinderhaus wird primär über den Stationsweg erreichbar sein. Zudem kann auch der Weg über den Pencoedring genutzt werden. "Mein Wunsch ist, dass man den Kindergarten nicht direkt anfahren kann", so Sommer. Dies entspräche auch der naturnahen Ausrichtung der Betreuungseinrichtung. "Egal von welcher Seite ich komme - die letzten paar Meter gehe ich mit meinem Kind zu Fuß", unterstreicht Sommer seine Vorstellungen. Dies solle Eltern dazu einladen, den Weg komplett zu Fuß zurückzulegen, wenn sie in der Nähe wohnen. Denn es wäre wenig sinnvoll, wenn Leute, die etwa links von der Schützenstraße wohnen, in den Pencoedring fahren würden.

Eingeschränkte Lebensqualität

Für derartige Details, sagt Bernd Sommer, sei es aber noch zu früh. Unklar sei auch noch der genaue Standort des Hauses und wie es in das bestehende Gelände integriert werden kann. Die Ausrichtung - entweder in Richtung Spielplatz oder in Richtung Brauereigebäude - sei eine Frage, die sich einige wenige Anwohner gestellt hätten: "Sie meinten, sie würden durch den Kindergarten in ihrer Lebensqualität eingeschränkt", verrät Sommer. "Ich sage dann: ,Leute, ich weiß wovon ich spreche'." Denn Sommer wohnt neben einem Kinderspielplatz. "Das ist eine Frage der Einstellung, ob ich bestimmte Dinge als Lärm empfinde oder als Leben."

Der Zeitplan für die Fertigstellung des neuen Kinderhauses steht nach wie vor fest: Zum Kindergartenjahr 2021/22 soll der Betrieb im neu errichteten Haus starten. Dabei räumt Sommer inzwischen ein, dass dies schon eine recht ambitionierte Vorgabe sei.

Noch völlig unklar ist zurzeit noch die Ausrichtung des neuen Kindergarten-Gebäudes - etwa hin zum Spielplatz (Bild) oder in Richtung Brauerei.
Hintergrund:

Höherer Betreuungsbedarf erfordert drittes Kinderhaus

Dass ein dritter Kindergarten erforderlich ist, liegt laut Bürgermeister Bernd Sommer vor allem am veränderten Betreuungsbedarf – im Kontext mit einer anhaltend konstanten Geburtenrate. „Früher ist man im dritten Lebensjahr in den Kindergarten gekommen, jetzt gehen die Kleinen schon im zwölften Lebensmonat in die Krippe.“ Dabei liegen die Betreuungsquoten vor Ort noch weit unter dem Bundesdurchschnitt. Kleinere Steigerungen beim Betreuungsbedarf seien noch mit der Erweiterung der bestehenden Häuser aufgefangen worden. „Das halten wir nicht auf, das ist ein Trend in der Gesellschaft“, so Sommer über die Veränderung.

Doch ohne dritten Kindergarten wäre der Bedarf nicht zu decken. „Und habe ich die Angebote nicht, dann zieht mir auch keine junge Familie her.“ Viele Familien, die neu in die Region kämen, machten ihre Entscheidung für den Wohnort eben auch von Betreuungsangeboten abhängig. „Zwei, drei Kinder sind schon ein Drittel einer Gruppe“, erklärt Sommer den gestiegenen Bedarf. Denn es sei eben die eine oder andere Familie von auswärts nach Waldsassen gezogen. „Klassische Tschechen und vietnamesische Tschechen, die bei uns wohnen“, so Sommer, benötigten ebenfalls Betreuungsplätze. Dies seien mitunter auch Leute, die Zweitwohnungen in Waldsassen hätten und diese „weniger oder mehr intensiv“ nutzten. „Aber wenn jemand die Wohnung hat und die Miete zahlt und dort ist, dann ist es in Ordnung.“

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