17.04.2019 - 09:26 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Ein drittes Kinderhaus in Waldsassen

Eine Diskussion über den Bedarf gab es keine mehr. Der ist Fakt. Nur über das bisherige Vorgehen bei der Verwirklichung des Projekts waren sich die Fraktionen im Stadtrat nicht ganz einig.

Im Kinderhaus St. Michael sind 162 Plätze als bedarfsnotwendig anerkannt.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

"Wir leiten jetzt die Schritte ein, um tatsächlich einen dritten Kindergarten zu errichten", eröffnete Bürgermeister Bernd Sommer in der Sitzung am Mittwoch die Diskussion über das Thema. Hintergrund sei der gestiegene und weiter steigende Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen. Inzwischen habe auch ein zweiter Träger bei der Stadt angefragt; schon vor einiger Zeit hatte sich die Lebenshilfe dafür ins Spiel gebracht. Es sollen insgesamt 24 Krippen- und 50 Kindergartenplätze neu geschaffen werden. Dies entspricht zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen.

„Wir müssen handeln, ob wir wollen oder nicht“, erklärte Karlheinz Hoyer. Für die CSU-Fraktion sagte er wie zuvor schon Bürgermeister Bernd Sommer, dass es ja eigentlich erfreulich sei, wenn junge Familien nach Waldsassen zögen. Nun müsse man nur noch überlegen, wo das Kinderhaus gebaut werden könne.

Monika Gerl (SPD) meinte, der Bedarf sei grundsätzlich gegeben. Es sei aber noch nicht darüber gesprochen worden, wo und wie die neue Einrichtung entstehen könne. Dabei kritisierte die SPD-Fraktionssprecherin, dass die zuständigen Referenten - Andreas Riedl (CSU), Elmar Brandl (SPD) und Bernhard Lux (Freie Wähler) - bislang nicht eingebunden seien in die Debatte. "Das liegt daran, dass viel los ist", erklärte dazu Bürgermeister Bernd Sommer. "Da muss ich mich entschuldigen", so Sommer und kündigte künftig eine bessere Einbindung der Referenten an. Im Zusammenhang mit den Geburtenzahlen befürchtete Monika Gerl, dass die Anzahl der Kinder für die Grundschule künftig nicht reicht. "Das könnte knapp werden." Bernhard Lux hoffte für seine Fraktion, dass die Stadt nach dem Neubau eines dritten Kindergartens einige Jahre Ruhe bekomme.

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Zwei Gruppen sind schon belegt

Im Städtischen Kinderhaus Tausendfüßler sind 174 Plätze als bedarfsnotwendig anerkannt – 24 Krippenplätze, 75 Kindergartenplätze, 75 Hortplätze. Diese reichten nicht mehr aus, heißt es in der Sitzungsvorlage der Verwaltung. Dieses Kinderhausjahr seien 184 Kinder angemeldet – davon 55 mit Migrationshintergrund. Den Angaben zufolge sind die Krippenplätze aktuell und im nächsten Kinderhausjahr alle belegt. „Seitens der Staatsregierung ist geplant, den Beitragszuschuss auch für Krippenkinder zu gewähren“, schreibt die Verwaltung. Dies führe zum Ansteigen der Betreuungsquote. Wegen des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung ab vollendetem ersten Lebensjahr sei voraussichtlich übergangsweise eine „Notlösung“ für eine Kindergruppe erforderlich. Im Kindergarten ist eine vierte Notgruppe vormittags im Hort in Betrieb und werde auch im nächsten Kinderhausjahr notwendig sein. Zu steigendem Bedarf führe unter anderem auch die Beitragsfreiheit für die gesamte Kindergartenzeit. Belegt seien auch alle Hortplätze. Im Kinderhaus St. Michael sind 162 Plätze als bedarfsnotwendig anerkannt – mit 12 Krippenplätzen, 125 Kindergartenplätzen und 25 Hortplätzen. Die Einrichtung ist laut Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung ebenfalls voll belegt. Die bestehende Notgruppe und die zu erwartende zweite Gruppe könnten dann in die neue Einrichtung überführt werden.

174 Plätze sind im Kinderhaus Tausendfüßler anerkannt. Die städtische Einrichtung ist erst erweitert worden.

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