02.03.2021 - 15:17 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Drittes Kinderhaus in Waldsassen: Stadt baut jetzt größer als geplant

Die ersten Entwürfe liegen auf dem Tisch. Doch die Entwicklung zwingt zum "nachjustieren", wie es im Stadtrat hieß. Das neue Kinderhaus in Waldsassen muss größer werden als zunächst geplant.

Auf dem Gelände zwischen der Zieglerbrauerei (rechts) und der Bebauung am Pencoedring errichtet die Stadt Waldsassen das dritte Kinderhaus.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Im künftigen dritten Kinderhaus in Waldsassen werden sechs Gruppen betreut – drei Kindergartengruppen und drei Krippengruppen. Vor dem Hintergrund des gestiegenen Bedarfs an Kinderbetreuungsplätzen hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Montag in der Stadthalle seine Planung vom April 2019 aktualisiert. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Zuerst war das neue Kinderhaus, das auf dem Gelände zwischen der Bebauung am Pencoedring und der ehemaligen Zieglerbrauerei entstehen soll, auf vier Gruppen ausgelegt: 24 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren und 50 Kindergartenplätze waren vor zwei Jahren als zusätzlicher Bedarf anerkannt worden. Seither ist der Neubau des dritten Kinderhauses geplant; als Betreiber steht der Johanniter-Verband fest.

Länger im Kindergarten

"Wir werden die Zahlen im Fokus behalten", erklärte Bernd Sommer: "Die Zahlen steigen und momentan sind wir am Limit", so der Bürgermeister über die Entwicklung. Die bestehende Übergangsgruppe ist die nächsten Jahre belegt, eine weitere sei bis zum Bezug des neuen Hauses am Pencoedring nötig, so die Prognosen des Kreisjugendamts.

Untermauert wird dies in der Vorlage der Verwaltung mit der Entwicklung der Kinderzahlen (Stand: 17. Februar 2021) – Jahrgang 2015: 66 Kinder. - 2016: 62. - 2017: 68. - 2018: 64. 2019: 66. - 2020: 58 und seit Januar 2021: 6 Kinder. Nach Auskunft der Kinderhausleiterinnen sind heuer Rückstellungen von der Schule zu erwarten. Wegen Corona sei außerdem absehbar, dass der Einschulungskorridor von den Eltern voll genutzt wird und die Kinder ein Jahr länger im Kindergarten bleiben.

"Die Zahlen steigen und momentan sind wir am Limit."

Bürgermeister Bernd Sommer über den Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen

In der Sitzung in der Stadthalle scherzte Sommer, dass man langsam aufpassen müsse, dass die Stadt nicht einen neuen Kindergarten einweiht und zeitgleich den Spatenstich für einen weiteren ausführen muss. Deshalb stimmten die Fraktionen dafür, das zurzeit zu planende Kinderhaus zu vergrößern. Laut Sommer ist die Förderung durch Stadtbaumeister Hubert Siller abgeklärt worden.

Mit der neuen Variante sollte der Bedarf für die nächste Zeit gedeckt sein, so Sommer. Die bereits bestehende Planung des Büros Kuchenreuther in Marktredwitz, so Sommer am Dienstag auf Anfrage von Oberpfalz-Medien, werde um zwei weitere Gruppenräume erweitert. Einzelheiten sollen in Kürze vorgestellt werden.

Mehrmalige Erweiterungen

"Wir verlassen uns auf das Fachpersonal und folgen der Empfehlung, sagte Andreas Riedl über die Prognosen. "Wir haben oft genug angebaut", so der CSU-Fraktionssprecher im Hinblick auf vergangene Erweiterungen des städtischen Kinderhauses. Die Baukosten würden zwar höher ausfallen. "Aber es ist sinnvoll, wenn gleich größer gebaut wird."

SPD-Fraktionsvorsitzende Monika Gerl sagte: "Wir begrüßen ausdrücklich, dass schon während der Planung nachjustiert wird." Außerdem hinterfragte die Sprecherin, ob auch bei einem sechsgruppigen Kinderhaus noch Platz für eine Erweiterung wäre. Bürgermeister Sommer erklärte dazu, dass dies von den Platzverhältnissen her möglich sei. Aber der Betrieb in einer derartigen Größenordnung wäre dann wohl schon etwas problematisch. "Dann müsste ein viertes Haus gebaut werden."

"Wir können vor den Zahlen die Augen nicht verschließen", fand auch Freier Wähler Bernhard Lux. Seitens des Jugendamts sei der Bedarf unterstützt worden; deshalb sei die Erweiterung von vier auf sechs Gruppen in Ordnung. "Das wird uns ein bisserl teurer kommen", meinte der Fraktionschef. "Aber ich könnte mir vorstellen, dass es sich insgesamt in Grenzen hält."

Zu Beginn der Stadtratssitzung galt ein ehrendes Gedenken drei Verstorbenen, die früher in Diensten der Stadt Waldsassen gewesen waren: Konrad Männer aus Münchenreuth, Barbara Wilholm und Walter Schwegler. Bürgermeister Bernd Sommer sprach zuvor von bewegenden Zeiten; die Nachrichten seien beherrscht von der Corona-Pandemie. Doch es gebe auch noch andere Dinge, die Menschen tief betroffen machten, sagte das Stadtoberhaupt und bat die Mitglieder der Fraktionen, sich von den Plätzen zu erheben.

Der Johanniter-Kindergarten in der Grundschule Waldsassen startete im September 2020

Waldsassen
Bürgermeister Bernd Sommer im Rathaus mit den ersten Entwürfen für das neue Kinderhaus, die das Büro Kuchenreuther (Marktredwitz) vorgelegt hat.
Hintergrund:

Bis zum Bezug des neuen Kindergartens: Weitere Übergangslösung nötig

  • Laut Vorlage der Verwaltung sind die Vormittagsplätze in der Übergangsgruppe des Johanniter-Kindergartens aktuell und auch zum September 2021 und zum September 2022 voll belegt.
  • Bis zum Bezug des neuen Kinderhauses ist eine weitere Übergangslösung erforderlich, wobei die Betreuungsquote bei den Zweijährigen auf mittlerweile 80 Prozent gestiegen ist.
  • Im Kindergartenbereich des Kinderhauses Tausendfüßler besteht ebenfalls seit drei Jahren eine "Notgruppe" vormittags im Hort.
  • Aktuell gibt es eine kleine Warteliste für Kindergartenkinder, was mit dem Zuzug von Asylbewerbern begründet wird. Alle Vormittagsplätze sind auch nächstes Kindergartenjahr voll belegt.
  • Das Katholische Kinderhaus St. Michael ist ebenfalls derzeit und auch im nächsten Kinderhausjahr in allen Bereichen voll belegt.
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