06.02.2020 - 10:48 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Erlebnisinseln über dem Wondrebtal bei Waldsassen

Seit Dezember läuft das transnationale Kooperationsprojekt „Zisterzienserlandschaften – Zisterziensische Landschaften verbinden Europa“. Ein zentraler Partner ist die Klosterlandschaft Waldsassen – vertreten durch Stadt und Landkreis.

Bei einem Ortstermin ging es um die Ausweisung der geplanten Erlebnisinseln über dem Wondrebtal. Von links Norbert Zintl (Leiter des Forstbetriebs Waldsassen), Bürgermeister Bernd Sommer, Projektkoordinator Harald Hertel, Äbtissin Laetitia Fech und Sr. Sophia Schlembach.
von Externer BeitragProfil

Insgesamt nehmen 20 Klosterlandschaften aus mehreren Ländern an diesem Projekt teil.

Der Bericht über das Kooperationsprojekt

Waldsassen

Ziel ist die gemeinsame Antragstellung für die Verleihung des Europäischen Kulturerbesiegels im Jahr 2023 durch die Europäische Kommission.

In Bezug auf die Klosterlandschaft Waldsassen gibt es dazu bereits seit 2016 eine konkrete Idee, wie Bürgermeister Sommer zusammen mit den Projektkoordinator des Fördervereins Welterbe Klosterlandschaft Waldsassen-Stiftland, Harald Hertel, in einer Pressemitteilung herausstellen. Diese wäre ursprünglich ein Bestandteil des Gartenschauprojektes gewesen. Nun bietet sich aber im Zuge dieses europäischen Projektes die Chance einer Verwirklichung.

Einsicht vor Ort

Konkret geht es um die Neugestaltung von ein oder zwei "Erlebnisinseln" oberhalb des Wondrebtales mit dem dortigen Teichgebiet in der Nähe des Mitterhofes bzw. am Waldrand bei der Mammersreuther Straße. Dazu führten die Initiatoren zusammen mit Äbtissin Laetitia und Schwester Sophia der Zisterzienserinnenabtei Waldsassen sowie mit dem Leiter des Forstbetriebs Waldsassen der Bayerischen Staatsforsten, Norbert Zintl, eine Ortseinsicht durch.

Stets in Tallage in Wassernähe

Harald Hertel erläuterte die Planung, die nach der erhofften Prädikatisierung mit dem Europäischen Kulturerbesiegel auch dazu dienen soll den Weg zum Welterbe transparent zu machen. Von den genannten Stellen aus hätte man sowohl den Blickbezug zur Abtei als auch zur Talaue und zu einem Teil der historischen Fischwirtschaft des Klosters.

Nirgendwo sonst ließe sich in Bezug auf das Kloster Waldsassen die traditionelle Standortwahl der Zisterzienser zur Klostergründung, die stets in Tallage in Wassernähe erfolgte, zusammen mit der für das hiesige Kloster typischen Karpfenzucht so gut erkennen, wie von diesen beiden Punkten aus.

Aussichtsturm

Zur Ausgestaltung der "Erlebnisinseln" meinte Bürgermeister Bernd Sommer, dass dazu noch die Details überlegt werden müssten. Es schloss dabei auch nicht aus, dass eventuell auch ein Aussichtsturm errichtet werden könnte. "Für die Stadt wäre ein solches Bauwerk eine sehr lohnenswerte, weitere touristische Bereicherung", heißt es in der Mitteilung.

Sollten dazu ein paar Quadratmeter Waldfläche des Klosterwaldes benötigt werden, so gab Äbtissin Laetitia Fech dazu grünes Licht. Die Kulturlandschaft erlebbar zu machen erfahre auch die Unterstützung der Bayerischen Staatsforsten, versprach den Angaben zufolge auch Norbert Zintl.

Auf einem "Via Porta"-Teilstück

Die Äbtissin zeigte sich von der Idee begeistert und sagte ihre Unterstützung zu. Ganz besonders freute die Ordensfrau, dass der Weg zu einer der beiden möglichen Erlebnisinseln mit einem Teilstück der "Via Porta", dem Pilgerweg von Volkenroda bis Waldsassen, gemeinsam verlaufen würde: Beginnend vom "Hirtenhäusl" beim Mitterhof bis hoch zum Waldrand, wo dann eine überdachte Sitzgruppe im "Lounge-Style" oder eventuell sogar der Aussichtturm geplant wären. Der Via Porta-Pilgerweg würde dadurch indirekt ebenfalls mit aufgewertet werden, wie sie meinte.

In einem weiteren Schritt bestünde dann noch die Möglichkeit einen Verbindungsweg zur Mammersreuther Straße herzustellen, so die beiden Initiatoren des Projektes, Bernd Sommer und Harald Hertel. Dann wären beide Aussichtsplätze miteinander vernetzt und das Erwandern beider Erlebnisinseln ließe sich zu einem geschlossenen Erlebnisrundweg gestalten. Für das Waldsassener Naherholungsgebiet bei der Grotte und für Wanderer, die Blickbeziehungen in die Landschaft genießen wollen, wäre dies ein attraktives, zusätzliches Angebot.

Der Weg zu den beiden möglichen Erlebnisinseln würde auf einem Teilstück der Via Porta-Strecke verlaufen.
Hintergrund:

Landschaftsprägung durch Zisterzienserklöster

Das Projekt besteht aus zwei Teilen. Inhalt des ersten Teiles ist der Nachweis der herausragenden Bedeutung der Klosterlandschaften für die europäische Geschichte. Dabei soll die gemeinsame europäische Identität der Landschaftsprägung durch die Zisterzienserklöster beleuchtet werden. Der zweite Projektteil will das Anliegen durch praktische Umsetzung von Maßnahmen und Aktionen der Öffentlichkeit vermitteln. Neben der Neugestaltung eines "Zisterzienserweges" (Europäischer Fernwanderweg, etwa 1100 Kilometer Strecke) zur Verbindung der Klosterlandschaften ist hier an verschiedene Einrichtungen wie Infotafeln und -stationen, Erlebnisstationen, Aussichtspunkte, Exkursionen, Kunstprojekte, Sonderausstellungen usw. gedacht.

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