05.08.2019 - 11:13 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Ein Fest für den Glauben in Waldsassen

Es war ein besonderer Gottesdienst, der in Erinnerung bleiben wird: Das "Heilige-Leiber-Fest" in der nahezu vollbesetzten Basilika Waldsassen ist in Verbindung mit der Nachprimiz von Pater Gregor Schuller OSB gefeiert worden.

Vor der Basilika hatten Mitglieder des Pfarrgemeinderats einen schönen Blumenteppich gelegt.Daran vorbei zogen Ministranten, Ordensschwestern und die Geistlichen in die Basilika ein.
von Konrad RosnerProfil

Die Zeit verging wie im Flug, auch wenn der Gottesdienst etwas länger dauerte. Am Ende der Feier brandete Applaus in der Basilika auf. Pater Gregor war beeindruckt davon, "wie man hier in Waldsassen den Glauben feiert". Leider sei dies im Süden der Diözese nicht mehr so. "Pflegt und bewahrt diesen großen Schatz und lasst ihn nicht verkommen", so ein sichtlich angerührter Pater Gregor Schuller. Er sagte noch einmal einen großen Dank dafür, dass er in Waldsassen seine Praktikumszeit erleben durfte.

Abschließender Höhepunkt war der Primizsegen, der besonders feierlich ausfiel. Die Pfarrei lud anschließend im Pfarrgarten zu einen kleinen Stehempfang ein, wo man auch mit dem Neupriester sprechen konnte.

Blumenteppich

Vor der Basilika hatte der Pfarrgemeinderat in sehr aufwendiger Arbeit einen wunderschönen Blumenteppich gelegt, der die Blicke der Gläubigen anzog. Feierlich der anschließende Einzug der 17 Ministranten, des Konvents des Klosters mit Äbtissin Laetitia an der Spitze, der Priester und der kirchlichen Vereinen mit ihren Bannern. Mit einem herzlichen "Grüß Gott" hieß Stadtpfarrer Thomas Vogl Pater Gregor Schuller und dessen Primizprediger Pater Athanasius Berggold OSB sowie die weiteren Konzelebranten, den Schwesternkonvent sowie die vielen Gläubigen in der Basilika willkommen.

Musikalisch begleitet wurde der Festgottesdienst vom Basilikachor mit Blechbläsern unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Andreas Sagstetter. Erstmalig zur Aufführung kam die "Missa Metenensis", die Pater Gregor komponiert hatte. Der sagte am Ende des Gottesdienstes auf die Frage von Stadtpfarrer Thomas Vogl, ob es ihm gefallen habe: "Wir waren sehr begeistert."

In seiner Predigt erzählte der Neupriester, dass er vor einer Woche in Altötting zu einer kleinen Wallfahrt gewesen sei und dort sogar die Möglichkeit bekommen habe, in der Gnadenkapelle einen Gottesdienst zu zelebrieren. Auf dem davor traf er auf Menschen, die ihn mit Fragen bedrängt hätten. Dies sei für ihn etwas unangenehm gewesen. Bei der anschließenden Autofahrt habe er nachgedacht. "Was wollen diese Narren?" Diese Frage habe ihm aber sofort wieder leid getan, denn diese Menschen seien Suchende gewesen, die die Nähe Gottes suchen mit der Hoffnung, dass Gott ihr Gebet erhören möge.

Narren für Jesus

Der Neupriester verwies auf die Heiligen Leiber von Waldsassen. Auch über deren Leben wisse man nichts, dennoch verehre man sie. Man wisse nur, dass sie die Gemeinschaft gesucht hätten. "Oder waren es Außenseiter", fragte er. Sie seien als Martyrer für Jesus gestorben, weil die Massen das Schauspiel der Hinrichtung von Christen sehen wollten. Sie seien die Narren für Jesus geworden, sie seien für Jesus Christus gestorben.

Auch im heutigen Leben gebe es viele Narren, jeder habe seine eigenen Vorstellungen, doch Leid, Krankheit und der Tod durchkreuze viele Vorstellungen. Dieses Leben sei nicht zu halten, dieses Leben könne man nicht behalten. Seit der Taufe wüssten die Christen, dass sie mit Jesus Christus in besonderer Verbindung stehen. Die Christen stünden für das Nachgehen, das Nachgehen zu Jesus Christus.

Stadtpfarrer Thomas Vogl dankte Pater Gregor dafür, dass er in Waldsassen seine Nachprimiz gefeiert habe, sein feinsinnige Predigt habe sicherlich so manche erregt. Pfarrer Vogl: "Schade, dass die Praktikumszeit vorbei ist." Am 1. September wird Pater Gregor seine erste Kaplanstelle in St. Martin in Deggendorf antreten.

Pfarrgemeinderatssprecherin Sabine Ernstberger erinnerte an die Priesterweihe im Kloster Metten. Es sei nicht selbstverständlich, dass ein junger Mensch sein Leben ganz Jesus Christus widme. Umso mehr lobte sie seine kontaktfreudige Art, mit der er die Kirche lebendiger mache. Als Geschenk der Pfarrgemeinde und der Ministranten überreichten sie und Stadtpfarrer Thomas Vogl an den Neupriester Geschenke, die ihn an Waldsassen erinnern. Vogl sprach Dankesworte für den verhinderten Bürgermeister Bernd Sommer. Für den Konvents sprach Äbtissin Laetitia Dankesworte. "Vergessen Sie die Pfarrei, das Kloster und die Stadt Waldsassen nicht."

Pater Gregor Schuller feierte seine Nachprimiz in der Basilika Waldsassen.
Gemeinsam mit sechs Mitkonzelebranten feierte Pater Gregor Schuller (Mitte) seine Nachprimiz in der Basilika.
Pater Gregor Schuller feierte seine Nachprimiz in der Basilika Waldsassen und spendete zum Abschluss den Primizsegen..
Pfarrgemeinderatssprecherin Sabine Ernstberger überreichte ein Glasgeschenk an Pater Gregor Schuller.
Nahezu vollbesetzt war die Basilika.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.