23.10.2019 - 14:06 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Feuer in der Polizeiinspektion Waldsassen

Mehrere Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Waldsassen fuhren mit Blaulicht und Martinshorn bei der Polizeiinspektion vor. "Brand im Kellergeschoß des Dienstgebäudes" lautete die Einsatzmeldung für die Rettungskräfte - Zum Glück nur eine Übung.

Der Hausmeister wird über die Drehleiter aus dem Obergeschoss gerettet.
von Redaktion ONETZProfil

Nachdem diensthabenden Beamten den "Brand" im Umkleideraum im Kellergeschoss bemerkt hatten, gab Schichtleiter Polizeihauptkommissar Alexander Wächter sofort die Feuermeldung über Funk an die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums in Regensburg weiter. Von dort erfolgte unmittelbar die Alarmierung der Rettungskräfte über die zuständige Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz in Weiden. Gleichzeitig veranlasste Wächter über eine Sprechanlagendurchsage die Evakuierung des Dienstgebäudes.

Team nicht vollständig

Beim Eintreffen der Feuerwehr fanden sich die meisten Bediensteten der Polizeiinspektion bereits am Sammelpunkt neben der Grundstückszufahrt ein. Bei der obligatorischen Feststellung der Vollzähligkeit stellte sich heraus, dass Hausmeister Gerwig Gerl nicht anwesend war. Er befand sich noch im ersten Obergeschoss. Er hatte keine Möglichkeit mehr, über das verrauchte Treppenhaus ins Freie zu gelangen. Auch in der Haftzelle im Keller sollte sich noch eine Person befinden. Kommandant Tobias Tippmann beorderte das Hilfeleistungslöschfahrzeug in den Hof der Inspektion, um über den Außenzugang des Kellers die Rettung der inhaftierten Person einzuleiten.

Mit der Drehleiter rangierten die Feuerwehrleute über die enge zweite Zufahrt an die Gebäuderückseite und setzten zur Rettung des Hausmeisters im Obergeschoss an. Dieser hatte sich mittlerweile bemerkbar gemacht und bestätigte nach Aufforderung des Kommandanten durch das geöffnete Fenster, dass er in vorbildlicher Weise die Zimmertür geschlossen hatte, um keinen Rauch eindringen zu lassen. Der Hausmeister konnte im Korb der Drehleiter auf sicheren Boden gebracht werden.

Polizisten als Gefangene

Zwei Atemschutztrupps gingen mit einer Wärmebildkamera und einem Feuerwehrschlauch in die verrauchten Kellerräume vor, bekämpften den "Brand" und brachten die "inhaftierte Person" - gemimt von wartenden Polizeibeamten - in Sicherheit. Mit einem Drucklüfter sorgte die Feuerwehr schließlich wieder für ein rauchfreies Dienstgebäude. Auch Kreisbrandinspektor Lorenz Müller und Kreisbrandmeister Wolfgang Fischer waren in das Übungsszenario aktiv eingebunden.

Gezieltere Rettung

Inspektionsleiter Roland Heldwein, der als Beobachter die Übung verfolgte, bedankte sich in der Abschlussbesprechung bei der Feuerwehr und erläuterte den Zweck der Übung: "Einerseits sollte die Evakuierung des Dienstgebäudes geübt werden und zum anderen die Feuerwehr Gelegenheit haben, die Grundstückszufahrten nach der Neueinfriedung der Inspektion mit den Großfahrzeugen zu testen." Auch Kommandant Tobias Tippmann betonte "die enorm wichtige Kenntnis der Örtlichkeiten gerade in nicht ohne weiteres zugänglichen Gebäuden".

So könne man "gezielter bei der Rettung von Personen vorgehen". Auch Polizeihauptkommissar Wächter, der selbst Mitglied bei seiner Heimatfeuerwehr ist, wünschte sich eine "regelmäßige Wiederholung derartiger Übungen, insbesondere wegen der laufenden Personalveränderungen" in der Dienststelle. Beide Seiten hoben die gute Zusammenarbeit bei echten Einsätzen jeder Art hervor.

Der Atemschutztrupp übergibt den geretteten "Inhaftierten" an die Polizeibeamten.
Rauch dringt aus dem betroffenen Gebäudeteil der Polizeiinspektion.
Die Feuerwehreinsatzkräfte werden von Polizeihauptkommissar Alexander Wächter und Einsatzleiter Tobias Tippmann in die Lage eingewiesen.
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