14.11.2019 - 11:22 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Gedenkstunde für die Opfer am Eisernen Vorhang

Die Stadt Eger/Cheb lädt am Samstag, 16. November, zu einer Feierstunde am Mahnmal an der Straße zwischen dem Grenzübergang Hundsbach und Svatý Kříž ein.

Das Mahnmal für die Opfer am Eisernen Vorhang Svatý Kříž und dem Grenzübergang.
von Autor GJBProfil

Vor 30 Jahren endete die Zwangsherrschaft des kommunistischen Regimes in der einstigen Tschechoslowakei. Wer davor versuchte, durch Flucht nach Westdeutschland zu entkommen, riskierte sein Leben oder harte Gefängnisstrafen. Am Eisernen Vorhang wurden insgesamt 82 Menschen erschossen.

An der Straße zwischen dem Grenzübergang bei Hundsbach und Svatý Kříž symbolisiert ein Mahnmal für diese Opfer einen geöffneten Vorhang und zerrissene Ketten - für die Flüchtlinge ein vergeblicher Traum, der erst vor 30 Jahren in Erfüllung gegangen ist. In einer Feierstunde soll am Samstag, 16. November, um 11 Uhr, daran erinnert werden. Oberbürgermeister Antonin Jalovec lädt dazu ein und wünscht sich, dass auch deutsche Teilnehmer - aus dem ehemals unerreichbaren westlichen Nachbarland - zum Mahnmal für die Opfer am Eisernen Vorhang kommen.

Die Gedenkstätte ist den 82 Menschen gewidmet, die von 1948 bis 1981 beim Versuch, die Grenze von der Tschechoslowakei nach Deutschland zu überwinden, getötet wurden. Das Kunstwerk zeigt, dass es hier einst den Eisernen Vorhang gab. Allerdings wird dieser leicht geöffnet dargestellt, zu sehen sind zerrissene Ketten. Dies symbolisiert den Weg in die Freiheit, den viele Flüchtlinge suchten, aber leider nicht zu Ende gehen konnten.

Der linke Teil des Vorhangs trägt die Aufschrift "obětem železné opony" (den Opfern des Eisernen Vorhangs), rechts stehen die Todesjahre und die Namen der ermordeten Menschen. Der Künstler, der dieses Denkmal geschaffen hat, Antonín Kaspar, sagte hierzu: "Der Hauptgedanke dieses Mahnmals sind die gesprengten Ketten. Wir versuchten damit, das Gefühl auszudrücken, das diejenigen, deren Namen hier an den Tafeln verewigt sind, kurz vor dem eigenen Tod erlebt haben. Das bedeutet, dass sie sich zu der Tat entschlossen haben und auf eigene Art und Weise die Freiheit erlebt haben, wenn auch nur für einen kurzen Moment. Jeder der hier erwähnten Namen steht für eine persönliche Tragödie eines Menschen und selbstverständlich auch seiner Familie."

Das Mahnmal für die Opfer am Eisernen Vorhang zwischen Svatý Kříž und dem Grenzübergang.
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