20.01.2021 - 11:39 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Großer Bedarf an Flächen in Waldsassen: Bauen und wohnen in der Lücke

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So groß wie lange nicht mehr ist der Bedarf an Baugrund in Waldsassen. Weil es aber Neubausiedlungen an den Rändern der Klosterstadt nicht mehr geben soll, werden freie Flächen im Stadtgebiet näher unter die Lupe genommen.

Mit dem Bau eines Mehrfamilienhauses auf dem Gelände der ehemaligen Franz-Brauerei an der Pfaffenreuther Straße soll im Frühjahr begonnen werden.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Der Bedarf an Baugrundstücken ist in Waldsassen weiterhin ein heißes Thema. Dabei muss die Stadt Waldsassen einen Spagat meistern: Junge Leute, die sich in Waldsassen niederlassen wollen, sollen rasch bedient werden können. Andererseits will die Klosterstadt auch dem Prädikat "Flächenbewusste Kommune" gerecht werden.

Für die Arbeit im Rathaus bedeutet das konkret: "Wir werden weiterhin innerhalb des Stadtgebiets nachverdichten und Lücken bebauen", so Bürgermeister Bernd Sommer im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Dieses Jahr wolle man mit dem Angebot auf den Markt.

Ein Beispiel, dass inzwischen mehr und mehr freie Grundstücke innerhalb des Stadtgebiets genutzt werden, war der Verlauf der Bauausschusssitzung im Dezember: Beim letzten Treffen im Jahr 2020 wurden mehrere Vorhaben auf Flächen innerhalb des Stadtgebiets gebilligt. Auf diesem Weg geht die Stadt Waldsassen weiter.

Fleißarbeit "zwischen den Jahren"

Dabei hat Bürgermeister Sommer in der ruhigeren Zeit "zwischen den Jahren" eine Art Fleißarbeit erledigt: Er hat systematisch den Stadtplan Waldsassens nach freien Grundstücken durchforstet. In abendlichen Spaziergängen hatte Sommer geprüft, ob sich die brachliegende Flächen auch tatsächlich für eine Nachverdichtung eignen.

50 Grundstücke hat Sommer mit dieser Methode ermittelt, die im Prinzip sofort bebaut werden könnten, 45 davon seien in privater Hand. Nun werden laut Sommer die Eigentümer angeschrieben, ob sie die Grundstücke verkaufen würden. "Wir wägen das sorgfältig ab, ob das auch zur bestehenden Bebauung passt", sagt Sommer über die künftigen Vorhaben und den Anspruch, dass hinterher alles wie in einem Guss gestaltet ist.

Erhöhte Nachfrage in Kondrau

Auch in Kondrau wäre Baugrund nötig, es gebe viele Bauwillige aus dem Ort. "Ich bin konzentriert drüber, dort gibt es eine erhöhte Nachfrage." Es sei aber nicht das Ziel, ein Baugebiet auszuweisen, so dass Leute von auswärts nach Kondrau zieht. Aber in Kondrau selbst gebe es eine Reihe von jungen Leuten, "die alle gleichzeitig in das Alter kommen, in dem sie bauen wollen".

In Abstimmung mit dem Landratsamt werde geprüft, ob und wo in Kondrau noch gebaut werden dürfe. "Dann gehe ich auf die Grundstücksbesitzer zu und frage, ob wir die kriegen", sagt Sommer im Hinblick auf die betreffenden Grundstücke. Nach Abbruchobjekten im Ortsteil hat Sommer seinen Angaben zufolge aber noch nicht geschaut. "Es gibt relativ wenig, das dafür in Frage käme."

Erweiterung von Baugebieten

Ob die bestehenden Wohngebiete etwa an der Schützenstraße noch erweitert werden können, hänge nach den Worten von Sommer sehr stark davon ab, ob die Stadt diese Flächen auch erwerben kann. Konzepte dafür lägen in der Schublade. "Der Bedarf ist irre da", so der Bürgermeister über die Nachfragen von Waldsassenern. Daneben verweist Sommer auf die Erschließung des neuen Baugebiets am Stationsweg.

"Der Verkauf läuft gut", sagt Sommer über das Vorhaben an der Pfaffenreuther Straße: Die Stadt wird dort in Zusammenarbeit mit einem Bauträger-Unternehmen ein Gebäude mit Eigentumswohnungen errichten. Mit den Arbeiten auf dem knapp 3000 Quadratmeter großen Grundstück, auf dem früher die Franz-Brauerei stand, sollte laut Transparent schon 2020 begonnen worden sein.

"Die Verzögerung liegt einzig an der Baukonjunktur."

Bürgermeister Bernd Sommer über den schon 2020 geplanten Start des Projekts auf dem Franz-Grund

"Die Verzögerung liegt einzig an der Baukonjunktur", tritt Sommer Spekulationen entgegen, wonach es auch bei diesem Vorhaben nur bei schönen Prospekten und Zeichnungen bleiben würde. Denn in der Vergangenheit waren wiederholt von Investoren Pläne für das Gelände in unverbaubarer Lage vorgelegt worden. Käufer und Interessenten des aktuellen Projekts seien Waldsassener, so Sommer, aber auch Mitarbeiter der Geodatenbank.

Bürgermeister Bernd Sommer beklagte bereits im Herbst die fehlende Bereitschaft für den Verkauf von künftigem Bauland

Waldsassen
Am Rand von Kondrau, aus Richtung Steinmühle, sind in den vergangenen Jahren neue Einfamilienhäuser entstanden. Doch der Bedarf an Baugrund im Ortsteil ist weiterhin groß.
Hintergrund:

Nach dem Notar-Termin knallt im Rathaus der Sektkorken

  • Sorgen bereitet Bürgermeister Bernd Sommer schon seit geraumer Zeit die weitere Entwicklung im Neubaugebiet „Zieglerrang“ rechts der Schützenstraße.
  • Bei den bisherigen Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern ist es laut Sommer nicht gelungen, die für die Erweiterung nötigen Flächen im Bereich des Pencoedrings für den Weiterverkauf an Bauwillige in das Eigentum der Stadt Waldsassen zu bringen.
  • Ein Bebauungsplan für das betreffende Gebiet liegt seit Jahrzehnten vor, das Baurecht dort ist ebenfalls vorhanden.
  • Bernd Sommer will deshalb auch entsprechend feiern, sobald die Unterschriften unter die Verträge gesetzt sind und somit der Notar-Termin erfolgreich beendet ist: „Ich fahre dann ins Büro und mache eine Flasche Sekt auf.“

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