Waldsassen
05.09.2019 - 18:18 Uhr

Heiliger Vater schickt Grußbotschaft nach Waldsassen

Vor 50 Jahren wurde Pfarrer Thomas Vogl geboren und die Waldsassener Pfarrkirche zur Päpstlichen Basilika erhoben. Heuer richtet der Geistliche die Feierlichkeiten zum Jubiläum aus und lädt die frischgebackenen Waldsassener Fünfziger ein.

Stadtpfarrer Thomas Vogl mit der Original-Erhebunsurkunde. Bild: tr
Stadtpfarrer Thomas Vogl mit der Original-Erhebunsurkunde.
Ein Auszug aus der Original-Urkunde zur Erhebung der Pfarrkirche Waldsassen zur Päpstlichen Basilika, die bisher noch nie übersetzt worden ist. Bild: tr
Ein Auszug aus der Original-Urkunde zur Erhebung der Pfarrkirche Waldsassen zur Päpstlichen Basilika, die bisher noch nie übersetzt worden ist.

Zum 50. Jahrestag der Basilika-Erhebung lädt Pfarrer Thomas Vogl besonders alle 50-Jährigen ein, dieses Ereignis mitzufeiern. Zu denen gehört auch er selbst. Seit mittlerweile fast 14 Jahren ist Thomas Vogl Stadtpfarrer in Waldsassen. Das vergangene halbe Jahrhundert habe in Gesellschaft, Politik und Kirche eine rasante und vielfältige Entwicklung gebracht, sagt der Dekan und Stadtpfarrer. Damit verbunden seien viele neue Perspektiven und Chancen. Gleichzeitig brächten Veränderungen Um- und Abbrüche.

Kontinuierlicher Rückgang

Im kirchlichen Leben zeige sich das im kontinuierlichen Rückgang der Gottesdienstbesucher, in steigenden Kirchenaustritten, im Bindungsrückgang bei Verbänden und Gruppen. Das Thema "Missbrauch" habe einen verheerenden Einblick in ein dunkles Kapitel der Kirche gewährt, dessen Folgen noch lange nachwirken würden. Aber Kirche sei, auch wenn ihr das Kritiker nicht zutrauten, lernfähig. "Die Urkunde zur Erhebung durch Paul VI. ist noch nie übersetzt worden", sagt der Pfarrer, das werde aber gerade aktuell nachgeholt. Was der Titel eigentlich bedeutet und welche Rechte und Pflichten er für Pfarrei und Stadt mit sich bringt, wollen die Oberpfalz-Medien" vom Stadtpfarrer wissen. Grundsätzlich handle es sich um einen Ehrentitel, so Vogl. Diesen verleihe Rom weltweit an bedeutende Kirchen, um sie besonders hervorzuheben. Etwa weil sie für eine Region von besonderer Bedeutung seien, sowohl geschichtlich und baulich als auch von der geistlichen Ausstrahlungskraft her. In Waldsassen habe ganz bestimmt eine Rolle gespielt, dass die Basilika ganz stark mit der Geschichte des Klosters verbunden sei. Eine ganz besondere Rolle für die Verleihung des Titels spiele aber auch die Antwort auf die Frage "Wie wird denn dort der christliche Glaube umgesetzt, gelebt und praktiziert?"

Aus dem Grund stelle der Titel auch eine starke Anforderung an eine Pfarrgemeinde, wenn man berücksichtige, dass sich seit 1969 vieles unter diesem Aspekt verändert habe. "In den vergangenen 25 Jahren haben sich massive Abbrüche im kirchlichen Leben entwickelt." So sei die Resonanz auf Angebote, angefangen von den Gottesdiensten bis hin zur Arbeit der Verbände und Gruppen, stark zurückgegangen. Auch die Beichtpraxis als wesentliches Kriterium des christlichen Glaubens sei im Rückgang begriffen. Hier sei allerdings festzustellen, dass zwar viel weniger zur Beichte kämen, aber die Mehrzahl derer, die beichteten, es sehr bewusst täten und die Beichte als eine echte Chance der Lebenskorrektur, Lebensorientierung und Neuausrichtung begriffen.

Jeder Ehrentitel bringe auch Verpflichtungen mit sich, weiß Vogl. So habe man dafür Sorge zu tragen, dass die Liturgie den Normen und Vorgaben des Messbuches entspreche und so gefeiert werde, dass sie die Menschen anspreche. Zudem müsse man Sorge tragen, dass vorbildliche Liturgie stattfinde. Dazu gehöre etwa die Kirchenmusik, die in ihrer ganzen Bandbreite praktiziert werden solle. In Waldsassen habe dieser Aspekt Tradition und werde auch aktuell immer sehr lebendig gestaltet. Als große Aufgabe sieht der Geistliche auch die Predigten. Es sei Pflicht eines jeden Pfarrers einer Basilika, darauf besonderen Augenmerk zu richten.

Tür steht weit offen

"Die Bildung in theologischen, religiösen und kirchlichen Fragen bringt mehr Pflichten als Rechte. Man muss schon nachweisen, dass eine Gemeinde dafür würdig ist, diesen Titel, für den man sich bewerben muss, zu bekommen. Zum Jubiläum wird eine Grußbotschaft des Heiligen Vaters erwartet, die beim Festgottesdienst verlesen werden soll.

Das Titelbild der Jubiläumspfarrbriefs wird zusammen mit einem Meditationstext als Gebetsbild aufgelegt. Darauf ist die offenstehende Tür der Basilika zu sehen, die symbolisch die Menschen aufnimmt.

Das Titelfoto des Jubiläumspfarrbriefs erscheint zusammen mit einem Meditationstext auch als Gebetsbild. Bild: tr
Das Titelfoto des Jubiläumspfarrbriefs erscheint zusammen mit einem Meditationstext auch als Gebetsbild.
Am 15. September ist gleichzeitig die 13. Wallfahrt zum Geschändeten Heiland. Von drei Punkten starten dazu die Pilger zu einem Sternmarsch mit Ziel Basilika. Bild: tr
Am 15. September ist gleichzeitig die 13. Wallfahrt zum Geschändeten Heiland. Von drei Punkten starten dazu die Pilger zu einem Sternmarsch mit Ziel Basilika.
Information:

Stationen zur Sternwallfahrt:1. Station: Kreuz (Mitterteicher Str./Kondrauer Quellenweg) mit KDFB/VITA, KLJB Kondrau (9.30 Uhr). 2. Station: Rosenkranzstation (Chodauer Str./Schützenstraße) mit KAB (9.30 Uhr). 3. Station: Flur-Kreuz (Neulabenreuther Str.) mit Kolping (9.30 Uhr). (tr)

Die Bildung in theologischen, religiösen und kirchlichen Fragen bringt mehr Pflichten als Rechte.

Stadtpfarrer Thomas Vogl

Festprogramm:

Das Festprogramm zur Erhebung der Pfarrkirche zur Päpstlichen Basilika vor 50 Jahren sieht zahlreiche Ereignisse vor: Sonntag, 8. September

Die Krypta ist beim Tag des offenen Denkmals geöffnet. Um 13 und 14 Uhrwerden dort öffentliche Führungen angeboten. Mittwoch, 11. September

Um 19.30 Uhrbeginnt im Katholischen Jugendheim der Gesprächsabend mit Pfarrer Vogl zum Brief von Papst Franziskus an des pilgernde Volk Gottes in Deutschland. Der Brief sei an alle Gläubigen gerichtet und sollte daher nicht unbeachtet bleiben, erst recht, da sein Wappen in der Basilika an die besondere Verbindung mit dem Papst erinnere. Donnerstag, 12. September

Am Fest Mariä Namen (die Mutter Gottes ist die Patronin der Basilika) beginnt um 19 Uhrdie Eucharistiefeier zur Einstimmung auf das Jubiläum. Hauptzelebrant und Prediger dabei ist Stadtpfarrer Thomas Helm von der Basilika St. Martin in Amberg. Um 20 Uhrladen der Stadtpfarrer und Heimatpfleger Robert Treml zu Vorträgen ins Jugendheim ein. Dabei geht der Pfarrer auf die Bedeutung des Begriffs "Päpstliche Basilika" ein. Robert Tremls Vortrag heißt, "50 Jahre Stiftsbasilika Waldsassen - Erbe und Aufgabe". Sonntag, 15. September

Jubiläumsfeier und 13. Wallfahrtstag zum Geschändeten Heiland. Um 9.30 Uhrbeginnen Sternwallfahrten. Stationen sind das Kreuz an der Mitterteicher Straße/Kondrauer Quellenweg mit KDFB/VITA und KLJB Kondrau (9.30 Uhr), die Rosenkranzstation an der Chodauer Straße/Schützenstraße mit der KAB (9.30 Uhr) und das Flurkreuz an der Neualbenreuther Straße mit der Kolpingsfamilie (9.30 Uhr).

Um 10 Uhrist Festgottesdienst mit Generalvikar Prälat Michael Fuchs. Als Kirchenmusik kommt die "Cäcilienmesse" für Soli, Chor und Orchester von Charles Gounod zu Gehör. Beim Pontifikalgottesdienst mit Bischof Rudolf Graber vor 50 Jahren wurde ebenfalls diese Messe aufgeführt. Dazu eingeladen sind speziell auch alle, die in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag feiern, wie Stadtpfarrer Thomas Vogl selbst. Nach dem Festgottesdienst heißt es Begegnung mit Speis und Trank am Basilikaplatz. Samstag, 28. September

Die Kinder feiern ab 15 Uhrden 50. Jahrestag der Basilika-Erhebung bei einer besonderen Führung und einer kleinen Party im Pfarrgarten. Anfang Oktober wird in Zusammenarbeit mit dem Bistum wieder ein zeitgenössisches Kunstwerk in der Basilika ausgestellt: das "Lichthaus" von Alois Achatz. Es soll ansprechen, inspirieren und vielleicht sogar provozieren, heißt es dazu im Jubiläums-Pfarrbrief, der in der Basilika ausliegt. Samstag, 19. Oktober

"Nacht der offenen Kirche". Das Programm steht noch nicht fest. Samstag, 26. Oktober

Ausflug der Waldsassener Pfarrei nach Regensburg zur Basilika St. Emmeram. Das Programm beinhaltet unter anderem "Dom bei Nacht" mit Orgelmusik. (tr)

 
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