19.02.2020 - 11:53 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Eine heiße Nummer in der Klosterstadt

Fast 500 Zuschauer in Pfreimd, rund 300 Besucher in Ursensollen und Regenstauf: Das Stück "Eine ganz heiße Nummer" des Ovigo-Theaters ist voll eingeschlagen. Am 4. Oktober kommt das Erfolgsstück auf die Bühne der Stadthalle in Waldsassen.

In dem Stück agieren Petra Sommer-Stark als Bürgermeistergattin Gerti Oberbauer, Julia Gitter als Lena, Stephanie Most als Maria und Ilona Glück als Waltraud (von links).
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Der Kontakt kam durch Petra Sommer-Stark zustande. Die Waldsassener Schauspielerin verkörpert in dem Stück die Rolle der Gerti Oberbauer. Seit einigen Jahren hat das Ovigo-Theater einen besonders guten Draht in die Klosterstadt. Verschiedenste Produktionen fanden hier schon großen Anklang.

Unmoralische Geschäftsidee

Zum Inhalt von "Eine ganz heiße Nummer": Waltraud, Maria und Lena stecken in tiefen finanziellen Schwierigkeiten. Der Lebensmittelladen, in dem sie bisher gearbeitet haben, macht dicht. Alle Drei plagt die Angst vor der Arbeitslosigkeit. Doch so unterschiedlich die Frauen auch sind, eines haben sie gemeinsam: Aufgeben ist nicht ihre Sache.

Stattdessen ergreifen sie die Initiative und schmieden einen Plan, der sie aus ihrer Misere herausführen soll. Und so entsteht eine unmoralische Geschäftsidee, die einer alt bewährten Devise folgt: "Sex sells!" Beherzt greifen die drei Mädels zum Hörer. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten macht die neue Telefonsex-Hotline nicht nur ihren Geldbeutel, sondern auch unzählige Männer im Dorf glücklich.

Autorin Andrea Sixt schrieb die Geschichte 2011 fürs Kino. Der Film (unter anderem mit Gisela Schneeberger und Monika Gruber) wurde ein deutschlandweiter Erfolg. Vor Kurzem kam der zweite Teil in die Lichtspielhäuser. "Wir haben aus der grandiosen Bühnenfassung ein sehr buntes, musikalisches und echt bayerisches Stück gezaubert", erklärt Regisseur Florian Wein aus Regensburg.

Kein Kinderstück

Für Kinder ist "Eine ganz heiße Nummer" aber nicht geeignet. "Natürlich geht es auch um Tabuthemen und darum, wie es hinter den Schlüssellöchern in bayerischen Häusern so zugeht", sagt Wein, der sich nicht nur auf die komödiantischen Aspekte des Stückes verlassen wollte. "Ich finde die Geschichte sehr berührend und nach wie vor aktuell. Die drei Frauen sind verzweifelt, weil ihr kleiner Dorfladen vor der Schließung steht. Die örtliche Glashütte muss dicht machen (damit ist nicht jene in Waldsassen gemeint, in deren Ofenhalle das Ovigo-Theater bereits öfters gastierte). Die großen Konzerne haben die lokale Wirtschaft zum Erliegen gebracht. Doch das Stück behandelt eben auch die Hoffnung und den Mut, etwas Neues auszuprobieren, dass im scheinbar so prüden Umfeld zunächst auf viel Gegenwehr stößt."

Als weiteren kulturellen und kulinarischen Genuss präsentiert das Theater-Ensemble zum wiederholten Mal am 1. und 2. Mai "Dinner mit Killer - Mord im Hause Doubleface" im Schlosshotel Ernestgrün. Beim "Dinner mit Killer" mit überraschenden Wendungen, skurrilen Gestalten und viel Witz und Humor gibt es neben einem spannenden Theaterstück auch ein ausgezeichnetes Vier-Gänge-Menü. Und man kann, wenn man den Mörder errät, am Ende noch etwas gewinnen.

Karten ab sofort

Karten für "Eine ganz heiße Nummer" und für die beiden Krimi-Dinner-Abende können ab sofort über die Homepage des Ovigo-Theaters geordert werden.Weitere Informationen: www.ovigo-theater.de

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