25.05.2020 - 17:17 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Auch die Hühner gackern auf Abstand

So geht Vereinsarbeit in Corona-Zeiten: Der Kleintierzuchtverein ersetzte den traditionellen Kleintiermarkt am Sonntagmorgen mit der Abholaktion „Geflügel to go“.

So geht "Geflügel to go": Händler Christian Mößner lässt die Kinder Paul und Max (von rechts) das Huhn streicheln, bevor es in die Kiste kommt zum Transport. Vereinsvorsitzende Heike Suchanek (Zweite von rechts) sowie die Eltern Michael und Steffi Werner (links) sind froh, dass der Hühnerkauf trotz der Einschränkungen wegen Corona gut funktioniert hat.
von Ulla Britta BaumerProfil

Mama Steffi, Papa Michael und die Buben Max und Paul wollten sich Hühner zulegen, zum ersten Mal in ihrem Familienleben. Dafür haben die Jungs Max (9) und Paul (7) ihr Baumhaus geopfert und mit dem Papa zum Hühnerhaus umgebaut.

Stall und Anlage sind fertig und sehr wohnlich geworden. Aber wo kriegt man in Corona-Zeiten Hühner? Die vier Werners sind nicht die einzigen, die sich diese Frage stellen mussten, bevor der Spaß mit dem eigenen kleinen Hühnerhof beginnen kann. Das Virus Covid 19 bringt auch den geregelten Ablauf eines Kleintierzuchtvereins durcheinander. "Immer wieder haben bei mir Leute angerufen, wo sie Hühner kaufen können", erzählt Heike Suchanek, Vorsitzende des Kleintierzuchtvereins Waldsassen.

Ablauf nicht kompliziert

Denn die immer sehr beliebte und unterhaltsame Möglichkeit, dies über einen Kleintiermarkt zu erledigen, gibt es seit dem Versammlungsverbot nicht mehr. Heike Suchanek wollte dennoch helfen. Sie rief kurzerhand beim Veterinäramt an, wo sie klare Anweisungen über den Verkauf von Kleintieren, Zubehör und Futter in Corona-Zeiten bekam. Wenig später machte die rührige Vereinsvorsitzende mit einigen aktiven Mitgliedern das gesamte Vereinsgelände fit für die Aktion unter den gültigen Vorgaben. Am Sonntag fand erstmalig an der Konnersreuther Straße die Aktion "Geflügel to go" statt. "Anmelden, vorbeikommen, mitnehmen, gehen", erklärt Heike Suchanek lachend den gar nicht komplizierten Ablauf.

Der Kleintiermarkt gehört fest zum Jahresprogramm

Waldsassen

Absperrband und zweiter Ausgang

Damit die Abstandsregelung bestens eingehalten werden kann, hat sie vor dem Eingang ein Absperrband gespannt und einen zweiten Ausgang vom Gelände über eine ebenso abgesperrte Wegführung geschaffen. Gut 50 Anmeldungen sind bei Heike Suchanek eingegangen. Geöffnet ist "Geflügel to go" am Sonntag von 9 bis 11 Uhr. Die Familie Werner will sich eine "bunte Hühnerschar" anschaffen. Max und Paul dürfen fünf Legehennen aussuchen, Heike Suchanek hilft bei der Auswahl. Die Vorsitzende regelt den ganzen Vormittag über den Ablauf. "Bitte Abstand", bittet sie freundlich die Leute, die als nächstes das Vereingelände betreten dürfen.

Mehr als zwei Familien dürfen nicht rein. Geduldig stehen die anderen draußen in der Warteschlange an. Alle mit Schutzmasken, versteht sich. In den Mittagsstunden hat jede Familie, jeder Züchter und jeder Hühnerhalter seine Tiere sowie Futter oder Zubehör bekommen: So geht "Geflügel to go" in Corona-Zeiten. Die Kleintierzüchter können ihre Aktion als schönen Erfolg in schweren Vereinszeiten in ihrer Chronik vermerken.

Ronja Frank, eine noch sehr junge Hühnerhalterin, begutachtet das Huhn, das sie von Christian Meißner kaufen möchte.
Anstehen für ein paar neue, junge Legehennen.
So ein kleines, flauschiges Entenküken muss man einfach streicheln.
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