12.08.2019 - 13:22 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Kondrauer: Drei Optionen für Mitarbeiter

Betriebsrat und Geschäftsführung von Kondrauer haben für die Produktionsverlagerung eine einvernehmliche Lösung gefunden. Für die betroffenen Mitarbeiter gibt es drei Möglichkeiten.

Noch liegen die Etiketten in der Produktionshalle in Waldsassen. Kondrauer Mineralbrunnen verlegt Ende des Jahres seine komplette Produktion ins oberfränkische Naila.
von Martin Maier Kontakt Profil

Das finale Maßnahmenpaket im Hinblick auf die Verlagerung der Produktion nach Naila haben Geschäftsführung und Betriebsrat, unterstützt von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, am vergangenen Mittwoch verabschiedet. Das Treffen fand erneut vor der Einigungsstelle unter der Moderation des Vorsitzenden Roland Lukas statt.

„Wir sind sehr erleichtert, dass wir nun zum Wohle aller die Details definiert haben und unsere Mitarbeiter damit verlässlich planen können“, wird Jonas Seidl, geschäftsführender Gesellschafter von Kondrauer, in einer Pressemitteilung seines Unternehmens am Montag zitiert. Die Betriebspartner hätten sich auf drei Möglichkeiten für die betroffenen Mitarbeiter aus Produktion und Innenlogistik geeinigt:

1.) Mitarbeiter, die an den neuen Produktionsstandort wechseln, erhalten einen Fahrtkostenzuschuss sowie im Falle eines Umzugs eine Umzugsprämie und zwei Tage Sonderurlaub.

2.) Wer nicht nach Naila wechseln möchte, kann ab 1. Januar 2020 in eine Transfergesellschaft eintreten und sich für einen alternativen Arbeitsplatz qualifizieren.

3.) Bei Mitarbeitern, die aus dem Unternehmen ausscheiden, da weder das eine noch das andere eine Option ist, habe man sich auf eine Abfindungsregelung verständigt.

Artikel zur Verlagerung des Produktionsstandorts.

Waldsassen

„In unserem Familienunternehmen haben wir schon immer viel Wert darauf gelegt, gute Lösungen für unsere Mitarbeiter zu finden. Wir freuen uns, dass uns dies nun auch für die Absicherung der Zukunft unseres Mineralbrunnens gelungen ist“, so Jonas Seidl.

Betriebsratsvorsitzende Margit Rahm spricht auf NT-Nachfrage ebenfalls von "der besten möglichen Lösung". Mehr sei nicht gegangen. Dabei verweist sie auch auf die Wirtschaftslage. Die Verhandlungen am vergangenen Mittwoch in Nürnberg hätten fast zwölf Stunden gedauert.

Die rund 20 betroffenen Mitarbeiter könnten nun eine der drei Säulen wählen. Zudem gebe es für die 35 Mitarbeiter, die in Kondrau bleiben, für die nächsten zwei Jahre eine Standort- und Beschäftigungsgarantie. Dies sei im Sozialplan ebenfalls festgelegt worden. "Uns war wichtig, auch an diese Kollegen zu denken", erklärt Rahm.

Die Kondrauer Mineral- und Heilbrunnen GmbH & Co. KG hat Ende März angekündigt, die Produktion und Innenlogistik Anfang des Jahres 2020 nach Naila zu verlegen. Der Sitz des Unternehmens samt Verwaltung bleibt in Waldsassen. Die Verlagerung begründet Kondrauer mit betriebswirtschaftlichen Gründen und zu geringer Quellressourcen in Waldsassen.

Kondrauer Mineralbrunnen verlegt seine komplette Produktion nach Naila.
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