Waldsassen
29.11.2018 - 15:00 Uhr

Kranzbinder mit Sorgenfalten

Ein Blickfang ist alljährlich der große Adventskranz in der Basilika. Wie lange es ihn noch gibt, ist aber offen. Denn die Runde der Frauen, die ihn ehrenamtlich binden, wird immer älter.

Mit vereinten Kräften und der Hilfe von Mesner Michael Burger und Kaplan John Gali haben die Frauen auch heuer wieder einen imposanten Adventskranz für die Basilika gebunden. Bild: ubb
Mit vereinten Kräften und der Hilfe von Mesner Michael Burger und Kaplan John Gali haben die Frauen auch heuer wieder einen imposanten Adventskranz für die Basilika gebunden.

Drei Meter Durchmesser, vier Zentner Streu, vier 60 Zentimeter hohe rote Kerzen: Der Adventskranz, der das Kirchenschiff schmückt, wartet mit imposanten Zahlen auf. Nicht fehlen dürfen natürlich die roten Schleifen.

Das Material kann mehr oder weniger leicht besorgt werden. Wenn auch Mesner Michael Burger am Mittwoch darüber klagte, dass die Gärtnereien beim Streu diesmal wenig spendabel gewesen seien. Aber es gibt ein viel größeres Problem: Einige der zehn Frauen, die das Binden des Kranzes seit Jahrzehnten in den Tagen vor dem 1. Advent zuverlässig und akribisch ausführen, fühlen sich langsam zu alt dafür. "Wir machen weiter. Aber wir brauchen dringend Nachwuchs", heißt es aus der Runde der Damen, von denen einige schon über 80 Jahre alt sind. Verständlich, dass das Werkeln immer beschwerlicher wird.

Natürlich packt Mesner Burger tatkräftig mit an. Und auch der junge Kaplan John Gali nimmt den Frauen viel ab. Aber die Hauptarbeit, das Binden des Kranzes, bleibt den geschickten weiblichen Händen überlassen. Zwei, drei Tage lang war der Mesner damit beschäftigt, die beiden Tannen, die Förster Joachim Vollmer gespendet hat, zu entkernen und das Streu zuzuschneiden. Am Mittwoch haben die Frauen dann von der Mittagszeit bis in die Abendstunden hinein am Kranz gearbeitet. In der Kirche war es dabei nicht gerade warm und die spitzen Nadeln stachen durch die Arbeitshandschuhe. Trotz der mühseligen Arbeit waren die Frauen wieder mit viel Eifer bei der Sache. "Wenn wir niemanden finden, müssen wir kleinere Brötchen backen", sorgt sich Mesner Burger deshalb nun um den Fortbestand des Adventskranzes, der wohl einer der größten im Stiftland ist. Natürlich könne man auch einen kaufen, aber das wäre nicht das Gleiche.

Gleichzeitig sorgt sich Burger ums stets blitzblanke Erscheinungsbild der Basilika. Denn die fleißigen Frauen binden nicht nur den Adventskranz, sondern bilden auch das ehrenamtliche Putz-Team der Basilika. Und diese Aufgabe im Zeichen Gottes ist ungleich arbeitsintensiver, weil nahezu täglich erforderlich.

 
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